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Arne Gabius – "Corona verändert Bewusstsein der Menschen"


"Corona hat das Bewusstsein der Menschen verändert"

  • Agata Strausa
Von Agata Strausa

Aktualisiert am 17.03.2020Lesedauer: 3 Min.
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Arne Gabius: Seit Jahren zählt er zu den besten deutschen Langstreckenläufern.
Arne Gabius: Seit Jahren zählt er zu den besten deutschen Langstreckenläufern. (Quelle: imago-images-bilder)
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Wegen der Coronavirus-Pandemie fallen fast alle Sportevents aus. Davon ist auch Marathon-Profi und Arzt Arne Gabius betroffen. Im Interview erklärt er, wie man in der Krise als Sportler stark bleibt.

Der Berliner Halbmarathon, der Hamburg-Marathon und der Wien-Marathon – wegen der Coronavirus-Pandemie wurden alle vorerst abgesagt. Das trifft vor allem diejenigen, die vom Sport leben. Einer davon ist Arne Gabius. Der 38-Jährige zählt zu den besten deutschen Läufern und hält den deutschen Marathon-Rekord (2:08:33 Stunden). Eigentlich wollte er in Wien die Qualifikationszeit für die Olympischen Spiele in Tokio schaffen. Doch daraus wurde nun nichts. Das Problem: Ohne in den nächsten Monaten bei einem Marathon zu starten, kann er sich nicht für die Spiele in Japan qualifizieren.

t-online.de: Herr Gabius, wie beeinflusst Sie das Coronavirus?

Arne Gabius: Nachdem ich erfahren habe, dass der Wien-Marathon abgesagt wird, habe ich erstmal für eine Woche das Training ein bisschen heruntergefahren, bin einen Tag nicht gelaufen. Ich musste wieder Mut fassen.

Arne Gabius (2. v. r.) hält den deutschen Marathon-Rekord.
Arne Gabius (2. v. r.) hält den deutschen Marathon-Rekord. (Quelle: Archivbild/Beautiful Sports/imago-images-bilder)

Wie gehen Sie damit um, dass einer Ihrer wichtigsten Wettkämpfe in diesem Jahr abgesagt wurde?

Ich habe das nicht in der Hand. Ich kann nichts machen, nur weiter trainieren und mich fit halten. Ich habe nun schon eine lange Laufkarriere hinter mir und dadurch auch viele Erfahrungen mit unerwarteten Umständen gemacht. Das Coronavirus entfaltet allerdings eine ganz andere Tragweite und ist mit schlechtem Wetter am Wettkampftag nicht zu vergleichen. Hier bleibt abzuwarten, wie sich die Situation weiterentwickelt und ob und man noch Chancengleichheit – insbesondere in Hinblick auf die Qualifikation für die Olympischen Spiele – herstellen kann.

Haben Sie Ihren Alltag wegen des Virus verändert?

Eigentlich nicht, denn als Sportler habe ich viele Tipps schon vorher befolgt. Oft wurde ich dafür belächelt, dass ich Desinfektionsmittel dabei hatte, wenn es auf der Toilette mal keine Seife gab. Ich habe schon immer versucht, mich besser zu schützen, keine Türklinken anzufassen und von offensichtlich kranken Menschen Abstand zu halten. Ich denke, dass Corona das Bewusstsein der Menschen verändert, dass sie sich jetzt etwa ebenfalls besser schützen, zu Hause bleiben, wenn sie sich krank fühlen und nicht unbedingt zur Arbeit gehen.

Arne Gabius ist deutscher Langstrecken- und Marathonläufer. Seit 2015 hält er den deutschen Rekord im Marathon. Der gebürtige Hamburger ist approbierter Arzt und startet für TherapieReha Bottwartal.

Wie sieht Ihr alternativer Plan für die sportlichen Ziele aus?

Ich habe Verständnis dafür, dass Events abgesagt werden. Es hilft, das Virus nicht weiter zu verbreiten und andere Menschen – besonders diejenigen der Risikogruppe – nicht zu gefährden. Für die vielen Hobbysportler, die so lange auf ein Event hintrainiert haben, tut es mir leid. Für die Olympischen Spiele – sollten diese stattfinden – könnte ich mir vorstellen, dass eine andere Qualifikationsregel geschaffen wird. Dass sie auch Athleten laufen lassen, die in den letzten zwei Jahren Marathonzeiten von 2:13 und 2:14 Stunden gelaufen sind. Ich selbst bin im Herbst in New York eine 2:12er-Zeit gelaufen. In diesem Februar bin ich sogar noch in Italien Halbmarathon gelaufen. Bei der Ankunft haben sie zwar bei den Leuten Fieber gemessen, aber dass es sich so entwickelt, hat keiner vermutet.

City-Marathons wie in Wien sind vielerorts Massenevents mit vielen Tausenden Teilnehmern.
City-Marathons wie in Wien sind vielerorts Massenevents mit vielen Tausenden Teilnehmern. (Quelle: Archivbild/Eibner Europa/imago-images-bilder)

Die Olympischen Spiele könnten um bis zu zwei Jahre verschoben werden. Sie sind jetzt 38 Jahre alt. Wird die Zeit zum Problem?

Ich werde in diesem Jahr 39 und haben natürlich die Hoffnung, dass die Spiele stattfinden. Alles andere muss man abwarten. Zwei Jahre sind eine lange Zeit, aber mir geht es gut und ich schließe nichts aus.

Dieser Tage werden immer mehr Sportler, bei denen das Virus festgestellt wird, unter Quarantäne gestellt. Was würden Sie den ganzen Tag machen, wenn Sie nicht draußen laufen könnten?

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Mein kleiner Sohn – zweieinhalb Jahre alt – hat derzeit wegen des Coronavirus keine Betreuung mehr. Da würde uns schon etwas einfallen. Wir haben eine große Terrasse, auf der er immer noch spielen könnte. Sportlich würde ich viel Krafttraining mit dem eigenen Körpergewicht machen und wahrscheinlich ziemlich schnell ein Laufband im Internet bestellen.

Was ist Ihr Tipp für die Freizeitläufer, die jetzt nicht starten können – wie können die sich bis Herbst in Form halten?

Sie sollten moderat weitertrainieren. Das hält das Immunsystem fit. Wenn ein neuer Termin feststeht, kann man die Form gezielt für diesen Wettkampf aufbauen und das Training intensivieren.

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  • Gregory Dauber
Von Gregory Dauber
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