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Australien: Scharfschützen sollen 10.000 Kamele töten

Herden gefährden Dörfer  

Scharfschützen sollen in Australien bis zu 10.000 Kamele töten

08.01.2020, 13:04 Uhr | AFP, t-online, sth

Australien: Scharfschützen sollen 10.000 Kamele töten. Einhöckriges Kamel in Australien: Zehntausend Tiere sollen erschossen werden. (Archivbild) (Quelle: imago images/Ardea)

Einhöckriges Kamel in Australien: Zehntausend Tiere sollen erschossen werden. (Archivbild) (Quelle: Ardea/imago images)

Die Dürre in Australien treibt riesige Kamelherden umher. Die ausgehungerten Tiere suchen nach Wasser und Nahrung – und gefährden so die Ureinwohner. Nun sollen sie erschossen werden. 

Als Folge der extremen Dürre hat Australien mit der Zwangstötung von bis zu 10.000 Kamelen begonnen. Die Tieren gefährdeten entlegene Ortschaften der Ureinwohner, teilten die Behörden im Bundesstaat South Australia am Mittwoch mit. Riesige Herden seien auf der Suche nach Wasser und Nahrung bis in die Gemeinden vorgedrungen, verschmutzten das Trinkwasser und plünderten die knappen Lebensmittelvorräte.

Tötung nach "höchsten Tierwohlstandards"

Die Kamele werden den Angaben zufolge von Hubschraubern aus von Scharfschützen abgeschossen. Die Tötung erfolge nach höchsten Tierwohlstandards, betonte das Umweltministerium des Bundesstaates.

Buschbrände in Australien: Animation zeigt Ausmaß der Verwüstung

Seit Oktober 2019 wüten in Australien verheerende Buschfeuer. Ganze Landstriche fallen dem Feuer zum Opfer. Wie groß die verwüstete Fläche ist, zeigt ein eindrücklicher Vergleich in unserer Animation. (Quelle: t-online.de)

Verheerende Buschbrände in Australien: Die Animation zeigt im Vergleich mit Deutschland eindrücklich, wie groß die Fläche ist, die bereits verwüstet wurde. (Quelle: t-online.de)


Die sogenannte Keulung ist die erste dieser Art in dem Bundesstaat und findet im Verwaltungsbezirk Anangu Pitjantjatjara Yankunytjatjara (APY) statt, in dem etwa 2.300 Ureinwohner leben. Sie diene nicht nur dem Schutz der Menschen, sondern auch dem Wohl der Herden, erklärte das Ministerium. Es seien bereits Tiere verdurstet oder hätten sich gegenseitig totgetrampelt. 2019 war das trockenste Jahr in Australien seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.

Kamele gelten in Australien als Plage

Kamele sind in Australien nicht gern gesehen: Sie verseuchen Quellen und zertrampeln bei der Futtersuche die natürliche Flora. Grundbesitzer in der APY-Region fangen seit Jahren Kamele ein und verkaufen sie. In jüngster Zeit seien sie der großen Zahl von Tieren, die wegen der Dürre in das Gebiet strömten, jedoch nicht mehr Herr geworden, teilte das Umweltministerium mit.

Kamele wurden in Australien erstmals Mitte des 19. Jahrhunderts aus Indien eingeführt, um sie für die Erschließung des riesigen Binnenlandes zu nutzen. Heute leben in der australischen Wüste vermutlich so viele wilde Kamele wie nirgendwo sonst auf der Welt. Schätzungen gehen von mehr als einer Million Tiere aus.

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