Sie sind hier: Home > Panorama > Justiz >

Prozess um Tod von Anna-Lena: Angeklagter schweigt

Prozess um erschlagene 16-Jährige  

Freundinnen haben Tatverdächtigen ausfindig gemacht

12.11.2018, 16:29 Uhr | dpa

Prozess um Tod von Anna-Lena: Angeklagter schweigt. Der Angeklagte unterhält sich mit seinem Verteidiger: Der Mann begleitete die getötete 16-Jährige auf ihrem Heimweg – doch sie kam nie zu Hause an.  (Quelle: dpa/Holger Hollemann)

Der Angeklagte unterhält sich mit seinem Verteidiger: Der Mann begleitete die getötete 16-Jährige auf ihrem Heimweg – doch sie kam nie zu Hause an. (Quelle: Holger Hollemann/dpa)

Eine 16-Jährige wird nachts auf dem Heimweg getötet. Ihre Freundinnen machen sich Vorwürfe. Schließlich finden sie den Tatverdächtigen und stellen ihn zur Rede. Jetzt steht er vor Gericht.

Massive Tritte gegen Hals und Kopf, Schläge mit einem 25 Kilo schweren Ast: Nach einem Gewaltexzess wurde im Juni die 16-jährige Anna-Lena getötet. Den mutmaßlichen Täter lernte sie nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft zufällig kennen.

Seit Montag steht ein 24-Jähriger wegen Mordes aus niederen Beweggründen vor dem Landgericht Hannover. Zum Prozessauftakt schwieg der muskulöse Mann mit dem grünen T-Shirt und der hellen Jogginghose zu den Vorwürfen.

Die blutüberströmte Leiche der Jugendlichen hatten Spaziergänger am Tag nach der Tat vor einer Grundschule in der Nähe ihrer Wohnung in der Kleinstadt Barsinghausen gefunden. Möglicherweise habe der Angeklagte Anna-Lena getötet, weil der Versuch eines sexuellen Übergriffs gescheitert sei, sagte der Vorsitzende Richter Wolfgang Rosenbusch.

Wahrscheinlich wurde das Mädchen mit einem Ast erschlagen

Das tote Mädchen war mit heruntergezogener Hose und entblößtem Unterleib gefunden worden. Der Richter präsentierte das mutmaßliche Mordwerkzeug im Gerichtssaal: einen 1,30 Meter langen Ast, der eher wie ein Baumstamm aussieht.

Polizeibeamte sichern Spuren nach dem Fund der Leiche: Sie war vor einer Grundschule entdeckt worden. (Archivbild) (Quelle: dpa/ Peter Steffen)Polizeibeamte sichern Spuren nach dem Fund der Leiche: Sie war vor einer Grundschule entdeckt worden. (Archivbild) (Quelle: Peter Steffen/dpa)

Der junge Mann war erst wenige Monate vor Anna-Lenas gewaltsamem Tod aus dem Gefängnis entlassen worden und hatte in einem Flüchtlingsheim gewohnt. Laut einem Jugendfreund, der als Zeuge vernommen wurde, hat der in der Dominikanischen Republik geborene 24-Jährige keinen Kontakt zu seiner Schwester, seine Mutter lebe in der Schweiz. Gegen den inhaftierten Freund wird selbst wegen Vergewaltigung einer Schülerin ermittelt, wie im Laufe der Verhandlung herauskam.

"Ich hätte mitgehen sollen", sagt eine Freundin

"Ich denke jeden Tag an sie", sagte eine 17 Jahre alte Zeugin über Anna-Lena. Sie verbrachte mit der Freundin und ihrem mutmaßlichen Mörder kurz vor der Tat etwa 15 Minuten am Bahnhof des Ortes. Der 24-Jährige habe angeboten, Anna-Lena nach Hause zu bringen, weil er in der Nähe wohne, sagte die Freundin.

"Ihr Blick hat gezeigt, dass sie es eigentlich nicht so gern gewollt hat. Ich hätte mitgehen sollen." Es war kurz nach 1 Uhr am Sonntagmorgen. Der Angeklagte sei laut, angespannt und aufdringlich gewesen und habe vehement nach einem Joint verlangt, berichtet ein anderer Zeuge.

Anna-Lenas Freundinnen spürten den Tatverdächtigen auf

Kurz nach dem Verbrechen machten die beiden Freundinnen, die zuletzt mit Anna-Lena zusammen waren, den Tatverdächtigen ausfindig. Eine andere Freundin hatte ihn zufällig in der Nähe seiner Unterkunft gesehen und ein Handyfoto geschickt. Anders als vor der Tat trug er eine Schiene am Bein.

Als eines der Mädchen ihn zur Rede stellte, habe er laut reagiert: "Ich war das nicht! Wie könnt ihr mir so was unterstellen? Das ist Rufmord!" Er habe sich dann aber von der alarmierten Polizei widerstandslos festnehmen lassen.


Der Tatverdächtige könnte einen weiteren Mord begangen haben

Genau zwei Monate vor Anna-Lenas Tod war nur wenige Straßen entfernt in Barsinghausen eine 55-Jährige durch massive Gewalt umgebracht worden. Die Staatsanwaltschaft Hannover prüft laut Sprecher Thomas Klinge weiterhin, ob der 24-Jährige auch für dieses Verbrechen verantwortlich sein könnte.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Gerry Weberbonprix.deOTTOCECILStreet OneLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Erotik
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • Erotic Lounge
  • giga.de
  • desired.de
  • kino.de
  • Statista
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Magenta TV
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • Magenta SmartHome
  • Magenta Sport
  • Freemail
  • Telekom Mail
  • Sicherheitspaket
  • Vertragsverlängerung Festnetz
  • Vertragsverlängerung Mobilfunk
  • Hilfe