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Katholischer Priester in Bayern wegen Missbrauchsverdacht suspendiert

"Über Jahre hinweg"  

Priester in Bayern wegen Missbrauchsverdacht suspendiert

10.06.2021, 17:09 Uhr | dpa

Katholischer Priester in Bayern wegen Missbrauchsverdacht suspendiert. Ein Hinweisschild "katholische Kirche": Der Priester wurde vorerst "entpflichtet".  (Quelle: imago images/Kirchner-Media/Wedel)

Ein Hinweisschild "katholische Kirche": Der Priester wurde vorerst "entpflichtet". (Quelle: Kirchner-Media/Wedel/imago images)

In Bayern soll ein Priester eine Person jahrelang sexuell missbraucht haben. Das Bistum Augsburg hat den Beschuldigten suspendiert – und sich an die Staatsanwaltschaft gewandt.

In Bayern gibt es in einem weiteren Fall eines Missbrauchsverdachts gegen einen katholischen Geistlichen. Wie das Bistum Augsburg mitteilt, wurde der Mann "mit sofortiger Wirkung vom Amt entpflichtet". Es handele sich um einen Pfarrer und Dekan. Das Bistum habe zuvor die Staatsanwaltschaft "über einen sehr ernstzunehmenden Vorwurf des sexuellen Missbrauchs gegen den Priester" informiert.

Wie die Staatsanwaltschaft in Memmingen berichtete, wird gegen den Mann mittlerweile ein Ermittlungsverfahren geführt. "Es besteht der Anfangsverdacht, dass sich der Geistliche über Jahre hinweg durch mehrere sexualbezogene Handlungen, die gegenüber einer Person erfolgt sein sollen, strafbar gemacht hat", so Oberstaatsanwalt Thorsten Thamm. Weitere Details zu dem Fall nannten weder die Staatsanwaltschaft noch die Diözese.

"Null-Toleranz-Politik" gegen Missbrauch

"Die zu Protokoll gegebenen Aussagen in diesem uns bekannt gewordenen Fall erschüttern uns zutiefst", sagte der Augsburger Generalvikar Harald Heinrich. Das Bistum hat laut der Mitteilung eine kirchenrechtliche Voruntersuchung eingeleitet und den Vatikan über den Verdacht informiert. Über einen weiteren Einsatz des Priesters soll erst nach den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft entschieden werden.

Das Bistum betonte, im Kampf gegen Missbrauch "eine Null-Toleranz-Politik" zu verfolgen. Es rief Betroffene dazu auf, sich zu melden. Vermutungen und Verdachtsmomente würden konsequent verfolgt. "Versagen und Schuld müssen benannt werden – das sind wir den Betroffenen schuldig", sagte Bischof Bertram Meier.

Seit Jahren wird die Kirche von einem Missbrauchsskandal erschüttert. Immer wieder werden weltweit Fälle bekannt, dass Geistliche Kinder missbraucht oder auch körperlich misshandelt haben sollen. Als Reaktion will nun die Deutsche Bischofskonferenz mit dem sogenannten Synodalen Weg die Kirche reformieren.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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