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WM 2022 in Katar: Diese Politiker aus Hannover boykottieren das umstrittene Turnier


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Stephan Weil will Katar-WM gucken – Grünen-Chefin boykottiert

Von dpa, t-online
15.11.2022Lesedauer: 2 Min.
Stephan Weil, Ministerpräsident des Landes Niedersachsen (Archivbild): Weil hat sich bereits entschieden, ob er die WM schauen will.
Stephan Weil, Ministerpräsident des Landes Niedersachsen (Archivbild): Weil hat sich bereits entschieden, ob er die WM schauen will. (Quelle: IMAGO/Fotostand / Reuhl/imago images)
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Vor dem Start der umstrittenen Fußball-Weltmeisterschaft in Katar haben viele Politiker gesagt, ob sie zuschauen wollen – oder nicht.

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) will die umstrittene Fußball-Weltmeisterschaft in Katar im Fernsehen verfolgen. "Ich bin bekennender Fußballfan und werde auch Spiele dieser WM im Fernsehen anschauen, allen voran diejenigen der deutschen Mannschaft", teilte der SPD-Politiker auf dpa-Anfrage mit.

Die Vorsitzende der Grünen-Landtagsfraktion in Niedersachsen, Anne Kura, hat keine Lust auf die WM – sie halte die Vergabe nach Katar für einen "krassen Fehler". Ihr Parteikollege Detlev Schulz-Hendel, ebenfalls Fraktionsvorsitzender verurteilt die "Missachtung von Menschenrechten, Frauenrechten sowie schlechte Arbeitsbedingungen und die Bestrafung von homosexuellen Handlungen" in Katar. "Auch ich werde mir möglicherweise das eine oder andere Spiel anschauen – ein bitterer Beigeschmack wird den Spaß trüben", sagte Schulz-Hendel.

Menschenrechtsverletzungen in Katar

Ähnlich sieht es auch Sebastian Lechner, Fraktionsvorsitzender der CDU: "Wir haben in der Vergangenheit immer wieder gesehen, dass insbesondere autoritäre Regime die Weltmeisterschaften zur Imagepolitik missbraucht haben." Er hoffe, dass das Turnier einen Wandel in Katar auslöse. Spiele der DFB-Elf wolle er sich anschauen, sofern er Zeit habe. Auch der Fraktionsvorsitzende der AfD, Stefan Marzischewski, sieht die WM kritisch und will sich lediglich die Spiele der deutschen Mannschaft ansehen.

Die WM-Vergabe der FIFA nach Katar steht seit Jahren unter anderem aufgrund von Menschenrechtsverletzungen sowie dem autokratischen System in Katar in der Kritik. Medienberichten zufolge sind tausende Arbeiter beim Bau der Stadien ums Leben gekommen. Die Fußball-Weltmeisterschaft wird am Sonntag mit dem Spiel Katar gegen Ecuador eröffnet. Deutschland bestreitet sein erstes Gruppenspiel kommende Woche Mittwoch gegen Japan.

Zwei t-online-Nutzer kritisieren die WM in Katar. (Quelle: t-online)

Innenminister: Menschenrechtslage ein "Sündenfall"

Innen- und Sportminister Boris Pistorius (SPD) hat angekündigt, auf keinen Fall zum WM-Turnier nach Katar reisen zu wollen. Ausgewählte Spiele werde er sich ansehen, dennoch sei die Vergabe der WM an Katar angesichts der Menschenrechtslage ein "Sündenfall".

Grant Hendrik Tonne, Vorsitzender der SPD-Landtagsfraktion, will sich die WM-Spiele nicht anschauen, obwohl er großer Fußballfan sei. Gründe seien "der Verdacht von Schmiergeldzahlungen, zigtausende Tote beim Bau von Infrastruktur für diese WM und nicht zuletzt ein völlig inakzeptables Menschenbild des Gastgeberlandes", teilte Tonne mit. Die SPD-Ministerinnen Daniela Behrens (Gesundheit), Kathrin Wahlmann (Justiz) sowie Finanzminister Gerald Heere (Grüne) sehen die WM ebenfalls kritisch. Wiebke Osigus (SPD), Ministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten und regionale Entwicklung, verfolgt die WM nicht. Für sie habe gerade die erste Halbzeit der neuen Legislaturperiode begonnen und anderes habe Priorität.

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Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur dpa
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  • Patrick Schiller ist t-online Regio Redakteur in Hannover.
Von Patrick Schiller
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