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Hunderttausende nach Hurrikan "Ida" weiter ohne Strom

Von dpa
Aktualisiert am 31.08.2021Lesedauer: 3 Min.
USA: Eindrucksvolle Luftaufnahmen zeigen das Ausmaß der Zerstörung durch Hurrikan "Ida". (Quelle: Reuters)
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Hurrikan "Ida" hinterlässt Verwüstung im Süden der USA. Zwar blieb die erwartete Katastrophe aus, dennoch kämpfen mehrere Staaten mit den erheblichen Folgen des Sturms.

Nach dem starken Hurrikan "Ida" sind in Louisiana weiterhin Hunderttausende Haushalte ohne Strom – und das ohne Hoffnung auf baldige Besserung. "Ich kann Ihnen nicht sagen, wann die Stromversorgung wiederhergestellt wird, ich kann Ihnen nicht sagen, bis wann alle Trümmer beseitigt sein werden", sagte der Gouverneur des US-Bundesstaats, John Bel Edwards. "Das war ein katastrophaler Sturm", meinte er am Montag.

Edwards und die Bürgermeisterin von New Orleans, LaToya Cantrell, forderten alle, die sich rechtzeitig vor dem Sturm anderswo in Sicherheit gebracht hatten, auf, bis auf Weiteres nicht nach Hause zurückzukehren. Es gebe vielerorts Probleme mit der Wasserversorgung, es gebe keinen Strom, kaum offene Geschäfte und zu viele Straßen seien noch überflutet oder voller Trümmer. "Jetzt ist nicht die Zeit, zurückzukehren", sagte Edwards. Die Menschen sollten abwarten, bis die örtlichen Behörden eine Rückkehr explizit begrüßten.

Videos von ersten Flügen der Küstenwache über küstennahe Gebiete zeigten ein Bild der Verwüstung – viele Häuser schienen schwer beschädigt, Ortschaften glichen einem Trümmerfeld. In den meisten Orten waren die Bürger vor dem Sturm aufgefordert worden, sich im Landesinneren in Sicherheit zu bringen.

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Zwei Todesopfer – Zahl wird vermutlich steigen

Zunächst gab es infolge des Sturms zwei bestätigte Todesopfer. Ein Mann wurde von einem herabstürzenden Baum erschlagen, ein weiterer versuchte mit seinem Auto auf einer überfluteten Straße zu fahren und ertrank, wie die Behörden mitteilten. Angesichts der verbreiteten Schäden sei ohne "Wunder" aber zu befürchten, dass die Opferzahl in den kommenden Tagen noch steigen werde, warnte Edwards.

Nach dem Durchzug von Hurrikan "Ida" haben Helfer im südlichen US-Bundesstaat Louisiana Hunderte Menschen aus den überschwemmten Gebieten gerettet. Nach Angaben von Louisianas Gouverneur John Bel Edwards sind Dutzende Boote, Hubschrauber und Spezialfahrzeuge im Einsatz, um Menschen in dem Katastrophengebiet zu retten. Auch rund 5.000 Soldaten der Nationalgarde seien für Aufräum- und Bergungsarbeiten abgestellt worden. In den kommenden Tagen sollten sie noch Verstärkung aus anderen Bundesstaaten bekommen, sagte Edwards.

Die Chefin der Katastrophenschutzbehörde Fema, Deanne Criswell, und Heimatschutzminister Alejandro Mayorkas wollten sich am Dienstag gemeinsam mit dem Gouverneur vor Ort ein Bild von der Lage machen.

Schäden am Stromnetz "katastrophal"

"Ida" war am Sonntag als Hurrikan der Stärke vier von fünf auf die Küste südwestlich von New Orleans getroffen. "Ida" hatte New Orleans am 16. Jahrestag des Hurrikans "Katrina" erreicht. Jener Sturm hatte 2005 für verheerende Schäden und Überschwemmungen gesorgt, rund 1.800 Menschen kamen ums Leben. Danach wurden Milliarden in den Hochwasserschutz investiert. Edwards und Bürgermeisterin Cantrell erklärten, das System habe seinen Härtetest nun durch "Ida" erfolgreich bestanden. Wären Dämme gebrochen, wäre eine Katastrophe unvermeidbar gewesen, sagte Edwards.

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Anders sah es mit der Stromversorgung aus. Das Weiße Haus warnte, die komplette Wiederherstellung der Versorgung könnte "Wochen" dauern. Die von den Stromversorgern berichteten Schäden seien "katastrophal", sagte Sprecherin Jen Psaki. Edwards erklärte, das US-Militär werde für Krankenhäuser noch zusätzliche Generatoren bringen.

Louisiana: Eine Million Haushalte ohne Strom

Der Stromversorger und der Staat haben bereits rund 20.000 Arbeiter und Experten mobilisiert, um die Schäden zu beheben. In Louisiana hatten wegen Sturmschäden gut eine Million Haushalte keinen Strom mehr – und das ausgerechnet während der Sommerhitze, in der die meisten Anwohner auf ihre elektrischen Klimaanlagen angewiesen sind.

Alle acht Hochspannungsleitungen, die nach New Orleans führen, wurden von "Ida" beschädigt oder zerstört. Der Chef des Versorgers Entergy, Phillip May, erklärte, eine massive Hochspannungsleitung über den Fluss Mississippi, die einst sogar "Katrina" widerstanden hatte, sei schwer beschädigt worden und nicht mehr funktionstüchtig.

Der inzwischen zu einer tropischen Depression abgeschwächte Sturm "Ida" sollte am Montag in nordöstlicher Richtung nach Mississippi weiterziehen, ab Dienstag dann in Richtung Alabama und Tennessee.

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