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Hamburg: Steuerfahnder machen Jagd auf Airbnb-Vermieter

Einnahmen angegeben?  

Hamburger Steuerfahnder machen Jagd auf Airbnb-Vermieter

02.09.2020, 19:17 Uhr | dpa

Hamburg: Steuerfahnder machen Jagd auf Airbnb-Vermieter . Ein Schlüssel für eine Ferienwohnung: Wer die Einnahmen aus Wohnungsvermietungen nicht versteuert hat, könnte Besuch von der Steuerfahndung bekommen. (Quelle: imago images/Schöning/Symbolbild)

Ein Schlüssel für eine Ferienwohnung: Wer die Einnahmen aus Wohnungsvermietungen nicht versteuert hat, könnte Besuch von der Steuerfahndung bekommen. (Quelle: Schöning/Symbolbild/imago images)

Personen, die ihre Wohnung an Feriengäste weitervermieten, könnten bald in den Fokus der Steuerfahndung geraten. Diese hat umfangreiche Daten einer Vermittlungsplattform erhalten.

Wer Wohnraum über die Vermittlungsplattform Airbnb vermietet und die Einnahmen nicht versteuert hat, könnte demnächst Besuch von der Steuerfahndung erhalten. Eine Sondereinheit der Hamburger Steuerfahndung habe gemeinsam mit anderen Bundes- und Landesbehörden in einem mehrjährigen internationalen juristischen Verfahren erreicht, dass Airbnb die Daten von Vermietern zu steuerlichen Kontrollzwecken herausrücken muss, teilte die Hamburger Finanzbehörde am Mittwoch mit.

Die Daten würden nun von den Hamburger Steuerfahndern ausgewertet und auch an andere Bundesländer weitergereicht. Die Behörden benennen "Airbnb" nicht offiziell, sondern sprechen von einem "weltweit agierenden Vermittlungsportal für Buchung und Vermittlung von Unterkünften".

Finanzsenator lobt "großen Erfolg"

"Dies ist ein großer Erfolg der Steuerfahndung Hamburg", sagte Hamburgs Finanzsenator Andreas Dressel. Bundesweit handele es sich um das erste erfolgreiche internationale Gruppenersuchen im Zusammenhang mit Vermietungsumsätzen über Internetplattformen.

Andreas Dressel, Finanzsenator von Hamburg: Der SPD-Politiker lobt die Arbeit der Steuerfahndung. (Quelle: dpa/Daniel Reinhardt/Archivbild)Andreas Dressel, Finanzsenator von Hamburg: Der SPD-Politiker lobt die Arbeit der Steuerfahndung.

"Damit ist ein wichtiger Durchbruch zur Aufhellung dieses erheblichen Dunkelfeldes erreicht worden", sagte der SPD-Politiker. "Die Daten werden dazu beitragen, bisher den Finanzämtern verschwiegene Einnahmen aufzuspüren, um sie der Besteuerung zu unterwerfen."

Airbnb-Einnahmen müssen versteuert werden

Einnahmen aus Airbnb-Vermietungen sind zu versteuern, soweit sie 520 Euro jährlich übersteigen und das Gesamteinkommen über dem Grundfreibetrag (9.408 Euro für Singles) liegt. Bei einer Steuerhinterziehung sind eine Geld- oder Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren möglich, wobei besonders schwere Fälle auch mit bis zu zehn Jahren Haft geahndet werden können.

Unabhängig von der erteilten Strafe steht die Nachzahlung der hinterzogenen Steuern der vergangenen zehn Jahre an, samt eines Verzugszinses von sechs Prozent.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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