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Sterbende Sterne: Krankheit und Klimawandel bedrohen Sonnenblumen-Seesterne

Sterbende Sterne  

Krankheit und Klimawandel bedrohen Sonnenblumen-Seesterne

03.02.2019, 10:35 Uhr | dpa

Sterbende Sterne: Krankheit und Klimawandel bedrohen Sonnenblumen-Seesterne. Ein gesunder Sonnenblumen-Seestern.

Ein gesunder Sonnenblumen-Seestern. Bis 2014 konnten Taucher vor der Westküste der USA und Kanadas bei einem einzigen Tauchgang oft noch Dutzende Exemplare von einem der größten und schnellsten Seesterne der Welt beobachten. Dann setzte ein Massensterben ein. Foto: Ed Gullekson. (Quelle: dpa)

Ithaca (dpa) - Bis 2014 konnten Taucher vor der Westküste der USA und Kanadas bei einem einzigen Tauchgang oft noch Dutzende Exemplare von einem der größten und schnellsten Seesterne der Welt beobachten: vom gelben bis lilafarbenen Sonnenblumen-Seestern (Pycnopodia helianthoides).

Dann setzte ein Massensterben ein. Heute ist der vielarmige Seestern aus den Gewässern fast verschwunden. Die Gründe dafür seien eine Seesternseuche und ungewöhnlich warme Wassertemperaturen infolge des Klimawandels, schreiben US-Forscher im Fachmagazin "Science Advances".

"Früher reichlich vorhanden in den küstennahen Gewässern, werden Sonnenblumen-Seesterne heute vor der kalifornischen Küste gar nicht mehr und vor Alaska nur noch selten gefunden", sagt Mitautorin Drew Harvell von der Cornell University (Ithaca/USA). Das Team wertete Daten aus dem Zeitraum zwischen 2004 und 2017 zum Seesternaufkommen in flachen sowie in tieferen Gewässern vor der Küste Kaliforniens bis hinauf nach British Columbia aus - und fand überall einen dramatischen Rückgang der Bestände. "Die Anzahl der Sonnenblumen-Seesterne ist in den letzten drei Jahren so niedrig geblieben, dass wir sie im südlichen Teil ihres Verbreitungsgebiets für gefährdet halten - für Nordalaska haben wir keine Daten."

Der Sonnenblumen-Seestern hat bis zu 24 Arme, er misst im Durchmesser etwa 80 Zentimeter. Das etwa fünf Kilogramm schwere Tier ist eines der schnellsten Seesterne. Mit einer für Seesterne bemerkenswerten Geschwindigkeit von etwa einem Meter pro Minute holt er seine Beute wie Seeigel, Seesterne, Seegurken, Muscheln, Schnecken und Krebse ein. Und die riesigen Raser haben einen enormen Appetit: Wie ein Roboterstaubsauger bewegen sie sich über den Meeresboden und fressen alles, was ihren Weg kreuzt.

Doch die Population des Sonnenblumen-Seesterns schwindet. Seit 2013 grassiert unter ihnen und unter mehr als 20 weiteren Seesternarten von Mexiko bis Alaska die sogenannte "sea star wasting disease". Diese vermutlich von einem Virus hervorgerufene Krankheit führt bei den Tieren zu Wunden auf der Haut, die Arme zersetzen sich und fallen ab, nach wenigen Tagen sind die Seesterne tot. Während sich einzelne Arten inzwischen erholten, verschwindet der Sonnenblumen-Seestern selbst aus den tieferen Gewässern. Vermutlich gäben Arten, die den Erreger besser tolerierten, die Krankheit an die Sonnenblumen-Seesterne weiter.

Die Forscher schließen aus ihren Analysen, dass die globale Erwärmung eine große Rolle bei der Ausbreitung der Epidemie spielt. "Es ist eine tödliche Krankheit, und wenn eine erhöhte Wassertemperatur hinzukommt, tötet sie schneller und verursacht größeren Schaden", sagt Harvell. Die Reef Environmental Education Foundation hat seit 2014 an mehreren Standorten im Nordostpazifik eine Erhöhung der Wassertemperatur um bis zu vier Grad Celsius gemessen.

Das Massensterben hat weitreichende Auswirkungen auf das ozeanische Ökosystem: Mit dem Verschwinden der Sonnenblumen-Seesterne kam es zu einer Explosion des Seeigel-Bestands, einem wesentlichen Beutetier der Seesterne. Die Seeigel wiederum ernähren sich von Seetang, der für Fische und ein gesundes Ökosystem wichtig ist - und damit auch für den Menschen. "Ohne die Sonnenblumen-Seesterne vergrößern sich Seeigel-Populationen, was die Seetangwälder und die Artenvielfalt bedroht. Diese stufenweisen Veränderungen haben große Auswirkungen", sagt Mitautor Joseph Gaydos von der University of California, Davis.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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