Schlagzeilen
AlleAlle anzeigen

Gro├čbrand: S├╝dafrikas Parlament in Tr├╝mmern

Von dpa
Aktualisiert am 03.01.2022Lesedauer: 3 Min.
Ein Gro├čbrand im Parlamentsgeb├Ąude von S├╝dafrika in Kapstadt zerst├Ârte am Neujahrswochenende den Sitzungssaal vollst├Ąndig und brachte teile des Dachs zum einst├╝rzen.
Ein Gro├čbrand im Parlamentsgeb├Ąude von S├╝dafrika in Kapstadt zerst├Ârte am Neujahrswochenende den Sitzungssaal vollst├Ąndig und brachte teile des Dachs zum einst├╝rzen. (Quelle: Nardus Engelbrecht/AP/dpa./dpa)
Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo

Kapstadt (dpa) - Entsetzen, Staunen und gro├če Zweifel an der Sicherheit: Das verheerende Feuer des historischen Parlamentsgeb├Ąudes in Kapstadt hat S├╝dafrika zum Jahresbeginn geschockt. Das politische Epizentrum der noch relativ jungen Kap-Demokratie wurde von einem Gro├čbrand schwerst besch├Ądigt.

Wie ein flammendes Fanal standen schwarze Rauchs├Ąulen weithin sichtbar ├╝ber dem Geb├Ąude mit seiner repr├Ąsentativen Fassade, vor dem eine B├╝ste des Freiheitshelden, Friedensnobelpreistr├Ągers und ersten schwarzen Pr├Ąsidenten Nelson Mandela steht. Fotos vom Inneren der Nationalversammlung zeigten am Montag zun├Ąchst Verw├╝stung und verkohlte, noch rauchende Tr├╝mmer. Am Abend waren im Dachbereich erneut lodernde Flammen zu sehen.

Veraltetes Stromnetz

"Wir sind am Boden zerst├Ârt", sagte die Fraktionschefin des regierenden Afrikanischen Nationalkongress (ANC), Pemmy Majodina, vor laufenden Kameras und betonte: "Mein B├╝ro wurde zum zweiten Mal zerst├Ârt." Das erste Mal war im vergangenen M├Ąrz, nach einem Kurzschluss, der im Parlamentsgeb├Ąude einen Brand ausgel├Âst hatte. Danach gab es einen Bericht mit Empfehlungen, um das veraltete Stromnetz des Geb├Ąudes auf den neuesten Stand zu bringen. Ob das bereits erledigt war, muss nun eine Untersuchung kl├Ąren.

Allerdings gab Kapstadts Sicherheitsbeauftragter Jean-Pierre Smith bereits erste Hinweise auf schwere Sicherheitsm├Ąngel. So habe sich das Elektrizit├Ątssystem nicht wie geplant automatisch ausgeschaltet und die Bel├╝ftungsanlagen weiter laufen lassen. Die Flammen h├Ątten sich so schnell ausgebreitet. Zudem sei der automatische Feueralarm erst mit gro├čer Versp├Ątung ausgel├Âst worden. "Wir waren bereits 20 Minuten vor Ort, bevor sich das System erstmals aktivierte", sagte Smith dem TV-Sender eNCA. Einige Systeme, die 2020 h├Ątten gewartet werden m├╝ssen, seien zuletzt 2017 ├╝berpr├╝ft worden. Zudem sei an der automatischen Sprinkleranlage ein Ventil geschlossen gewesen.

ANZEIGEN
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Meistgelesen
Sanktionen treffen jetzt auch manche deutsche Rentner
Anti-Kriegs-Demo in M├╝nchen (Symbolbild): Mit Sanktionen gegen Russland versucht der Westen, das Kriegstreiben Putins aufzuhalten.


Festnahme im Geb├Ąude

Ausgeschlossen werden kann bisher aber auch Brandstiftung nicht, nachdem ein 49-j├Ąhriger Mann in dem Geb├Ąude festgenommen worden war. Die zust├Ąndige Ministerin Patricia de Lille k├╝ndigte an, dass sich der Mann an diesem Dienstag wegen Einbruchs, Diebstahls und Brandstiftung vor Gericht verantworten soll. Er war von Kameras beobachtet worden, wie er durch das leere Geb├Ąude schlich. "Wie das in so einem Komplex passieren kann, macht einfach nur sprachlos", sagte Smith, der von einer massiven Sicherheitsl├╝cke sprach.

Nach ersten Erkenntnissen waren die Patrouillen ausged├╝nnt zu einer Zeit, als Stunden zuvor nur wenige Stra├čen weiter ein Begr├Ąbnis f├╝r den verstorbenen Erzbischof, Volkshelden und Friedensnobelpreistr├Ąger Desmond Tutu viele Sicherheitskr├Ąfte gebunden hatte. Zudem waren viele S├╝dafrikaner wegen der gro├čen Sommerferien in Feierlaune: Angesichts nur noch geringer t├Ąglicher Neuinfektionen waren kurz vor Silvester fast alle Corona-Restriktionen im Lande aufgehoben worden.

Zieht das Parlament nun um?

Das verheerende Feuer hat nun in S├╝dafrika eine Debatte entfacht, die bisher vor allem in den sozialen Medien ausgetragen wird: Dabei geht es um einen Umzug des Parlaments in die rund 1400 Kilometer entfernte Hauptstadt Pretoria, wo sich auch schon der Regierungssitz befindet. Denn gro├če Teile des unter Denkmalschutz stehenden Geb├Ąudes gelten nun als einsturzgef├Ąhrdet, ein Wiederaufbau k├Ânnte nach ersten Sch├Ątzungen dreistellige Millionenbetr├Ąge verschlingen. Zudem haben Wasser und Rauch viele der Kunstwerke in dem Geb├Ąude zerst├Ârt oder besch├Ądigt.

Ein 120 Meter langen Wandteppich, der die Geschichte S├╝dafrikas darstellen soll, galt zun├Ąchst ebenfalls als verloren. Am Abend stellte sich jedoch heraus, dass er noch rechtzeitig hatte in Sicherheit gebracht werden k├Ânnen.

Als einziger Geb├Ąudeteil blieb die Bibliothek mit wertvollen B├╝chern unbesch├Ądigt - f├╝r sie war vor einigen Jahren eine feuersichere Wand eingezogen worden. "Ich hoffe, dass sich das Geb├Ąude wieder wie ein Ph├Ânix aus der Asche erheben wird", sagte die sichtlich bewegte Fraktionschefin der Oppositionspartei Democratic Alliance, Natasha Mazzone. Sie zeigte sich emp├Ârt ├╝ber Parlamentarier, die in den sozialen Medien das Feuer als Chance begr├╝├čten, um den Parlamentssitz zu verlegen.

Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

ShoppingANZEIGEN

Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Neueste Artikel
  • Axel Kr├╝ger
Von Nora Schiemann, Axel Kr├╝ger
Gro├čbrandKapstadtS├╝dafrikaUnfall
Justiz & Kriminalit├Ąt




t-online - Nachrichten f├╝r Deutschland
t-online folgen
FacebookTwitterInstagram

Das Unternehmen
Str├Âer Digital PublishingJobs & KarrierePresseWerbenKontaktImpressumDatenschutzhinweiseDatenschutzhinweise (PUR)Jugendschutz



Telekom
Telekom Produkte & Services
KundencenterFreemailSicherheitspaketVertragsverl├Ąngerung FestnetzVertragsverl├Ąngerung MobilfunkHilfeFrag Magenta


TelekomCo2 Neutrale Website