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Endspurt vor Landtagswahl: Parteien werben um Stimmen

Von dpa
07.05.2022Lesedauer: 3 Min.
Daniel G├╝nther (CDU)
Ministerpr├Ąsident Daniel G├╝nther (CDU) spricht durch ein kleines rotes Megafon. (Quelle: Christian Charisius/dpa/Archivbild/dpa-bilder)
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Zum Wahlkampfabschluss in Schleswig-Holstein haben die Parteien noch einmal im gesamten Land um Stimmen geworben. Dabei setzten Ministerpr├Ąsident Daniel G├╝nther (CDU), SPD-Spitzenkandidat Thomas Losse-M├╝ller und die Frontfrau der Gr├╝nen, Finanzministerin Monika Heinold, haupts├Ąchlich auf Stra├čenwahlkampf. G├╝nther war unter anderem im heimischen Eckernf├Ârde und in Gettorf unterwegs. Losse-M├╝ller warb bereits am Samstagfr├╝h beim Verteilen von Flyern in Eckernf├Ârde f├╝r sich und seine Partei. Im dortigen Wahlkreis treten er und G├╝nther auch als Direktkandidaten gegeneinander an.

G├╝nther regiert seit 2017 mit einer Jamaika-Koalition aus CDU, Gr├╝nen und FDP. Die j├╝ngsten Umfragen sahen seine CDU mit 36 bis 38 Prozent klar vorn. Die SPD rangierte bei 18 bis 20, die Gr├╝nen bei 16 bis 18 Prozent. Es folgten die FDP mit 7 bis 9 Prozent sowie der S├╝dschleswigsche W├Ąhlerverband SSW und die AfD mit jeweils 5 bis 6 Prozent. Die Linke, seit 2012 nicht mehr im Landtag vertreten, lag in den Umfragen deutlich unter der F├╝nf-Prozent-H├╝rde.

Damit erscheint eine Mehrheit f├╝r eine Koalition aus CDU und Gr├╝nen m├Âglich. Knapper, aber denkbar, w├Ąre demnach auch ein B├╝ndnis aus CDU und FDP. Eine von SPD oder Gr├╝nen gef├╝hrte Koalition erscheint unwahrscheinlich.

"Bei bester Stimmung an den Wahlkampfst├Ąnden haben wir nochmal jede Gelegenheit genutzt, um f├╝r unseren Kurs zu werben", sagte G├╝nther am Samstag. Wer wolle, dass das Land den erfolgreichen Kurs fortsetze, m├╝sse CDU w├Ąhlen. SPD-Spitzenkandidat Losse-M├╝ller res├╝mierte: "In den vergangenen Wochen haben die gro├čen Themen den Landtagswahlkampf ├╝berlagert. Jetzt merkt man aber, dass der volle Fokus auf die wichtige Richtungsentscheidung f├╝r Schleswig-Holstein da ist." Im gesamten Land seien am Samstag Tausende Sozialdemokraten auf der Stra├če gewesen. Man k├Ąmpfe um jede Stimme. Bereits am Freitag hatten Bundeskanzler Olaf Scholz und der SPD-Vorsitzende Lars Klingbeil auf einer Kundgebung in Kiel f├╝r Losse-M├╝ller geworben.

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FDP-Kandidat Bernd Buchholz erhielt beim Endspurt am Samstag in Kiel und L├╝beck Unterst├╝tzung von Bundesfinanzminister Christian Lindner. Dieser rief die Menschen eindringlich auf, sich an der Landtagswahl zu beteiligen. "Millionen von Menschen auf der Welt wollen eines, tr├Ąumen von einem: Einmal bei einer freien, gleichen und geheimen Wahl - friedlich, in Freiheit - dar├╝ber abstimmen zu d├╝rfen, welchen Weg ihre Gesellschaft in die Zukunft w├Ąhlt." Zur Abschlusskundgebung auf dem Rathausmarkt waren laut FDP etwa 300 Menschen gekommen.

Eine Wahlbeteiligung von rund 64 Prozent d├╝rfe es nicht wieder geben, sagte der FDP-Chef. Vor den Ereignissen in der Welt - Lindner nannte den Ukraine-Krieg und die Unterdr├╝ckung der Opposition in Russland - sei das Wahlrecht in diesem Jahr eher eine moralische Wahlpflicht.

Der Wahlkampf war auch aus Sicht von Buchholz ein St├╝ck weit vom russischen Angriffskrieg in der Ukraine ├╝berschattet. Im Verh├Ąltnis seien die debattierten Probleme doch sehr klein. "Manchmal kommt man sich klein und nichtig vor, wenn man dann ├╝ber Bildungspolitik ├╝ber Wirtschaftspolitik, ├╝ber andere Dinge redet", sagte er in Kiel. Was das Land derzeit am meisten brauche, sei Frieden in Europa.

Die gr├╝ne Spitzenkandidatin Heinold zog ebenfalls eine erste Bilanz des Wahlkampfs: "Hinter uns liegen intensive und vom Krieg ├╝berschatte Wochen. Dennoch haben wir mit viel Leidenschaft f├╝r unsere Themen geworben: Klimaschutz, soziale Gerechtigkeit und eine moderne Gesellschaftspolitik." Den H├Âhepunkt hatte die gr├╝ne Kampagne am Freitag erreicht, als Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck in Neum├╝nster auftrat. Habeck, der lange Minister in Schleswig-Holstein war, hatte unter anderem die politische Kultur im Land als Verdienst seiner Partei gelobt.

Auch der S├╝dschleswigschen W├Ąhlerverband (SSW), die AfD und die Linke warben am Samstag noch einmal um Stimmen. Am Sonntag sind rund 2,3 Millionen Schleswig-Holsteiner aufgerufen, einen neuen Landtag zu w├Ąhlen. Rund 127.000 davon sind Erstw├Ąhler. Die Wahllokale sind von 8.00 bis 18.00 Uhr ge├Âffnet.

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