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Hamburger Straßen werden nach verfolgten Jüdinnen benannt

Statt NS-Anhängern  

Hamburger Straßen werden nach verfolgten Jüdinnen benannt

18.08.2021, 14:35 Uhr | dpa

Hamburger Straßen werden nach verfolgten Jüdinnen benannt. Stolpersteine erinnern in Hamburg an die Opfer des Nationalsozialismus (Symbolbild): Nun benennt die Stadt auch Straßen nach verfolgten Jüdinnen. (Quelle: imago images/Andre Lenthe)

Stolpersteine erinnern in Hamburg an die Opfer des Nationalsozialismus (Symbolbild): Nun benennt die Stadt auch Straßen nach verfolgten Jüdinnen. (Quelle: Andre Lenthe/imago images)

Zwei Straßen in Hamburg erhalten einen neuen Namen. Die von NS-Unterstützern sollen weichen, dafür werden sie nach zwei Jüdinnen benannt.

Die Georg-Bonne-Straße in Hamburg-Nienstedten und der Bonnepark in Hamburg-Bahrenfeld werden umbenannt und erinnern künftig an zwei Frauen, die aufgrund ihrer jüdischen Herkunft in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt wurden.

Der Senat folgt damit einem Vorschlag aus dem Bezirk, der schon länger die Umbenennung fordert, teilte die Kulturbehörde am Mittwoch mit. Der Arzt Georg Bonne, der eine Praxis in Klein Flottbek hatte und am 1. Mai 1945 starb, war ein überzeugter Anhänger der NS-Ideologie.

Die Georg-Bonne-Straße heißt künftig Sophie-Rahel-Jansen-Straße. Sie erinnert an die Schriftstellerin Sophie Rahel Jansen (1862-1942), die 1913 mit ihrem Mann, dem Hamburger Rechtsanwalt Cäsar Max Jansen, nach Blankenese zog. 1908 war sie die erste Frau, die als öffentliche Armenpflegerin bestellt wurde. Anfang Juli 1942 erhielt sie den Deportationsbefehl für Theresienstadt, worauf sich die 80-jährige Jansen das Leben nahm.

Kommission macht Vorschläge

Der Bonnepark, nördlich der Autobahnauffahrt Bahrenfeld, heißt künftig Goldschmidtpark. Er erinnert an die Theaterwissenschaftlerin, Schauspielerin und Regisseurin Käthe Goldschmidt (1905-1990), die in Altona aufwuchs. Goldschmidt überlebte das Getto Theresienstadt und lebte später mit ihrer Familie in Blankenese. 1975 veröffentlichte sie ihre Erinnerungen an das Getto Theresienstadt.

Der Senat hatte Ende 2020 die Kommission zum Umgang mit NS-belasteten Straßennamen berufen, die Entscheidungskriterien für den Umgang mit diesen in Hamburg entwickeln und gegebenenfalls Empfehlungen zu möglichen Umbenennungen aussprechen soll.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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