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Corona-Omikron-Variante: Viruslast "ist wahnsinnig hoch"

Sehr hohe Viruslast  

Neue Covid-Variante könnte noch gefährlicher sein als befürchtet

27.11.2021, 09:35 Uhr | dpa, AFP, lw

Omikron: Gefährliche Corona-Variante kommt per Flieger nach Europa

Die potenziell gefährliche Corona-Variante Omikron ist bereits in Europa angekommen. Passagiere auf Flügen aus Südafrika waren nachweislich infiziert. (Quelle: Reuters)

Virus an Bord: So gelangt die potenziell gefährliche Corona-Variante derzeit nach Europa. (Quelle: Reuters)


Die Omikron-Variante wurde bereits in mehreren Ländern nachgewiesen. Die Untersuchung von zwei Infizierten in Hongkong gibt nun Aufschluss über die Virluslast und die Wirkung von Impfstoffen bei der Mutante. 

Die zwei bestätigten Omikron-Infizierten in Hongkong weisen offenbar eine sehr schnell ansteigende Viruslast auf. Die PCR-Tests zweier Männer, die wenige Tage zuvor noch negativ ausfielen, enthielten einen Ct-Wert von 18 und 19.

"Das ist wahnsinnig hoch, insbesondere wenn man bedenkt, dass die zwei bei den letzten PCR-Tests noch negativ waren", schreibt der Epidemiologe Eric Feigl-Ding, der lange Zeit an der Universität Harvard forschte. Es sehe so aus, als ob die Variante dem Impfschutz tatsächlich entgehen könnte, so Feigl-Ding weiter.

Der Ct-Wert gibt an, ob ein Infizierter ansteckend ist. Er gilt jedoch nur als Richtwert für die Ansteckungsgefahr, da PCR-Tests nicht standardisiert und die Ergebnisse abhängig von der Probenentnahme sind. Ein niedriger Ct-Wert spricht in der Regel für eine höhere Viruslast. Das bedeutet jedoch nicht zwangsläufig eine höhere Infektiosität. 

Laut Angaben der Hongkonger Regierung wurde die Omikron-Variante des Coronavirus von einem Reisenden aus Südafrika eingeschleppt, der sich seit seiner Ankunft am 11. November in einem Quarantäne-Hotel befand. Am 13. November wurde er dann positiv getestet.

Infektion trotz Quarantäne

Es wird davon ausgegangen, dass der Mann trotz strenger Isolation einen 62-Jährigen im gegenüberliegenden Zimmer des Quarantäne-Hotels angesteckt hat. Dieser wurde am 18. November während seines vierten PCR-Tests positiv getestet. In beiden Fällen wurde bei einer späteren Genomsequenzierung deutlich, dass sie sich mit der Omikron-Variante des Coronavirus infiziert hatten.

Einer Stellungnahme der Hongkonger Regierung zufolge soll der Einreisende aus Südafrika möglicherweise keinen ausreichenden Mundschutz getragen haben, als er seine Hoteltür beim Entgegennehmen von Essensbestellungen geöffnet habe. Dies sei womöglich der Grund für die Infektion trotz Quarantäne-Isolation.

 (Quelle: t-online) (Quelle: t-online)

Deutsche Virologin ebenfalls besorgt

Auch die Münchner Virologin Ulrike Protzer ist besorgt über die neue Coronavirus-Variante. Die Variante B.1.1.529 könne dazu führen, dass sich das Virus schneller vermehre oder auch infektiöser werde, sagte Protzer am Samstag im Deutschlandfunk.

Auf die Frage, ob aktuelle Corona-Impfstoffe noch ausreichend gegen die neue Variante wirken, sagte die Virologin, möglich sei, dass Antikörper das Virus nicht mehr so effizient neutralisieren können. Frisch nach einer Impfung gebe es aber viele Antikörper – das reiche dann aus, um auch Variantenviren "wegzuneutralisieren".

Wenn die Impfung eine Weile her sei, könnten Auffrischungsimpfungen das Immunsystem "hochpushen". "Und dann, davon gehen wir alle aus, sollte das wieder ausreichen", sagte Protzer. Sie riet zugleich dazu, Booster-Impfungen mit den jetzt verfügbaren Impfstoffen vorzunehmen. Ob man später eine weitere Impfung brauche oder einen angepassten Impfstoff, könne man jetzt noch nicht sagen.

WHO stuft Omikron als "besorgniserregend" ein

Die Entdeckung der neuen Coronavirus-Variante mit der wissenschaftlichen Bezeichnung B.1.1.529 war am Donnerstag in Südafrika bekannt gegeben worden. Nach Angaben südafrikanischer Wissenschaftler könnte die Variante wegen der ungewöhnlich vielen Mutationen noch ansteckender als die derzeit grassierende Delta-Variante sein und die Impfstoffe weniger wirksam machen.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stufte die nach dem griechischen Buchstaben Omikron benannte Variante als "besorgniserregend" ein. Die EU-Krankheitsbekämpfungsbehörde ECDC hält das Risiko einer Ausbreitung in der EU für "hoch bis sehr hoch". Ein erster Fall wurde in Belgien bereits festgestellt.

Noch ist unklar, wie die Covid-19-Erkrankung im Falle einer Infektion mit der neuen Variante verläuft und ob die Gesundheitsgefahr größer ist als bei anderen Varianten. Nach den Worten eines WHO-Sprechers wird es "einige Wochen" dauern, bis Wissenschaftler die Folgen verstehen können.

Verwendete Quellen:

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