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Schon gewusst: Luis Monti stand für zwei Nationen im WM-Finale

Schon gewusst?  

Dieser Mann stand für zwei Nationen im WM-Finale

13.07.2014, 07:00 Uhr | Christina Kühnel, t-online.de

Schon gewusst: Luis Monti stand für zwei Nationen im WM-Finale. Luis Monti (re.) bei der WM 1930 im Trikot der argentinischen Nationalmannschaft (Quelle: Picture-Alliance/ASA)

Luis Monti (re.) bei der WM 1930 im Trikot der argentinischen Nationalmannschaft (Quelle: Picture-Alliance/ASA)

Einmal im Finale einer Weltmeisterschaft zu stehen ist der Traum zahlloser Fußballspieler. Ein Traum, der sich nur den wenigsten von ihnen erfüllt. Umso erstaunlicher ist das Kunststück, das einst dem Kicker Luis Monti gelang. Er nahm zweimal an einem WM-Endspiel teil - und zwar für zwei unterschiedliche Nationen. 1930 stand er für Argentinien im Finale, vier Jahre später kickte er im Dienste der Italiener. Beide Male soll er Todesdrohungen erhalten haben.

Der 1901 in Buenos Aires geborene Kicker spielte ab 1927 für die argentinische Nationalmannschaft. Bei der ersten WM 1930 stand der bullige Mittelfeldspieler beim Finale mit auf dem Platz, als sein Heimatland 2:4 gegen den Gastgeber Uruguay verlor. Monti selbst blieb bei dem Spiel blass. Der Grund dafür ist unklar. War es eine Verletzung? Oder doch die Morddrohungen von sizilianischen Mafiosi, die er zuvor erhalten haben soll? Die sollen der Legende nach den Auftrag gehabt haben, den argentinischen Sieg zu verhindern und Monti nach Italien zu locken.

Der "Kleiderschrank" im Dienst Italiens

Tatsächlich wechselte der Spieler, der wegen seiner wuchtigen physischen Präsenz auch "doble ancho" ("doppeltüriger Kleiderschrank") genannt wurde, 1931 zum italienischen Verein Juventus Turin. Mit diesem Club gewann er zwischen 1932 und 1935 viermal in Folge den Meisterschaftstitel.

Im Dezember 1932 holte Coach Vittorio Pozzo den Kicker dann auch zur italienischen Nationalmannschaft. Das war möglich, weil Montis Eltern aus Italien stammten - und die FIFA-Regel, dass Fußballer nicht für mehr als ein Land spielen dürfen, erst 1964 eingeführt wurde.

"Möge Gott euch gnädig sein"

Bei der WM 1934 trat Monti deshalb für das Heimatland seiner Eltern an. Auch dieses Mal soll das Leben des Kickers bedroht worden sein - und zwar von Diktator Benito Mussolini persönlich. Der Duce soll, so wird gemunkelt, in einem Brief gedroht haben: "Ihr seid eures Glückes Schmiede. Wenn ihr gewinnt, gut. Wenn ihr verliert, dann möge Gott euch gnädig sein!" Doch zum Glück holten die Azzurri im Endspiel gegen die Tschechoslowakei mit 2:1 den Sieg - und der Argentinier Luis Monti wurde Weltmeister, 44 Jahre bevor sein Land schließlich 1978 den Titel holte.

Er war übrigens nicht der einzige Argentinier in den Diensten der italienischen Nationalmannschaft. Auch Raimundo Orsi, der eines der Finaltore schoss, sowie Enrique Guaita waren ebenfalls von den Azzurri angeworben worden. Sie hatten jedoch nicht wie Monti bei der WM 1930 für Argentinien gespielt.

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