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So leicht lÀsst sich 2G wirklich austricksen

Von Jannik LĂ€kamp

Aktualisiert am 16.11.2021Lesedauer: 3 Min.
Passanten laufen durch die Berliner Innenstadt (Symbolbild): Vieles ist in der Hauptstadt nur noch fĂŒr Geimpfte und Genesene möglich.
Passanten laufen durch die Berliner Innenstadt (Symbolbild): Vieles ist in der Hauptstadt nur noch fĂŒr Geimpfte und Genesene möglich. (Quelle: snapshot/imago-images-bilder)
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In der Hauptstadt gilt schon die 2G-Regel: Nur noch Geimpfte und Genese dĂŒrfen etwa in Restaurants oder CafĂ©s. Doch die strengeren Maßnahmen haben ein entscheidendes Manko.

2G vermeiden kann so leicht sein. Seit diesem Montag gelten in Berlin im Kampf gegen die steigenden Corona-Zahlen verschÀrfte Regeln: Wer in Berlin ins Restaurant gehen oder in einer Bar ein Bier trinken möchte, muss ab sofort geimpft oder genesen sein. Der Impf- oder Genesenennachweis am Eingang ist also Pflicht. Eigentlich.

Doch ein spontaner Test unseres t-online-Reporters zeigt: In der Hauptstadt werden die Regeln teils lax ausgelegt. Ein Café am Alexanderplatz sieht vermeintlich vorbildlich aus: Desinfektionsmittel steht bereit, der Tresen ist mit Plastik verhÀngt. Wird hier also 2G umgesetzt?

TatsĂ€chlich nicht. "Hast du einen Impfnachweis oder einen aktuellen Test?", fragt der Mitarbeiter. Unser Reporter zeigt ihm stattdessen das bloße Bild des Impfnachweises eines Kollegen – und schon darf er rein.

Tasse Kaffee nach 2G-Verstoß: Dieses GetrĂ€nk bekam unser geimpfter Reporter, nachdem er ein falsches Impfzertifikat vorgezeigt hatte.
Tasse Kaffee nach 2G-Verstoß: Dieses GetrĂ€nk bekam unser geimpfter Reporter, nachdem er ein falsches Impfzertifikat vorgezeigt hatte. (Quelle: Jannik LĂ€kamp)

Ein Regelverstoß, wie er in Berlin am Montag öfter vorgekommen sein dĂŒrfte. Denn bei einem Spaziergang durch die Hauptstadt wird deutlich: Die scharfen 2G-Regeln sind in Berlin noch nicht so richtig angekommen.

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Dabei will der Berliner Senat mit der neuen 2G-Regelung die sich zuspitzende Corona-Lage wieder in den Griff bekommen. Zuvor hatte in Berlin bereits ein sogenanntes Optionsmodell gegolten. Am Montag stieg die Inzidenz hier auf 306,2 an. Die Kliniken warnen vor Überlastung.

Doch wie reagieren die Berliner auf diese neue Regel? t-online war in Friedrichshain und in Mitte unterwegs und hat sich bei BĂŒrgern und Betreibern umgehört. Am Boxhagener Platz in Friedrichshain ist an diesem grauen und nebligen Montagmorgen noch nicht viel los. In der BĂ€ckerei "GĂ€rtner" hat Frau GĂŒler durch die neue Corona-Regel noch nicht weniger GĂ€ste registriert.

Die Café-Backerei "GÀrtner": Hier kommen trotz 2G-Regelung genauso viele GÀste wie vorher.
Die Café-Backerei "GÀrtner": Hier kommen trotz 2G-Regelung genauso viele GÀste wie vorher. (Quelle: LÀkamp/T-Online-bilder)

"Wir kontrollieren jetzt immer, ob alle Leute, die sich hinsetzen wollen, einen Impfnachweis haben oder ob sie genesen sind", erzĂ€hlt sie dem t-online-Reporter. "Da gab es noch keine Probleme, die meisten haben das ja eh auf dem Handy. Das verstehen auch alle, dass sie das vorzeigen mĂŒssen", meint die 21-JĂ€hrige.

Nur noch geimpft oder genesen ins Restaurant: Manche Berliner reagieren sauer

Ähnlich ist es ganz in der NĂ€he, im Restaurant und Imbiss "Ali Baba". "Die meisten Kunden akzeptieren unsere Kontrolle", erzĂ€hlt Frau Fredel. Sie ist GeschĂ€ftsfĂŒhrerin und kontrolliert streng. Direkt vor dem Eingang sind Tische aufgebaut, wo das Personal die Nachweise kontrolliert.

