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Deutscher Wahlbeobachter bei Scheinreferenden: Manager freigestellt


Russisch besetzte Gebiete
Beobachter bei Scheinreferenden: Manager freigestellt

Von dpa
Aktualisiert am 25.09.2022Lesedauer: 2 Min.
Der deutsche Manager Stefan Schaller will die Fake-Referenden in der besetzten Ostukraine ├╝berpr├╝fen.Vergr├Â├čern des BildesDer deutsche Manager Stefan Schaller will die Scheinreferenden in der besetzten Ostukraine ├╝berpr├╝fen. (Quelle: Russische Agentur Tass/Telegram)
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Ein deutscher Manager wollte die russischen Pseudoreferenden in der Ostukraine vor Ort "objektiv" begutachten. Nun zieht sein Arbeitgeber Konsequenzen.

Weil er als Wahlbeobachter die Scheinreferenden in russisch besetzten Gebieten der Ostukraine begleitet, soll der Gesch├Ąftsf├╝hrer des nordhessischen Versorgers Energie Waldeck-Frankenberg (EWF), Stefan Schaller, von seinen Aufgaben freigestellt werden. Daf├╝r haben sich der ├ältestenrat und der Kreisausschuss des Landkreises Waldeck-Frankenberg am Samstag mit gro├čer Mehrheit ausgesprochen, wie der Landkreis auf seiner Internetseite mitteilte.

"Mit dieser deutlichen Positionierung werden wir in die Beratungen mit den EWF-Gremien gehen", sagte Landrat J├╝rgen van der Horst laut Mitteilung. "Die erzwungenen Referenden Russlands in der Ukraine sind heuchlerisch und v├Âlkerrechtswidrig und ein Vorwand, um sich die von Russland besetzten Gebiete in der Ukraine zu eigen zu machen. Diese rechtswidrige Annexion verurteilen wir aufs Sch├Ąrfste."

Finale Entscheidung am Montag

Final soll der Mitteilung zufolge am Montag ├╝ber die Freistellung Schallers entschieden werden. Dann sollen sich die Aufsichtsr├Ąte des lokalen Energieversorgers des Landkreises Waldeck-Frankenberg sowie der Verbands-Energie-Werk Gesellschaft f├╝r Erneuerbare Energien mbH und der EWF-Verbandsvorstand in einer Sitzung beraten.

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t-online hatte enth├╝llt, dass Schaller von Russland eingeladen wurde, um die Wahlen zu ├╝berwachen. Gegen├╝ber der "HNA" (Hessische Nieders├Ąchsische Allgemeine) best├Ątigte der EWF-Gesch├Ąftsf├╝hrer seinen Einsatz als Wahlbeobachter. "Ich wollte mir vor Ort ein Bild von der Situation machen. Auch weil ich glaube, dass objektive Informationen nie falsch sein k├Ânnen", sagte er demnach. Sein Aufenthalt habe nichts mit seiner Funktion als Gesch├Ąftsf├╝hrer des Waldeck-Frankenberger Energieversorgers zu tun. "Das ist rein privat, ich habe daf├╝r Urlaub genommen", betonte Schaller. Die EWF war am Sonntag f├╝r eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Manager droht Strafverfahren in der Ukraine

Auch der scheidende ukrainische Botschafter in Deutschland, Andrij Melnyk, schaltete sich am Samstag in die Debatte ein. "Ich appelliere an den Landrat von Waldeck-Frankenberg als Aufsichtsratsvorsitzender von EWF: Herr van der Horst, schmei├čen Sie Stefan Schaller, der dem russischen Aggressionskrieg Beihilfe leistet, sofort raus", forderte Melnyk auf Twitter. In der Ukraine werde ein Strafverfahren gegen den EWF-Gesch├Ąftsf├╝hrer eingeleitet, k├╝ndigte er an.

Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur dpa
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