• Home
  • Regional
  • Köln
  • Sport
  • 35 Jahre Trauerspiel: Als der FC Köln gegen Real Madrid gewann – und verlor


Schlagzeilen
AlleAlle anzeigen

Symbolbild für einen TextRBB kündigt Patricia Schlesinger fristlosSymbolbild für einen TextEnBW will Gasumlage nutzenSymbolbild für einen TextErmittlungen gegen Trump-Anwalt GiulianiSymbolbild für einen TextFormel-Rennwagen rast über AutobahnSymbolbild für einen TextDeutsche gewinnt drittes Mal GoldSymbolbild für einen TextEx-"Sportstudio"-Moderator ist totSymbolbild für einen TextRebellen melden Schlag gegen TalibanSymbolbild für einen TextBVB-Star vor Wechsel zu Inter MailandSymbolbild für einen TextDschungelcamp-Star vor GerichtSymbolbild für einen TextRTL-Moderatorin trägt keine BHs mehrSymbolbild für einen Text"Oben Ohne"-Fahrraddemo in GroßstadtSymbolbild für einen Watson TeaserLidl plant radikale Änderung bei SortimentSymbolbild für einen TextDiese Getränke können Kopfschmerzen auslösen

Als der FC Köln gegen Real Madrid gewann – und verlor

Von Marc Merten

Aktualisiert am 06.05.2021Lesedauer: 3 Min.
Pierre Littbarski gegen Jose Antonio Camacho (Archivbild): Das Finale wurde 1986 in Berlin ausgetragen.
Pierre Littbarski gegen Jose Antonio Camacho (Archivbild): Das Finale wurde 1986 in Berlin ausgetragen. (Quelle: WEREK)
Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo

Vor 35 Jahren gewann der 1. FC Köln im Finale um den UEFA-Cup gegen Real Madrid mit 2:0. Weil die Geißböcke das Hinspiel jedoch verloren hatten, konnte der FC nicht jubeln.

Dreimal hatte sich der 1. FC Köln zum Deutschen Meister gekrönt, viermal den DFB-Pokal gewonnen. Doch nie hatten die Geißböcke es in ein europäisches Finale geschafft. Bis zur Saison 1985/86, einer Spielzeit geprägt von krassen Gegensätzen, zwischen Abstiegskampf in der Liga und Höhenflügen auf internationalem Parkett.

Die launische Diva vom Rhein, so nannte man den FC damals. In der Vorsaison waren die Geißböcke mit Trainer und Idol Hannes Löhr in der Bundesliga Dritter geworden. Toni Schumacher, als Nationaltorhüter die kölsche Nummer eins, sollte später den Satz prägen: "Damals wären viel mehr Titel drin gewesen." National wie international. Besonders 1986. Dieser eine internationale Triumph, der den Geißböcken bis heute fehlt.

Eine außergewöhnliche Saison

Es mutet fast bizarr an, doch der FC wäre in dieser europäisch außergewöhnlichen Saison beinahe aus der Bundesliga abgestiegen. Während die Geißböcke international glänzten, leisteten sie sich national zahlreiche Peinlichkeiten. Misserfolge, die Trainer Löhr den Job kosten sollten. Mitten in der Saison übernahm nicht sein Co-Trainer, ein gewisser Christoph Daum, das Ruder, sondern der erfahrene Georg Keßler. Den Erfolg in der Liga sollte auch er nicht zurückbringen, erst am 34. Spieltag retteten sich die Geißböcke in letzter Sekunde. In der Parallelwelt UEFA-Cup dagegen lebten die Kölner ihre Freude am Fußball aus.

ANZEIGEN
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Meistgelesen
Die Industrie ist fein raus
Ein Uniper-Mitarbeiter beim Erdgasspeicher Bierwang (Symbolbild): Das Unternehmen verhandelt mit der Bundesregierung über staatliche Hilfen.


In der ersten UEFA-Cup-Runde war der FC im Hinspiel im heimischen Müngersdorf zwar nicht über ein 0:0 gegen Sporting Gijon hinaus gekommen. Auswärts erzitterte man sich dann aber ein 2:1. In Erinnerung blieb neben den Zitronen, mit denen die FC-Spieler während der Partie von den Zuschauern beworfen worden waren, ein tätlicher Angriff spanischer Fans auf die Geißböcke nach dem Spiel.

