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Nasa: Mini-Hubschrauber "Ingenuity" gelingt erster Flug auf dem Mars

Premiere in der Raumfahrt  

Mini-Hubschrauber gelingt erster Flug auf dem Mars

19.04.2021, 16:36 Uhr | AFP

Mars-Hubschrauber "Ingenuity" absolviert Jungfernflug

Die Premiere ist Teil der aktuellen NASA-Mission mit dem Mars-Rover Perseverance.

Raumfahrt: Dem Mini-Hubschrauber der Nasa ist ein erster Flug auf dem Mars gelungen. (Quelle: Reuters)


Auf dem Mars ist ein Mini-Hubschrauber der Nasa erstmals abgehoben und erfolgreich wieder gelandet. In der Marsforschung könnte diese Premiere eine ganz neue Ära eröffnen.

Der Mini-Hubschrauber "Ingenuity" hat erfolgreich einen historischen Flug auf dem Mars absolviert. Das teilte die US-Raumfahrtbehörde Nasa am Montag mit. Es ist das erste Mal, dass ein solches Manöver auf einem anderen Planeten gelungen ist.

Geplant war das Manöver bereits für 9.30 Uhr MESZ – da die Übertragung der Daten aber einige Zeit dauert, war zunächst nicht klar, ob es glückte. Der Flug ist eine besondere Herausforderung, weil die Marsatmosphäre nur ein Prozent der Dichte der Erdatmosphäre hat.

Mini-Helikopter ähnelt Drohne

"Ingenuity" ähnelt eigentlich eher einer Drohne. Die Ingenieure der US-Weltraumbehörde Nasa mussten den Mini-Helikopter so leicht wie möglich bauen, damit er in der extrem dünnen Marsatmosphäre abheben kann. Er wiegt gerade einmal 1,8 Kilogramm und besteht aus vier Füßen, einem Flugkörper und zwei Propellern. Die Propeller drehen sich 2.400 Mal pro Minute und damit etwa fünfmal schneller als bei einem normalen Hubschrauber.

Der Mini-Hubschrauber "Ingenuty": Optisch ähnelt er eher einer Drohne. (Quelle: dpa/NASA/JPL-Caltech)Der Mini-Hubschrauber "Ingenuty": Optisch ähnelt er eher einer Drohne. (Quelle: NASA/JPL-Caltech/dpa)

"Ingenuity" ist mit vier Solarpaneelen ausgestattet, um seine Batterien wieder aufladen zu können. Ein großer Teil der Energie wird benötigt, um das Fluggerät nach Nachttemperaturen von minus 90 Grad wieder aufzuwärmen. Während seiner Flüge kann "Ingenuity" Fotos und Videos vom Mars machen. Auf der Reise zum roten Planeten wurde der Hubschrauber im Bauch des Mars-Rovers "Perseverance" transportiert und nach dessen Landung "ausgesetzt".

Bis zu 90 Sekunden in der Luft

"Ingenuity" soll bis zu fünf Flüge über der Marsoberfläche absolvieren. Das Fluggerät kann bis zu fünf Meter aufsteigen und bis zu 300 Meter weit fliegen. Beim ersten Test sollte aber eine deutlich kürzere Strecke zurückgelegt werden.

Jeder Flug kann bis zu anderthalb Minuten dauern. Die Nasa betonte, dies sei nicht wenig "verglichen mit den zwölf Sekunden", die der erste motorisierte Flug auf der Erde gedauert habe.

"Ingenuity" wird nicht ferngesteuert, sondern fliegt selbstständig. Die Nasa erteilt nur grundsätzliche Befehle, danach orientiert sich "Ingenuity" mit einer Reihe von Sensoren.

Neue Ära in der Marsforschung

Die Nasa spricht bei "Ingenuity" von einer Demonstrationsmission. Sie hat kein wissenschaftliches Ziel außer zu zeigen, dass Fliegen auf dem Mars möglich ist. Außerdem will die Nasa mit dem Projekt Daten eines Fluggeräts auf einem anderen Planeten sammeln.

In der Zukunft könnten solche Fluggeräte "eine ganz neue Ära der Mars-Erforschung eröffnen", sagt der Chefingenieur des Projekts, Bob Balaram. Sie könnten etwa Gebiete erreichen, in die Rover nicht gelangen können. Vorstellbar sei auch, dass solche Mini-Helikopter künftig an eine Station auf dem Mars "Bericht erstatten", also ihre Messdaten, Bilder und Gesteinsproben dort abliefern könnten.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur AFP

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