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Raumfahrt: Deutsche Mond-Mission soll Konjunktur ankurbeln

Raumfahrt  

"Exzellentes Programm zur Kartierung des Mondes"

29.12.2008, 10:51 Uhr | dpa, dapd

Auf den Mond - der Konjunktur zuliebe? (Foto: imago)Auf den Mond - der Konjunktur zuliebe? (Foto: imago)

Zusätzliche Mittel für eine deutsche Mondmission hat der Koordinator der Bundesregierung für Luft und Raumfahrt, Peter Hintze, gefordert. "Mit 350 Millionen Euro insgesamt, verteilt auf fünf Jahre, könnten wir ein exzellentes Programm zur Kartierung des Mondes mit allerhöchster Präzision durchführen", sagte der CDU-Politiker dem "Tagesspiegel".

Mit einer deutschen Mondmission sei es möglich, die industrielle Stärke Deutschlands auf diesem Sektor zu demonstrieren, sagte Hinze. Zudem gehe so ein Signal an die junge Generation, dass technische Berufe und die Ingenieurwissenschaften gute Zukunftschancen in Deutschland hätten. Für ein "Konjunkturprogramm Mond" hatte zuvor auch der Chef des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), Johann-Dietrich Wörner, geworben.

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Deutsche Führungsrolle ausbauen

Hintze, zugleich Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, sagte weiter, ein deutsches Mondprogramm wäre ein wichtiger Beitrag für die transatlantische Partnerschaft mit den USA. Zudem würde ein Ausbau der deutschen Führungsrolle auch den kleineren Staaten in der europäischen Weltraumorganisation ESA Mut machen, sich mit ihren Technologien einzubringen. Die Bundesrepublik ist bereits heute der größte Beitragszahler der ESA: Der Ende November beschlossene Etat bis 2011 sieht vor, dass Deutschland mit 2,7 Milliarden Euro gut ein Viertel der Finanzierung trägt.

"Ein Jahr der Raumfahrt"

Es gab bereits Pläne, dass Deutschland im Jahr 2012 eine Sonde zum Mond schickt. Das Projekt wurde im Sommer wegen der Finanzkrise auf Eis gelegt. Hintze forderte, die Raumfahrt zum Schwerpunktthema der Politik zu machen. "Das Jahr der Mathematik geht zu Ende. Es war ein voller Erfolg. Deutschland täte jetzt auch ein Jahr der Raumfahrt gut", sagte er der Zeitung.

Hochqualifizierte Arbeitsplätze sichern

Der Chef des DLR, Johann-Dietrich Wörner, machte sich angesichts des Wirtschaftsabschwungs ebenfalls für ein "Konjunkturprogramm Mond" stark. Eine eigenständige deutsche Mission zum Erdtrabanten würde 350 Millionen Euro kosten und hochqualifizierte Arbeitsplätze in Deutschland sichern, sagte Wörner. Im Bundeshaushalt ist dafür derzeit kein Geld vorgesehen. Er hoffe, im kommenden Jahr politisch etwas in Berlin bewegen zu können.

"Alle Techniken stehen bereit"

Technisch könnte die unbemannte Forschungssonde bereits in drei Jahren in eine Mond-Umlaufbahn geschossen werden. "Alle Techniken stehen bereit", sagte der DLR-Chef. Solche Investitionen in die Forschung seien das beste Konjunkturprogramm. Damit sichere man kurzfristig Arbeitsplätze und langfristig den Wohlstand.

Wettlauf zum Mond

Den Plänen zufolge soll der Lunare Explorations-Orbiter (LEO) mit einer europäischen Ariane- oder der russischen Sojus-Rakete in den Weltraum geschossen werden und mit Hilfe einer Oberstufe zum Erdtrabanten fliegen. Dort schwenkt er auf eine Umlaufbahn ein, von wo aus hochauflösende Kameras die Oberfläche des Mondes mit bislang unbekannter Genauigkeit fotografieren und kartografieren könnten. Vier Jahrzehnte nach den ersten Schritten eines Menschen auf dem Mond ist derzeit ein regelrechter Wettlauf zu dem Trabanten in Gang gekommen. Japan, China und Indien haben Sonden zum Mond geschickt. Die USA wollen bis 2020 sogar wieder Astronauten dorthin bringen. Das DLR macht sich für eine eigenständige deutsche Mission stark, um technische Leistungsfähigkeit zu demonstrieren.

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