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Resilienzforscherin: Gew├Âhnen uns an hohe Corona-Zahlen

Von dpa
Aktualisiert am 28.01.2022Lesedauer: 2 Min.
Ein Fokus auf das "Hier und Jetzt" kann laut der Psychologin Donya Gilan in der Corona-Pandemie helfen.
Ein Fokus auf das "Hier und Jetzt" kann laut der Psychologin Donya Gilan in der Corona-Pandemie helfen. (Quelle: Philipp Schulze/dpa./dpa)
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Berlin (dpa) - Aus Sicht der Psychologin Donya Gilan gew├Âhnen sich viele Menschen an immer weiter in die H├Âhe schie├čende Inzidenzen und Neuinfektionen.

"Es stellt sich so was wie eine Gew├Âhnung, Habituation, ein, so dass das dazu f├╝hren kann, dass bestimmte Ma├čnahmen vielleicht nicht mehr so streng befolgt werden", sagte Gilan vom Leibniz-Institut f├╝r Resilienzforschung in Mainz der Deutschen Presse-Agentur. "Auf der anderen Seite hat es aber nat├╝rlich auch einen deeskalierenden Effekt, was Angst und Sorge betrifft." Entsprechend sei es wichtig, die Balance zu halten.

Im Zuge der Omikron-Welle stieg die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz am Donnerstag zum ersten Mal in der Pandemie ├╝ber die Schwelle von 1000. Ein Rekord wurde auch bei der Zahl der gemeldeten Neuinfektionen innerhalb eines Tages erreicht: es waren erstmals mehr als 200.000.

Betroffenheit entscheidend

Laut Gilan setzt nach der langen Zeit in der Pandemie trotz des hohen Risikos ein Gew├Âhnungseffekt ein, wie er etwa auch bei Opfern anderer kritischer Lebensereignisse oder Katastrophen zu beobachten sei. Ob man angesichts der immer h├Âheren Corona-Zahlen besonders sorgenvoll reagiere oder abstumpfe, h├Ąnge aber auch beispielsweise vom Grad der pers├Ânlichen Betroffenheit und ├ängstlichkeit ab, so die Expertin.

Als Strategie, um nach zwei Jahren Corona noch gut durch die Pandemie zu kommen, empfahl Gilan, "einfach im Hier und Jetzt" zu leben und sich m├Âglichst nicht so stark auf den empfundenen Stillstand zu konzentrieren. Zudem sei Zuversicht nun eine besonders wichtige Ressource: "Man muss sich bewusst machen, dass die Krise oder die Pandemie jetzt nat├╝rlich noch eine Weile andauern wird, aber dass nat├╝rlich die Situation sich im Vergleich zu letztem Jahr schon stark ver├Ąndert hat, so dass man quasi auch so was wie eine Hoffnung, was das n├Ąchste Jahr betrifft, f├╝r sich entwickelt."

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