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Crispr/Cas9: Weiteres Baby mit manipulierten Genen in China erwartet

Chinesischer Forscher: "Ich bin stolz"  

Weiteres Baby mit manipulierten Genen erwartet

28.11.2018, 13:33 Uhr | rtr, dpa, jmt

In China: Die ersten genmanipulierten Babys sollen geboren worden sein. (Quelle: ProSieben) (Quelle:  ProSieben)
In China sollen genmanipulierte Babys geboren worden sein

Es klingt unfassbar: in China wurden angeblich die ersten genveränderten Kinder geboren. Doch stimmt das? (Quelle: ProSieben)

In China: Die ersten genmanipulierten Babys sollen geboren worden sein. (Quelle: ProSieben)


Der Forscher He Jiankui hat nach eigenen Angaben das Genom zweier Kinder manipuliert. Auf einem Kongress schlägt ihm Empörung entgegen. Doch von Reue zeigt der Chinese keine Spur.

Nach der Geburt der angeblich ersten genmanipulierten Zwillinge trägt einem chinesischen Wissenschaftler zufolge eine weitere Frau ein Kind mit Änderungen am Erbgut aus. Im Rahmen seiner Forschung sei eine weitere Freiwillige mit einem genetisch veränderten Baby schwanger, sagte der Genetiker He Jiankui in Hongkong auf einem Kongress. Seine Studie habe ursprünglich acht Paare umfasst, von denen eines aber ausgestiegen sei. Voraussetzung für die Teilnahme sei gewesen, dass der Vater HIV-positiv und die Mutter HIV-negativ getestet seien. Der DNA-Eingriff soll nach Angaben Hes die Kinder resistent gegen Aids machen.

Wissenschaftsjournal soll Studie prüfen

He verteidigte auf dem Wissenschaftsgipfel in Hongkong seine Arbeit gegen weltweit geäußerte Kritik. "Dieser Fall erfüllt mich mit Stolz, mit ganz besonderem Stolz", sagte er auf der Konferenz. Die Wissenschaft müsse mehr tun, um Menschen mit Krankheiten zu helfen. Er sagte, er habe die Studie einem Wissenschaftsjournal zur Prüfung vorgelegt. Seine Universität in Shenzhen habe davon keine Kenntnis gehabt. Weitere Angaben machte der Forscher nicht. Seine Arbeit sei eigenfinanziert gewesen.

Es war der erste Auftritt des bislang weitgehend unbekannten Forschers, seit er am Montag mit einem auf YouTube veröffentlichten Video bei Wissenschaftlern und Ethikern für Entsetzen gesorgt hatte. Darin hatte er die Geburt der ersten genmanipulierten Babys Lulu und Nana verkündet. Die an Embryonen vorgenommenen Eingriffe mit der noch jungen Genschere Crispr/Cas9 sollten die Kinder, deren Identität der Wissenschaftler geheim halten will, demnach resistent gegen HIV machen.

Scharfe Kritik an den Versuchen

Die Methode ermöglicht es Wissenschaftlern, DNA gezielt zu schneiden und zu verändern. Gene können eingefügt, entfernt oder ausgeschaltet werden. Die Forschung zielt darauf ab, genetische Veranlagungen für Krankheiten einmal ausschalten zu können. Allerdings bestehen auch ethische Bedenken gegen die Methode. Ein deutscher Teilnehmer der Konferenz, der Biochemiker Ernst-Ludwig Winnacker, berichtete von ausgesprochen scharfer Kritik: "Ich habe niemanden getroffen, der die Versuche von He gut findet."

Nach Bekanntwerden der Geburt der mutmaßlich weltweit ersten genmanipulierten Babys hatten mehr als 100 Wissenschaftler den Einsatz der Genschere an menschlichen Embryonen scharf kritisiert. "Die Büchse der Pandora wurde geöffnet", hieß es in einem Brief, den vor allem Wissenschaftler aus China unterzeichnet hatten. Der Einsatz am menschlichen Erbgut sei gefährlich und nicht zu begründen. Auch die chinesische Regierung verurteilte das Vorgehen.

Wissenschaftler verteidigt Versuche

He betonte, er habe zuvor erfolgreich Versuche an Mäusen und Affen durchgeführt. Bei den menschlichen Embryonen hatte er nach eigenen Angaben den sogenannten CCR5-Rezeptor von Zellen deaktiviert – das Haupteinfallstor für das HI-Virus. "Millionen Menschen" könne geholfen werden, wenn die Technologie schneller verfügbar gemacht wird, argumentierte He.


Ihm gehe es nicht um die Schaffung von Designer-Babys, sondern um Heilung von Krankheiten. He hatte in den veröffentlichten Videos angegeben, die Zwillinge mit den Namen Lulu und Nana seien "so gesund wie jedes andere Baby". Die beiden Neugeborenen sollen bis zum 18. Lebensjahr überwacht werden. 

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagenturen Reuters, dpa

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