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Kofferchaos am BER: Passagiere campieren vor Gepäckaufbewahrung


BER-Passagiere: "Das ist Wahnsinn"

Von Antje Hildebrandt

29.08.2022Lesedauer: 3 Min.
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In der Gepäckaufbewahrung des BER stapeln sich liegen gebliebene Koffer (Symbolbild). Ihre Zahl soll in die Tausende gehen. (Quelle: IMAGO/Achille Abboud)
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Weil sich am BER Koffer stapeln, wurde die Gepäckaufbewahrung geschlossen. Trotzdem reisen Besitzer an. Die Wut ist groß.

Noch immer stapeln sich in der Gepäckaufbewahrung am Flughafen BER die Koffer. Aber Passagiere, die teilweise von weither anreisen, um nach ihrem Gepäck zu fahnden, stehen dort seit einigen Tagen vor verschlossener Tür. Die "Lost & Found"-Stelle ist vorerst bis zum 31. August geschlossen.

"Aus Effektivitätsgründen", sagt BER-Sprecher Hannes Hönemann zu t-online. Betroffen seien vor allem Kunden der Lufthansa und Passagiere, die auf dem Weg in den Urlaub umsteigen mussten. Das Problem liege nicht beim BER, es falle jetzt aber auf ihn zurück.

Dabei seien die drei Bodendienstleister Swissport, Wisag und Aeroground für den Versand der verloren gegangenen Gepäckstücke verantwortlich. Der BER stelle ihnen nur die Räume zur Verfügung. Die Mitarbeiter arbeiteten aber mit Hochdruck daran, den Stau abzuarbeiten. Damit sie sich vollständig auf ihre Arbeit konzentrieren könnten, sei die Stelle geschlossen worden.

Die Zahl der Koffer soll in die Tausende gehen

Das Kofferchaos hinter einer unscheinbaren Tür auf der Ankunftsebene nahm schon zu Beginn der Sommerferien seinen Lauf. Mitte Juli hatte eine BER-Sprecherin auf Anfrage der dpa gesagt, täglich würden 300 Koffer nachgesendet – deutlich mehr als sonst. Die meisten stammten aus Drehkreuzen wie München oder Frankfurt.

Seither ist die Menge so groß geworden, dass der BER den Bodendienstleistern mehr Flächen zur Verfügung stellen musste. Die Zahl der Koffer soll in die Tausende gehen. BER-Sprecher Hannes Hönemann begründet den Gepäckstau mit "Personalmangel".

Kunden suchen ihre Koffer auf eigene Faust

Der Stau treibt bizarre Blüten. Wie die "B.Z." berichtete, suchten verzweifelte Fluggäste jetzt auf eigene Faust nach ihrem Gepäck, das nicht mit ihnen zusammen zurück nach Berlin gekommen ist. Viele hatten schon wochenlang gewartet, bevor sie sich selbst auf den Weg machten.

Laut "B.Z." spielten sich in der Stelle dramatische Szenen ab. Anfangs seien Kunden noch zusammen mit Mitarbeitern die engen Gänge zwischen den Koffern abgeschritten, vorbei an Kinderwagen und Surfbrettern. Nicht jeder sei dort fündig geworden, schreibt die "B.Z".

Emily M., eine Epidemiologin aus Berlin, erzählte, schon seit sechs Wochen telefoniere sie täglich auf der Suche nach ihrem Koffer und schreibe E-Mails. Khaled E. aus dem Berliner Bezirk Wedding wird mit den Worten zitiert, er sei stinksauer. "Ich habe jetzt eine Verlustanzeige gemacht."

Telefone sind ständig besetzt

Inzwischen hat der BER die "Lost & Found"-Stelle fürs Publikum gesperrt. Auf Anfrage von t-online sagte Flughafensprecher Hannes Hönemann, er könne den Frust der Kunden verstehen. Die Airlines hätten die Kunden aber darüber informiert, dass sie nicht mehr nach Berlin kommen sollen.

Wie lange die Kollegen noch brauchen, um den Stau abzuarbeiten, kann er nicht sagen. Anfragen von t-online bei den drei Bodendienstleistern bleiben unbeantwortet – die Telefone sind ständig besetzt. Nur bei Aeroground erreicht man eine Mitarbeiterin. Wann die Gepäckstelle wieder geöffnet wird, diese Frage kann sie auch nicht beantworten. "Ich habe da selbst schon mehrere Male angerufen, aber niemanden erwischt."

Seit an der Tür ein "Geschlossen"-Schild hängt, ist die Wut noch gewachsen, wie Beschwerden zeigen, die t-online erreicht haben. "Es ist Wahnsinn", schreibt eine Frau. Ihr Koffer verschwand vor sechs Wochen, als sie aus Madeira zurück nach Berlin reiste und Zwischenstopp in Lissabon machte. "Einige Passagiere sind 500 Kilometer gefahren, weil sie noch angerufen wurden, dass sie die Koffer abholen können. Jetzt darf keiner mehr rein. Ich bin richtig durch."

Kunden informieren sich gegenseitig

Noch härter trifft es Menschen, die von weither angereist sind. Zeugen berichten, vor der Halle würden regelmäßig Kofferbesitzer campieren. Eine andere Frau schreibt, manchmal lasse das Personal doch noch Passagiere in die "Lost & Found"-Stelle herein, obwohl die inzwischen offiziell geschlossen wurde. Jedenfalls bekam sie neulich eine E-Mail – ihr Koffer sei da. Auch ein Foto von ihm hing dran. Geschickt hatte es ihr eine ihr fremde Person, die auf wundersame Weise ein Schlupfloch in die Halle gefunden hatte. An ihrem Koffer hing ein Adressanhänger mit ihrer E-Mail-Adresse, nur deshalb hatte sie die Nachricht erreicht.

Eine gute Nachricht, eigentlich. Doch freuen kann sich die Frau darüber nicht. Sie schreibt: "Nun helfen sich die Passagiere schon gegenseitig – aber jetzt, zack, lassen sie keinen mehr rein."

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Verwendete Quellen
  • Eigene Recherchen
  • bz-berlin.de: "Ferien vorbei, das Koffer-Chaos am BER aber nicht"
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