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Nicht nur Führungsrolle: Boateng steht für neuen Hertha-Weg

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Nicht nur Führungsrolle: Boateng steht für neuen Hertha-Weg

25.06.2021, 06:05 Uhr | dpa

Nicht nur Führungsrolle: Boateng steht für neuen Hertha-Weg. Kevin-Prince Boateng

Kevin-Prince Boateng ist vor dem Spiel im Stadion. Foto: Ion Alcoba Beitia/gtres/dpa (Quelle: dpa)

Berlin (dpa) – Ein riesiger Cadillac Escalade fährt vor, in Schwarz gekleidete Männer entsteigen dem mächtigen SUV, während Geigen einen Rap-Song als musikalische Untermalung einleiten. Was gut in eine Szene der preisgekrönten Serie "4 Blocks" gepasst hätte, entpuppt sich als ein weiteres Video mit Hertha-Neuzugang Kevin-Prince Boateng. Der Clip unterstreicht deutlich die Ambitionen des Berliner Vereins, nicht nur auf dem Fußballplatz ein neues Image zu kreieren. "Die Leute müssen denken: Hey, die haben aber coole Typen bei Hertha, die stehen für etwas", hatte der neue Geschäftsführer Sport, Fredi Bobic, dem Magazin "11 Freunde" gesagt.

Mit der Verpflichtung des 34-Jährigen am Mittwoch hat Hertha gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Zum einen bekommt Hertha-Trainer Pal Dardai einen erfahrenen Spieler, der seine junge Truppe nicht nur auf dem Platz, sondern auch in der Kabine führen kann, was Boateng selbst schon für sich in Anspruch genommen hat.

Zudem kehrt mit dem ehemaligen Nationalspieler Ghanas auch einer dieser "coolen Typen" nach Berlin zurück, der gleich einen gewissen Glamour-Faktor mit sich bringt. In dem Video präsentiert sich der in Wedding aufgewachsene Boateng ebenso in einem Fußball-Käfig seines Heimatkiezes wie am Dönerstand um die Ecke oder als Fahrgast der BVG. "Ich habe diese Stadt in meinem Blut. Wir werden daran arbeiten, dass diese Stadt komplett hinter dem Verein steht und nur hinter dem Verein", versprach Boateng in dem von Hertha-TV veröffentlichten Clip.

Kurz nach seiner ablösefreien Verpflichtung bekundete Boateng zudem mit einer Hertha-Flagge als Tattoo auf seinem Solarplexus seine Verbundenheit zu Stadt und Verein - auch wenn es eine sehr schmerzhafte Sache gewesen sei, wie der Profi berichtete. An Berlin als Metropole reiche keine andere Stadt heran, meinte Boateng, der unter anderem in London, Mailand, Barcelona und Istanbul spielte. "Ich habe viele Städte gesehen, aber es ist keine Stadt so multikulti. Es ist eine Stadt, die alles akzeptiert, woher du kommst, was du anziehst, wo du hingehst, an was du denkst, an was du glaubst. Und das ist so besonders in dieser Stadt, und das wird immer so sein."

Mit seinen öffentlichen Statements hebt der Offensivspieler auch den Verein stärker in den öffentlichen Fokus, was dem neuen Hertha-Boss Carsten Schmidt gefällt, der seit seinem Dienstantritt am 1. Dezember letzten Jahres gerade diesen Tiefschlaf der "Alten Dame" beenden möchte. Hertha werde als ambitionierter Club wahrgenommen, "der immer ein bisschen im Mittelfeld der Tabelle verharrt", schilderte Schmidt seine Eindrücke. "Wir werden bis zum Ende der Saison die Strategie für die nächsten fünf Jahre erarbeiten. Einen gemeinsamen Plan für eine sportlich und wirtschaftlich erfolgreiche Zukunft. Wir wollen uns ins erste Drittel der Tabelle hocharbeiten", sagte Schmidt.

Mit Boateng soll der Weg nach oben besser angegangen werden, auch sportlich. Gerade diese kantigen Typen – Boateng war 2007 nach elf Jahren Vereinszugehörigkeit nicht gerade im Frieden Richtung Tottenham transferiert worden – tun der Mannschaft gut, die in der vergangenen Saison lange Zeit benötigte, auf dem Platz zu kommunizieren. Erst mit der Verpflichtung von Sami Khedira in der Rückrunde verbesserte sich das Spielverständnis untereinander.

Nachdem der fürsorgende Weltmeister von 2014 seine Karriere beendet hat, soll nun der ehemalige "Bad Boy" den in den letzten Jahren eher wild zusammengestellten Haufen weiter einen. "Ich weiß, wie man eine Mannschaft führen kann, wie man eine Kabine handhabt. Die Verrückten und weniger Verrückten – mit allen habe ich in meiner Karriere Zeit verbracht", sagte Boateng nach seiner Verpflichtung, die Hertha einen neuen coolen Typen bescherte.

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