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Gefälschte Grünen-Plakate: Staatsschutz ermittelt nach Fake-Kampagne


Staatsschutz schaltet sich nach Fake-Kampagne ein

Von dpa, t-online, pas

02.02.2023Lesedauer: 2 Min.
Fake-Plakate der Grünen in Braunschweig: In mehreren niedersächsischen Städten haben Aktivisten die Plakate verteilt.Vergrößern des BildesFake-Plakate der Grünen in Braunschweig: In mehreren niedersächsischen Städten haben Aktivisten die Plakate verteilt. (Quelle: privat)
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In Niedersachsen irritierten Plakate, die der echten Grünen-Wahlwerbung gleichen – aber nicht von der Partei stammen. Die Urheber schlagen indes eine Debatte vor.

Niedersachsens Grüne sind zur Zielscheibe einer Fake-Kampagne geworden. Einer Parteisprecherin zufolge wurden in mindestens vier Städten – Hannover, Osnabrück, Göttingen und Lüneburg – gefälschte Parteiplakate aufgehängt. Zudem wurde die Homepage des Grünen-Landesverbands kopiert und um eine falsche Pressemitteilung mit angeblichen Plänen für die Verkehrspolitik ergänzt, die auch per Mail verschickt wurde.

Bereits am Dienstag stellten die Grünen wegen der Aktion Strafanzeige. Wie die Polizei Hannover am Donnerstag bestätigte, ermittelt der Staatsschutz in der Sache. Auch die Staatsanwaltschaft prüfe den Fall.

Auf den Plakaten ist unter anderem Niedersachsens stellvertretende Ministerpräsidentin und Volkswagen-Aufsichtsrätin Julia Willie Hamburg mit dem Slogan "VW steht für Verkehrswende" zu sehen. Ein anderes Poster, das am Donnerstag noch in Hannover hing, zeigt Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck mit einer Spitze gegen Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP). "Das sind keine Inhalte von uns", betonte Grünen-Sprecherin Heike Köhn.

Störung der politischen Debatte

"Noch ist völlig unklar, wer dahinter steckt", sagte Köhn. "Wir sind dem auf der Spur." Fraglich ist etwa noch, auf welchen Namen die Webseite angemeldet wurde. Nach Ansicht der Partei stören die Urheber der Kampagne die politische Debatte, indem sie sich mit ihren Botschaften als die Grünen und als Mandatsträger ausgeben.

Auch das Unternehmen Ströer, auf dessen Plakatflächen die Motive zu sehen waren, kennt den Urheber nicht. Sprecher Marc Sausen: "Es gab keine Buchungen der betroffenen Kästen für Plakate der Grünen in Lüneburg." Die Fremdnutzung von Werbeflächen sei ein branchenweites Problem, so Sausen weiter.

Täuschend echte Webseite – mit klaren Forderungen

Die Fälscher haben einiges an Aufwand in ihre Aktion gesteckt: Tatsächlich sehen die Plakate mit dem Design, das auch im Landtagswahlkampf vor wenigen Monaten verwendet wurde, täuschend echt aus. Die Fake-Webseite ist nahezu ein Spiegelbild der echten Grünen-Seite, samt Fotos und Kontaktdaten der Mitarbeiter, selbst das Impressum wurde mitkopiert.

Allerdings lautet die Adresse grüne-nds.de statt gruene-niedersachsen.de. Und das Foto der vermeintlichen Pressesprecherin findet sich im Netz auf den Profilen einer britischen Reiseautorin. Die angegebene Handynummer führt nur zu einem Anrufbeantworter.

Inhaltlich stellt die Fake-Kampagne angebliche verkehrspolitische Ziele für Niedersachsen vor: Dazu gehören ein Ausbaustopp für Autobahnen, eine Umstellung der Autoindustrie auf Busse, Bahnen und Lastenräder sowie die Förderung des Nahverkehrs statt der Förderung von E-Ladesäulen für den Individualverkehr. Angelehnt ist das formal in Teilen an ein Forderungspapier für mehr Klimaschutz im Verkehr, das die Grünen-Fraktion im Bundestag im Januar verabschiedete.

Diskussionsrunde vorgeschlagen

Auf der Webseite wird der Fake mittlerweile eingeräumt. In einer Stellungnahme heißt es dort, die beschriebenen Verkehrsziele seien "doch hoffentlich grüne Forderungen" – "falls das nicht so sein sollte, wäre eine Richtigstellung hilfreich, um die Politik der Grünen besser einordnen zu können".

Für den 10. Februar schlage man zur Klärung dieser Frage eine Diskussionsrunde im Büro der Grünen Hannover vor.

Transparenzhinweis: Das Nachrichtenportal t-online gehört zum Unternehmen Ströer.

Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur dpa
  • Eigene Recherche
  • gruene-lueneburg.de: Statement vom 31. Januar 2023
  • grüne-nds.de Website der Fake-Kampagne
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