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Verfassungsschutz spricht nach Gift-Fund in Köln von "vereiteltem Anschlag"

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"Vereitelter Anschlag" in Köln  

Polizei sucht in weiteren Wohnungen nach Bio-Waffen

15.06.2018, 12:41 Uhr | AFP, dpa, nsc

Verdächtige Substanzen: Kölner Polizei nimmt 29-Jährigen fest. (Quelle: David Young/dpa)
Verdächtige Substanzen: Kölner Polizei nimmt 29-Jährigen fest

Dem Mann mit tunesischer Abstammung wird der Umgang mit toxischen Stoffen vorgeworfen.

In Köln hat die Polizei die Wohnung eines Mannes gestürmt: Dem Mann wird der Umgang mit toxischen Stoffen vorgeworfen. (Quelle: Reuters)


In einem Kölner Hochhaus soll ein Mann biologische Waffen hergestellt und offenbar einen Giftanschlag geplant haben. Sicherheitskräfte durchsuchen nun weitere Wohnungen.

Die Polizei will in Köln mehrere Wohnungen in einem Gebäude durchsuchen, in dem zuvor der hochgiftige Stoff Rizin gefunden worden war. Am Dienstag hatte die Polizei den Besitzer der Wohnung festgenommen. Dem 29-jährigen Tunesier wird vorgeworfen, gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz verstoßen zu haben. Er werde verdächtigt, teilte die Polizei mit, "vorsätzlich biologische Waffen hergestellt zu haben".

"Sehr wahrscheinlich, dass ein Anschlag vereitelt wurde"

Unterdessen sagte Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen, er halte es für wahrscheinlich, dass die Polizisten einen Terroranschlag verhindert hätten. Zwar seien Spuren und Dokumente noch nicht vollständig ausgewertet. Doch sei es "in der Gesamtschau der bislang vorliegenden Hinweise sehr wahrscheinlich, dass hier ein terroristischer Anschlag vereitelt werden konnte". 

Der Verfassungsschutz hätte Hinweise darauf gehabt, dass der Mann Materialien gekauft hatte, um Rizin herzustellen. Seit Anfang Juni habe er dann damit begonnen, die Stoffe zusammen zu mischen. Der "Rheinischen Post" sagte Maaßen: "Nachdem es gelungen ist, die Informationen zu verdichten, zu konkretisieren und einer bestimmten Person und Wohnadresse zuzuordnen, konnten wir den Fall in dieser Woche an die Polizeibehörden übergeben."

Das Gift Rizin kommt in dem Rizinus-Baum vor. Schon eine kleine Dosis des farb- und geruchlosen Stoffes kann Menschen töten. Etwa dann, wenn es eingeatmet wird. Aber auch wer Rizin berührt oder isst, kann sterben. Symptome treten meist binnen zwei Tagen auf. Zu diesen können gehören: Fieber, Übelkeit, Kopfschmerzen, Muskelkrämpfe und Atemnot.

In Köln wurde nun eine Menge Rizin gefunden, die 250 bis 1.000 toxischen Dosen entspricht, je nachdem wie es verabreicht wird. Der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul bewertet dies so: "Das Gefahrenpotenzial, was von ihm ausging, war schon relativ hoch."

Verwendete Quellen:
  • dpa, AFP

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