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Tsunami in Indonesien: Die Zahl der Toten steigt weiter auf 281

Mitten in Urlaubssaison  

Tsunami trifft Touristenorte in Indonesien – viele Tote

24.12.2018, 10:21 Uhr | dpa, AFP

Zahlreiche Tote bei Tsunami in Indonesien (Quelle: dpa)
Zahlreiche Tote bei Tsunami in Indonesien

Bei einem Tsunami an der Küste von Indonesien sind womöglich mehrere Hundert Menschen ums Leben gekommen. An die tausend Personen wurden verletzt. Es gibt noch zahlreiche Vermisste. (Quelle: t-online.de)

Nach Vulkanausbruch: Bei einem Tsunami in Indonesien sind zahlreiche Menschen ums Leben gekommen. (Quelle: t-online.de)


Mitten in der Urlaubssaison brechen mächtige Flutwellen über die Inseln Sumatra und Java herein. Sie reißen mit, was ihnen in den Weg kommt – und wecken böse Erinnerungen an frühere Tsunamis in der Region. Diesmal scheint die Ursache aber eine andere zu sein.

Eine Tsunami-Katastrophe auf den indonesischen Inseln Sumatra und Java hat Dutzende Menschen das Leben gekostet und schwere Schäden angerichtet. Nach Angaben der Katastrophenschutzbehörde wurden mindestens 281 Menschen getötet und mehr als 1.000 verletzt, 30 weitere galten als vermisst. Die Behörden erwarten allerdings, dass die Opferzahlen noch steigen dürften – auch weil die Flutwellen mitten in der Urlaubssaison über beliebte Touristenstrände hereinbrachen.

Getroffen wurden Küstenstriche zu beiden Seiten der als Sundastraße bekannten Meerenge zwischen Sumatra und Java. Laut der Indonesischen Agentur für Geophysik war die Ursache vermutlich ein Ausbruch des in der Meeresenge liegenden Vulkans Anak Krakatau, der wiederum einen Unterwasser-Erdrutsch zur Folge hatte. Demnach ereignete sich die Eruption am Samstagabend um 21.03 Uhr (Ortszeit), 24 Minuten später sei der Tsunami auf Land getroffen.

Indonesien: Eine Band wird während ihres Auftritt von dem Tsunami mitgerissen. (Quelle: Bitprojects)

Situation wird durch Flut noch verschlimmert

Verschlimmert wurde die Situation dadurch, dass gleichzeitig Flut herrschte, wie Katastrophenschutz-Sprecher Sutopo Nugroho erklärte. Nach seinen Worten kamen sowohl in der zu Sumatra gehörenden Provinz Lumpang auf der nördlichen Seite der Sundastraße Menschen zu Tode als auch in Javas Provinz Banten, die südlich der Meeresenge liegt.

Einige der am heftigsten getroffenen Gegenden befinden sich in Banten, wo es viele Strandunterkünfte für Touristen gibt. Angesichts der Urlaubssaison herrschte dort Hochbetrieb. Nugroho zufolge wurden mindestens 430 Häuser, neun Hotelanlagen, zehn Schiffe und Dutzende Autos beschädigt. Schwere Tsunami-Schäden wurden unter anderem vom Urlauberstrand Carita gemeldet. Nugroho verbreitete über seine Twitter-Seite Videoaufnahmen, auf denen Trümmerhaufen vor zerstörten Häusern und völlig demolierte Autos zu sehen waren.

Bei der Tsunami-Katastrophe sind nach ersten Erkenntnissen keine deutschen Staatsbürger zu Schaden gekommen. Es gebe "bisher keine Hinweise auf betroffene Deutsche", teilte das Krisenreaktionszentrum des Auswärtigen Amtes auf Twitter mit. Die Botschaft bemühe sich, darüber schnellstmöglich Gewissheit zu erhalten. Reisende würden gebeten, Anweisungen von örtlichen Sicherheitskräften Folge zu leisten, hieß es weiter.

Indonesien liegt auf dem Pazifischen Feuerring, der geologisch aktivsten Zone der Erde. Für die Einwohner sind Erdbeben, Tsunamis und Vulkanausbrüche keine neue Erfahrung. Der Inselstaat hat so viele aktive Vulkane wie kein anderes Land der Welt.

Beim Mega-Tsunami an Weihnachten 2004 starben dort mehr als 160.000 Menschen, so viele wie nirgendwo sonst in der Region. Insgesamt kamen damals in den östlichen Anrainerstaaten des Indischen Ozeans etwa 230.000 Menschen ums Leben.


Vor knapp drei Monaten wurde die bei Urlaubern beliebte indonesische Insel Sulawesi von einem schweren Erdbeben und einem dadurch ausgelösten Tsunami heimgesucht, der mehr als 2.200 Menschen das Leben kostete. Damals machte sich unter vielen Indonesiern Verbitterung breit über die aus ihrer Sicht zu langsame Reaktion der indonesischen Behörden auf die Katastrophe.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa, AFP

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