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Bundesanwaltschaft fordert fast fünf Jahre Haft für Witwe

Hamburg  

Bundesanwaltschaft fordert fast fünf Jahre Haft für Witwe

07.09.2020, 14:33 Uhr | dpa

Bundesanwaltschaft fordert fast fünf Jahre Haft für Witwe. Justitia-Statue

Die Statue der Justitia steht mit einer Waage und einem Schwert in der Hand. Foto: Arne Dedert/dpa (Quelle: dpa)

Im Prozess gegen die Witwe des IS-Kämpfers Denis Cuspert vor dem Hanseatischen Oberlandesgericht hat die Bundesanwaltschaft vier Jahre und zehn Monate Haft für die Angeklagte gefordert. Die Vorwürfe gegen die 36-jährige Deutsch-Tunesierin hätten sich bestätigt, führte der Vertreter der Karlsruher Behörde am Montag in seinem Plädoyer aus. Die Angeklagte habe vor Gericht erklärt, sie habe sich in Syrien nur mal den Islamischen Staat ansehen wollen und dann festgestellt, dass das nichts für sie sei. Doch diese Darstellung sei unglaubwürdig. Sie habe sich in einem Video, einem Foto und in einem Telefonat zu der Terrororganisation bekannt.

Die Bundesanwaltschaft wirft Omaima A. Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung vor. Sie soll Anfang 2015 mit drei kleinen Kindern ihrem Mann nach Syrien gefolgt sein und sich dort der Terrormiliz IS angeschlossen haben. Damit habe sie auch ihre Fürsorge- und Erziehungspflicht verletzt. Zeitweise habe sie Sturmgewehre besessen und so gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz verstoßen.

Die gebürtige Hamburgerin wird ferner des Menschenhandels und eines Verbrechens gegen die Menschlichkeit beschuldigt, weil sie eine 13-jährige Jesidin zeitweise als Sklavin in ihrem Haushalt gehalten haben soll. Nach dem Tod ihres ersten Mannes im Frühjahr 2015 habe sie dessen Freund Cuspert geheiratet, der später ebenfalls zu Tode kam. Cuspert hatte sich 2014 dem IS angeschlossen. In den USA stand er auf der Terrorliste. Der frühere Gangsterrapper ("Deso Dogg") wurde Medienberichten zufolge im Januar 2018 in Syrien bei einem Luftangriff getötet.

Nach ihrer Rückkehr aus dem IS-Gebiet im August 2016 lebte die Angeklagte unbehelligt von Strafverfolgung in Hamburg, kleidete sich westlich und ging einem Beruf nach. Erst nach Recherchen einer arabischen Journalistin wurde sie im September 2019 festgenommen und sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Der Prozess soll am 28. September mit dem Plädoyer des Verteidigers fortgesetzt werden.

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