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Hier sind die Menschen in NRW besonders oft krank


In dieser Stadt in NRW sind die Menschen besonders krank


Aktualisiert am 29.11.2023Lesedauer: 3 Min.
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In Gelsenkirchen ist die Krankheitslast besonders hoch. (Quelle: Marcos Calvo/Getty Images)

Wie geht es den Menschen in NRW gesundheitlich? Im Durchschnitt ganz gut – in Gelsenkirchen jedoch sind Menschen häufiger krank als anderswo.

Wie ist es um die Gesundheit der Menschen in Nordrhein-Westfalen bestellt? Der Antwort auf diese Frage kann man sich zum Beispiel nähern, indem man einen Blick in den "Morbiditäts- und Sozialatlas" der Barmer-Krankenkasse wirft. Das "Barmer Institut für Gesundheitssystemforschung" wertet regelmäßig die Daten von Versicherten aus ganz Deutschland aus und vergleicht sie miteinander. Die Daten lassen sich auch stützen, wenn man in den Gesundheitsatlas des "Wissenschaftlichen Instituts der AOK" blickt, das auf Grundlage der Daten der Krankenkasse AOK Daten für deutsche Landkreise und Städte ausgewertet hat. Hier ergibt sich ein ähnliches Bild.

Die Menschen in Nordrhein-Westfalen sind dabei laut Daten der Barmer-Krankenkasse im Schnitt nicht auffällig und befinden sich genau auf Niveau des Bundesdurchschnitts, was die Krankheitslast angeht. Die Berechnung der Barmer-Krankenkasse bezieht sich bei der Krankheitslast auf die Kosten für Behandlungen von Krankheiten.

Große Unterschiede – und eine Stadt fällt besonders auf

Blickt man in NRW genauer hin, machen sich jedoch deutliche Unterschiede bemerkbar: Wenn man die Gesamtmorbidität betrachtet, also die Krankheitslast über alle Krankheiten hinweg, schwanken die Werte zwischen 0,88 im Kreis Siegen-Wittgenstein und 1,15 in Gelsenkirchen. Generell fällt auf, dass die Menschen im Ruhrgebiet und im westlichen Nordrhein-Westfalen rund um Aachen schlechter dran sind als im Rest von NRW.

Je nach Krankheitsbild gibt es starke regionale Unterschiede. So ist Gelsenkirchen bei krankhafter Adipositas (Fettleibigkeit) unter den traurigen Spitzenreitern in NRW, zusammen mit Hamm. In Hamm waren im Jahr 2021 rund 46 Menschen pro 1.000 Einwohnern erkrankt und in Gelsenkirchen 42,6 pro 100 Einwohnern. Damit liegen die Städte 73 beziehungsweise 61 Prozent über dem Bundesdurchschnitt von 26,41 Erkrankungen pro 1.000 Einwohnern.

Bei Depressionen hingegen liegt das Ruhrgebiet und Gelsenkirchen im Speziellen über dem Bundesdurchschnitt von 111,47 Erkrankungen pro 1.000 Einwohnern. Hier ist Gelsenkirchen mit 123,2 Erkrankungen pro 1.000 Einwohnern jedoch weniger auffällig als die Region Aachen (134,09) und Herne (132,41).

Besonders schwer ist Gelsenkirchen hingegen von Lungenerkrankungen getroffen. Hier liegt die Stadt mit 126,31 Erkrankungen pro 1.000 Einwohnern mehr als 50 Prozent über dem Bundesdurchschnitt von 82,56 Erkrankungen. Ein ähnlich drastisches Bild ergibt sich bei ernährungsbezogenen Erkrankungen wie Mangelernährungen oder Lebensmittelvergiftungen. Hier ist Gelsenkirchen ebenfalls weit vor allen anderen Städten und Kreisen in NRW mit 36 Prozent überdurchschnittlichen Werten.

Nicht in allen Kategorien schlechter als der Durchschnitt

Eine positive Seite hat die Statistik jedoch: Bei "Neubildungen", womit in der Statistik der Barmer bösartige und gutartige Tumore gemeint sind, ist Gelsenkirchen sogar drei Prozent unter dem Bundesdurchschnitt von 131 Erkrankungen pro 1000 Einwohnern.

Wie die Barmer auf ihrer Seite erklärt, handelt es sich bei dem Morbiditätsindex um einen Wert, der die gesundheitliche Beeinträchtigung relativ zu einem durchschnittlichen Versicherten angibt.

Um diesen Index zu berechnen, werden die erwarteten durchschnittlichen Ausgaben aufgrund von Erkrankungen pro Versichertem betrachtet. Der Gesamtmorbiditätsindex wird dann als relative Abweichung dieser Ausgaben von den erwarteten durchschnittlichen Ausgaben für alle Versicherten definiert. Menschen mit einem Gesamtmorbiditätsindex von 1,0 entsprechen dabei dem Durchschnitt, während Personen mit einem Index von 2,0 doppelt so morbid wie der Durchschnitt sind.

So funktioniert der Gesundheitsatlas

Die Datengrundlage bilden alle Personen, die im entsprechenden Auswertungsjahr durchgängig bei der Barmer versichert waren. Da diese jedoch in ihrer Alters-, Geschlechts- und Morbiditätsstruktur von der Gesamtbevölkerung abweichen, wurde ein Hochrechnungsverfahren gewählt, das eine Anpassung an die Gesamtbevölkerung ermöglicht.

Was der Gesundheitsatlas der Barmer nicht kann, ist Gründe benennen. Laut der Krankenkasse wolle man den Städten und Kreisen Daten an die Hand geben und ihnen Hinweise für eine Verbesserung der gesundheitlichen Versorgung geben. Die richtigen Schlussfolgerungen zu ziehen, unterliegt also den jeweiligen Kommunen.

Die Daten beziehen sich auf das Jahr 2021, im Gesundheitsatlas der Barmer kann man auch die Werte für die Jahre 2018 bis 2020 nachschlagen. Jüngere Daten für das Jahr 2022 sind nicht verfügbar.

Verwendete Quellen
  • https://www.bifg.de/atlas/
  • https://www.gesundheitsatlas-deutschland.de/
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