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Hans Globke: Porträt von NS-Schreibtischtäter hängt im Kanzleramt

Hans Globke  

Porträt von NS-Schreibtischtäter hängt im Kanzleramt

Von Marc von Lüpke

16.01.2019, 15:33 Uhr
Hans Globke: Porträt von NS-Schreibtischtäter hängt im Kanzleramt. Konrad Adenauer und Hans Globke 1963: Die Ernennung Globkes zum Staatssekretär zehn Jahre zuvor war hoch umstritten aufgrund von dessen NS-Vergangenheit. (Quelle: dpa)

Konrad Adenauer und Hans Globke 1963: Die Ernennung Globkes zum Staatssekretär zehn Jahre zuvor war hoch umstritten aufgrund von dessen NS-Vergangenheit. (Quelle: dpa)

Hans Globke half im Nationalsozialismus bei der Entrechtung der Juden – und machte später in der Bundesrepublik Karriere. Im Kanzleramt hängt bis heute ein Porträt von ihm. Unkommentiert.

Es war eine der umstrittensten Entscheidungen in der Ära Adenauer. Im Oktober 1953 trat Hans Globke seinen Posten als Staatssekretär im Bundeskanzleramt an. Zum Entsetzen der Opposition. Als "unausgesprochene Amnestie für hohe NS-Funktionäre", kritisierte der SPD-Politiker Egon Bahr später diese Entscheidung.

Denn Globke war ein Schreibtischtäter des "Dritten Reichs". Der Jurist im Verwaltungsdienst hatte unter anderem einen folgenschweren Kommentar zu den "Nürnberger Rassengesetzen" von 1935 mitverfasst, einen der zentralen Bausteine zur Entrechtung und Verfolgung der Juden im Nationalsozialismus.

Geduld bis 2020 nötig

Wie eine Regierungssprecherin nun gegenüber t-online.de bestätigte, hängt ein Porträt von Hans Globke – wie aller vorherigen Amtschefs – im Verwaltungsbereich des Bundeskanzleramts: "Eine Wertung des Wirkens oder Vorlebens der Amtschefs ist damit nicht verbunden." Die kritische Kommentierung von Globkes Tätigkeit während des "Dritten Reichs" ist demnach zurzeit nicht vorhanden oder in einem absehbaren Zeitraum vorgesehen.

Die Sprecherin verweist stattdessen auf zwei derzeit laufende Forschungsvorhaben: Zum einen das Projekt "Das Kanzleramt. Bundesdeutsche Demokratie und NS-Vergangenheit" unter Leitung des Instituts für Zeitgeschichte, ansässig in München und Berlin, sowie des Zentrums für Zeithistorische Forschung Potsdam. Zum anderen das Projekt "Praktiken öffentlicher Kommunikation und Verlautbarung in der frühen bundesrepublikanischen Mediendemokratie (1949-1969)", durchgeführt von der Universität Siegen.
 

 
"Der weitere Umgang mit dem Porträt in der Reihe der Chefs des Kanzleramtes wird nach der Veröffentlichung der Forschungsergebnisse des Projekts thematisiert", heißt es dazu in der Stellungnahme. Eine entsprechende kritische Bewertung Globkes und seiner Handlungen ist demnach erst für das Jahr 2020 zu erwarten. 75 Jahre nach dem Ende des Nationalsozialismus.

Verwendete Quellen:
  • Anfrage an die Bundesregierung
  • Eigene Recherchen

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