Frau Fredel steht vor dem Restaurant und Imbiss "Ali Baba" in Berlin-Friedrichshain: Die GeschĂ€ftsfĂŒhrerin hat auch schon negative Reaktionen von GĂ€sten erhalten, weil sie die 2G-Regel streng durchsetzt.
Frau Fredel steht vor dem Restaurant und Imbiss "Ali Baba" in Berlin-Friedrichshain: Die GeschĂ€ftsfĂŒhrerin hat auch schon negative Reaktionen von GĂ€sten erhalten, weil sie die 2G-Regel streng durchsetzt. (Quelle: LĂ€kamp/T-Online-bilder)

Das fĂŒhrt zum Teil auch zu negativen Reaktionen, erzĂ€hlt sie. "Es kommt auch immer mal wieder vor, dass GĂ€ste pöbeln. Die sagen dann so Sachen wie 'Das ist kein freies Land' oder 'Scheiß Gesetze'." Doch damit mĂŒsse sie leben. Denn: "Wir machen die Regeln ja nicht, wir halten uns nur dran."

Zwei, die sich gerne an diese neuen Regeln halten, sind die italienischen Touristen Daniel Reichel und Marilou Calvanese, die gerade in ein Restaurant gehen wollen. Das Smartphone mit dem digitalen Impfausweis halten sie bereits zum Vorzeigen in der Hand. "In Italien gibt es schon lange 2G. Gut, dass das hier jetzt auch ist. Ich fĂŒhle mich sicherer", sagen sie. Doch sie haben in Berlin auch schon andere Erfahrungen gemacht. "Vor zwei Tagen waren wir in einem großen Restaurant, da wurde nicht kontrolliert. Das fĂŒhlt sich nicht gut an", meinen die beiden Berlin-Besucher.

Die italienischen Touristen Daniel Reichel und Marilou Calvanese: Sie kennen die 2G-Regel bereits aus Italien und fĂŒhlen sich durch sie sicherer.
Die italienischen Touristen Daniel Reichel und Marilou Calvanese: Sie kennen die 2G-Regel bereits aus Italien und fĂŒhlen sich durch sie sicherer. (Quelle: LĂ€kamp/T-Online-bilder)

2G-Regel in Berlin: "Ich finde die neue Regelung anstrengend"

Das Lokal "Tagesbar" in der Warschauer Straße 69 ist bereits vormittags recht gut besucht, man kennt sich, StammgĂ€ste sitzen um die Theke. Hier wird streng kontrolliert. Die Wirtin fragt die GĂ€ste beim Reingehen nach ihrem Impfstatus. Wer nicht geimpft oder genesen ist, kann die "Tagesbar" also nicht betreten. Kerstin ist 61, sie ist als Kneipenwirtin dort angestellt.

Ein Schild weist auf die 2G-Regel in einem Berliner Restaurant hin (Archivbild): Die Regel gilt auch fĂŒr Friseure, Kosmetiksalons und Museen.
Ein Schild weist auf die 2G-Regel in einem Berliner Restaurant hin (Archivbild): Die Regel gilt auch fĂŒr Friseure, Kosmetiksalons und Museen. (Quelle: Seeliger/imago-images-bilder)

"Ich finde die neue Regelung anstrengend. Aber die meisten, die herkommen sind eh geimpft. Meine StammgĂ€ste sind eh alle geimpft." Dennoch wĂŒrden sie den Impfausweis kontrollieren und darauf achten, dass sich alle GĂ€ste zusĂ€tzlich etwa bei der Luca-App einchecken.

Am Alexanderplatz ist Àhnlich wie in Friedrichshain an diesem grauen Tag ebenfalls wenig los. Ein Mitarbeiter eines Testzentrums erzÀhlt, dass das GeschÀft seit einigen Tagen wieder besser lÀuft, obwohl die Tests ja nun nicht mehr als Zutrittsberechtigung etwa in Restaurants gelten.

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Seine Vermutung dabei: Viele Arbeitgeber wĂŒrden ihre Mitarbeiter nun regelmĂ€ĂŸig zu Tests bitten, weswegen wieder mehr Kunden einen Abstrich machen lassen.

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