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Haiti: Verzweifelte Erdbeben-Opfer plündern Hilfskonvoi

Engpässe bei Grundversorgung  

Haiti: Erdbeben-Opfer plündern Hilfskonvoi

21.08.2021, 16:08 Uhr | AFP

Haiti: Verzweifelte Erdbeben-Opfer plündern Hilfskonvoi. Einwohner in Haiti greifen nach einem Sack mit gespendetem Reis: Nach dem Erdbeben hat das Land Probleme, eine Grundversorgung sicherzustellen. (Quelle: AP/dpa/Fernando Llano)

Einwohner in Haiti greifen nach einem Sack mit gespendetem Reis: Nach dem Erdbeben hat das Land Probleme, eine Grundversorgung sicherzustellen. (Quelle: Fernando Llano/AP/dpa)

In Haiti wurde die Stadt Les Cayes von dem Erdbeben schwer getroffen. Es herrscht Chaos – den Menschen mangelt es an Wasser und Lebensmitteln. Nun entlädt sich unter Betroffenen die Verzweiflung.

Nach dem verheerenden Erdbeben in Haiti haben verzweifelte Betroffene einen Hilfskonvoi geplündert. Ein Fotograf der Nachrichtenagentur AFP berichtete von chaotischen Szenen in der besonders schwer getroffenen Stadt Les Cayes, in der am Freitag (Ortszeit) Reissäcke an Opfer des Bebens verteilt werden sollten. Einer der beiden Lastwagen des Konvois wurde von Plünderern gestürmt, die verbliebenen Lebensmittel wurden schließlich wahllos auf einer Polizeistation verteilt.

Das Erdbeben der Stärke 7,2 hatte vor einer Woche den Südwesten Haitis erschüttert, mehr als 130.000 Häuser wurden dem Erdboden gleich gemacht. Bis Freitag wurden mehr als 2.000 Todesopfer durch das Beben bestätigt. Engpässe bei der Grundversorgung lösten in der Bevölkerung massive Wut aus. Zwar wurden in die betroffenen Regionen bereits etliche Hilfskonvois geschickt. Bei der Verteilung der Hilfsgüter gibt es aber logistische Probleme.

Hilfsgüter kommen nicht an

Der zweifache Familienvater Marcel Francois aus Les Cayes berichtete, dass ein Freund von ihm extra aus Port-au-Prince angereist sei, um ihn mit Wasser und Lebensmitteln zu versorgen. Diese habe er mit seinen Nachbarn geteilt. Zwar sehe er von den Trümmern seines Hauses aus viele Behördenvertreter in mit Sirenen ausgestatteten Fahrzeugen "und große Autos" von Hilfsorganisationen. "Es kommen auch Lastwagen mit Hilfsgütern vorbei, aber für mich ist bisher nichts angekommen", sagte der 30-Jährige.

Haiti befand sich bereits vor dem schweren Erdbeben in einer tiefen Krise. Im Juli war in dem von großer Armut geprägten Karibikstaat Präsident Jovenel Moïse ermordet worden. Hinzu kommen hohe Infektionszahlen mit dem Coronavirus.

Haiti wird regelmäßig von schweren Naturkatastrophen heimgesucht. Im Jahr 2010 hatte es in dem Land ein schweres Erdbeben gegeben, dessen Epizentrum in der Nähe der Hauptstadt Port-au-Prince lag und bei dem mehr als 200.000 Menschen getötet wurden. Von den Folgen dieses Bebens hat sich der Karibikstaat bis heute nicht vollständig erholt.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur AFP

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