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Schulen auf dem Land werben um Studierende

Von dpa
11.05.2022Lesedauer: 2 Min.
Schulmesse Greifswald
Jörn Bewersdorff (l) und Schulleiterin Sarah Konrad-Bauer sitzen in einem Gebäude der Uni Greifswald. (Quelle: Mona Wenisch/dpa/dpa-bilder)
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Für das Studium sind Hanna Schäfer und Shanaya Köpp nach Greifswald gezogen, danach wollen sie aber gerne wieder raus aus der Stadt. Die beiden Lehramtsstudentinnen informierten sich daher am Mittwoch auf der Schulmesse in Greifswald über ihre möglichen Arbeitgeber auf dem Land. Bei der Messe hatten Schulen die Gelegenheit, künftige Lehrkräfte vom Arbeiten und Leben im ländlichen Raum zu überzeugen. Denn viele Studentinnen und Studenten zögern vor einem Berufseinstieg fernab der Städte. "Die meisten stört die schlechte Anbindung, der lange Weg", sagte Köpp. "Viele denken auch, dass die Landschulen nicht gut digital aufgestellt sind", sagte Schäfer. "Wir wurden hier aber gerade eines besseren belehrt."

Auch um mit solchen Vorurteilen aufzuräumen, präsentierten sich zahlreiche Schulen an der Universität Greifswald. "Wir freuen uns, wenn wir zeigen können, dass wir ein attraktiver Standort sind", sagte Schulleiterin Sarah Konrad-Bauer von der Grundschule Mitte Pasewalk. Ihre Schule arbeite viel nach außen, um Lehrkräfte zu gewinnen. Aktuell ist an der Grundschule eine Vollzeitstelle ausgeschrieben - bei neun besetzten Stellen. Während der Veranstaltung in Greifswald zeigte sich Konrad-Bauer zuversichtlich: "Wir hatten schon einige gute Gespräche."

Doch alles in allem ist die Lage für die Schulen auf dem Land schwierig. "Der Status Quo sieht so aus, dass wir großen Bedarf haben", sagte Michael Blanck, Landesvorsitzender des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) Mecklenburg-Vorpommern. "Ausgebildete Lehrkräfte zu finden, ist in den Städten schon schwer, im ländlichen Raum aber noch viel schwieriger."

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Nach Ansicht des VBE müssten die Schulträger mehr Anreize schaffen, damit es junge Leute nach dem Studium auch in ländliche Regionen zieht. Denn: Das Problem verschwinde in den kommenden Jahren nicht. "Die Babyboomer-Generation geht auch bei den Lehrkräften nach und nach in den Ruhestand", sagte Blanck. "Gerade im ländlichen Raum haben sich Lehrerehepaare angesiedelt. Wenn da jetzt zwei oder drei Ehepaare ausscheiden, ist die halbe Schule leer."

Von Messen wie der in Greifswald profitiere ihre Schule, sagte Konrad-Bauer. "Der persönliche Kontakt macht da viel aus. Wir können den Studierenden zeigen, was wir haben und auch wie man in unserer Region leben kann." Das sieht auch Bildungsministerin Simone Oldenburg (Linke) so. Durch persönliche Kontakte würden angehende Lehrkräfte einer Schule im ländlichen Raum eher eine Chance geben, sagte sie laut Mitteilung.

Nach Ansicht von Blanck kann das nur ein Baustein der Lösung sein. "Am Ende muss es aber einen großen Blumenstrauß an Anreizen geben", sagte er. Es brauche Lockangebote, wie die kostenlose Nutzung von Kulturangeboten oder billigen Bauraum. "Hier ist ein bisschen Fantasie gefragt, Angebote zu schaffen."

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