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Vier von fünf Unternehmen beklagen fehlende Zulieferteile

Von dpa
09.11.2021Lesedauer: 2 Min.
Lieferengpässe
Ein Segelboot ist auf der Elbe vor einem Containerschiff der Reederei Hapag-Lloyd zu sehen. (Quelle: Marcus Brandt/dpa/Archivbild/dpa-bilder)
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Kaum ein Unternehmen im Norden kann sich von den wachsenden Problemen wegen ausbleibender Zulieferteile frei machen. Nach einer Umfrage des Arbeitgeberverbandes Nordmetall, die der dpa vorliegt, leiden vier von fünf Unternehmen unter den anhaltenden Störungen in den globalen Lieferketten, knapp die Hälfte von ihnen leiden sogar stark. "Während viele Unternehmen dadurch Durststrecken bis zu 13 Monaten befürchten, steigen für neun von zehn unserer Firmen auch die Einkaufspreise, im Durchschnitt um gut 50 Prozent", sagte Nordmetall-Präsident Folkmar Ukena. "Dem stehen Umsatzverluste durch Lieferprobleme von mindestens 13 Prozent gegenüber."

Ukena, der als geschäftsführender Gesellschafter den familiengeführten Ofenbauers Leda im friesischen Leer leitet, fordert von der Politik, zumindest auf deutscher Seite Lieferzeiten im Transportsektor zu beschleunigen. "Tun Sie alles, um die teilweise schwerfällige Zollabfertigung an den deutschen Grenzen zu beschleunigen", so der Chef des Arbeitgeberverbandes. Außerdem sollte Ukena zufolge zeitweise über eingeschränkte Nachtflugverbote für Frachtflugzeuge und ausgeweitete Sonntags-Fahrerlaubnisse für Lkw nachgedacht werden. "Das würde der norddeutschen Industrie helfen, den vielfach im Ausland entstehenden Lieferengpässen mit mehr Tempo im Inland zu begegnen."

Zwei Drittel der Unternehmen können der Umfrage zufolge immer noch nicht abschätzen, wie lange die Lieferengpässe andauern werden. Je nach Branche gehen sie von 8 bis 13 weiteren Monaten aus, nachdem das Problem - wiederum je nach Branche - bereits seit 3 bis 8 Monaten besteht. Die meisten Unternehmen (93 Prozent) berichten in der Umfrage von verspäteten Lieferungen, 89 Prozent zudem von gestiegenen Preisen. 69 Prozent beklagen Lieferungen in zu geringen Mengen, 52 Prozent berichten von komplett ausbleibenden Lieferungen. Preiserhöhungen werden bei "kritischen Warengruppen" mit - je nach Branche - 17 bis zu 137 Prozent angegeben. Als Ursache betrachten die Unternehmer zumeist fehlende Produktion beim Lieferanten und Transportprobleme außerhalb der EU.

Nordmetall ist der Zusammenschluss von 240 Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie. Die Chefs vieler Unternehmen treffen sich an diesem Mittwoch in Hamburg zum traditionellen Martinsgansessen, zu dem auch Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger und Gesamtmetall-Präsident Stefan Wolf erwartet werden. Die Mitgliedsunternehmen beschäftigen nach Verbandsangaben rund 130.000 Menschen in Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und dem nordwestlichen Niedersachsen. An der Umfrage haben sich Mitte Oktober 136 Betriebe mit 99.000 Beschäftigten beteiligt.

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