Wimpeltausch vor dem Spiel am 30. April 1986: Klaus Allofs gibt Reals Kapitän José Antonio Camacho einen Händedruck.
Wimpeltausch vor dem Spiel am 30. April 1986: Klaus Allofs gibt Reals Kapitän José Antonio Camacho einen Händedruck. (Quelle: Norbert Schmidt/imago-images-bilder)

Bohemians Prag war in Runde zwei kein Gegner, schon nach dem 4:0 im Hinspiel war das Achtelfinale praktisch gebucht. Dort rutschte der FC im schwedischen Schneechaos bei Hammarby IF zwar zunächst mit 1:2 aus. Dafür zeigten sich die Kölner im Rückspiel von ihrer kreativen Seite. Wegen dichten Nebels stand das Spiel kurz vor der Absage. Die FC-Verantwortlichen jedoch positionierten kurzerhand Heizstrahler am Spielfeldrand. Die erzeugte Wärme drückte den Nebel nach und nach in Richtung Himmel. Das Spiel konnte stattfinden – und der FC feierte einen späten 3:1-Sieg.

Sporting Lissabon stellte im Viertelfinale nur im Hinspiel eine echte Hürde da, sodass die Geißböcke durch einen 2:0-Heimsieg im Rückspiel ins Halbfinale einzogen. Und da traf die Kölner das Losglück: Neben dem FC befanden sich Real Madrid, Inter Mailand und KSV Waregem im Lostopf. Köln zog den belgischen Vertreter.

Ein Gala-Auftritt im Hinspiel vor 45.000 Zuschauern in Müngersdorf und ein 4:0-Sieg ließen die Vorfreude auf das Finale bereits steigen. Doch das Rückspiel nahm diese Freude trotz eines 3:3 wieder. Die Geißböcke waren zwar ins Finale einzogen, doch Fan-Ausschreitungen auf den Rängen hatten den Kölner Jubel geschmälert.

Trauerspiel im Berliner Olympiastadion

Damals wurden europäische Finals noch im Hin- und Rückspiel ausgetragen, und die UEFA griff gnadenlos durch: Die Geißböcke wurden bestraft und durften ihr erstes und bis heute einziges Europapokal-Finale gegen Real Madrid nicht im heimischen Köln austragen.

Nach dem Hinspiel im Estadio Santiago Bernabéu musste der Spielort für das Rückspiel mindestens 350 Kilometer von Köln entfernt liegen. Der FC entschied sich für das Berliner Olympiastadion als Austragungsort. Es sollte ein Trauerspiel werden.

Die Brüder Klaus (links) und Thomas Allofs bei einem Spiel im Herbst 1986 (Archivfoto): Beide spielten für den FC Köln.
Die Brüder Klaus (links) und Thomas Allofs bei einem Spiel im Herbst 1986 (Archivfoto): Beide spielten für den FC Köln. (Quelle: Horstmüller/imago-images-bilder)

Denn schon nach dem Hinspiel befand sich der UEFA-Cup praktisch in Reals Händen. Klaus Allofs hatte die Geißböcke in Madrid zwar in Führung gebracht. Doch nach 90 Minuten hatten die Königlichen den FC mit 5:1 abgeschossen. So kam es am 6. Mai 1986 zum "Heimspiel" der Geißböcke in Berlin – vor gerade einmal 16.185 Zuschauern im Olympiastadion. Eine Geisteratmosphäre, die der Kölner Leistung nicht gerecht wurde. Die Mannschaft siegte dank der Tore von Uwe Bein und Ralf Geilenkirchen mit 2:0 – und musste sich trotz des Sieges doch Real Madrid geschlagen geben.

Es hatte alles nichts geholfen. Nicht die Rosen, die die Spieler in der Stadt verteilt hatten, um Menschen auf das Spiel aufmerksam zu machen. Nicht die Fanbusse, die Spieler wie Toni Schumacher aus eigener Tasche bezahlt hatten, um die Kölner Anhänger nach Berlin zu karren.

31 Jahre später, zum ersten Gruppenspiel des 1. FC Köln in der Europa League 2017/18, sollten rund 20.000 FC-Fans nach London fliegen. Zum Finale gegen Real Madrid jedoch waren nicht einmal so viele ins Stadion gekommen. Dabei war es das erste europäische Finale mit Kölner Beteiligung – und bis heute das letzte der Klubgeschichte.

Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

ShoppingANZEIGEN

Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Von Sonja Eich
1. FC KölnChristoph DaumKlaus AllofsMadridReal Madrid

t-online - Nachrichten für Deutschland
t-online folgen
FacebookTwitterInstagram

Das Unternehmen
Ströer Digital PublishingJobs & KarrierePresseWerbenKontaktImpressumDatenschutzhinweiseDatenschutzhinweise (PUR)Jugendschutz



Telekom
Telekom Produkte & Services
KundencenterFreemailSicherheitspaketVertragsverlängerung FestnetzVertragsverlängerung MobilfunkHilfeFrag Magenta


TelekomCo2 Neutrale Website