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Kitschburger Stra├če wieder frei f├╝r Autos ÔÇô K├Âlner ver├Ąrgert

Von Florian E├čer

Aktualisiert am 17.06.2021Lesedauer: 4 Min.
Am Wochenende werden die Schranken f├╝r Autofahrer geschlossen: Die Kitschburger Stra├če f├╝hrt mitten durch den Stadtwald.
Am Wochenende werden die Schranken f├╝r Autofahrer geschlossen: Die Kitschburger Stra├če f├╝hrt mitten durch den Stadtwald. (Quelle: Florian E├čer)
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Seit Dezember war die Kitschburger Stra├če im Stadtwald gesperrt ÔÇô zur Freude der Passanten und Radfahrer. Nun aber ist der Verkehr wieder frei f├╝r Autos. Das sorgt f├╝r Unmut und Unverst├Ąndnis.

Obwohl die Kitschburger Stra├če in Lindenthal gerade einmal knapp 1,2 Kilometer lang ist, sorgt sie derzeit f├╝r eine Menge Gespr├Ąchsstoff. Die Verbindungsader, die die D├╝rener Stra├če mit der Aachener Stra├če verkn├╝pft, verl├Ąuft n├Ąmlich einmal quer durch den Stadtwald. ├ľstlich der "Kitschburger" liegt der Kahnweiher, westlich von ihr befindet sich der Lindenthaler Tierpark.

Sowohl der Weiher als auch der Tierpark locken t├Ąglich viele K├Âlnerinnen und K├Âlner in den Stadtwald. Um dem hohen Aufkommen an Fu├čg├Ąngern und Radfahrern entgegenzukommen, wird die Kitschburger Stra├če bereits seit Jahrzehnten an den Wochenenden f├╝r den Autoverkehr gesperrt: Von freitags ab 18 Uhr bis sonntags um 22 Uhr bleibt der Stadtwald an dieser Stelle autofrei.

Komplette Sperrung w├Ąhrend des Lockdowns

W├Ąhrend der Corona-Pandemie wurden diese Sperrzeiten ausgeweitet ÔÇô in den Zeiten der Lockdowns wurde die Stra├če so zur G├Ąnze f├╝r Autos gesperrt, unabh├Ąngig von Wochentag und Uhrzeit. Das hatte die Stadt K├Âln beschlossen, um den Fu├čg├Ąngern das Einhalten des Mindestabstandes zu erleichtern. Seit Montag, 6. Juni, ist diese Sperrung jedoch aufgehoben und Autos d├╝rfen die Kitschburger Stra├če zumindest unter der Woche wieder befahren.

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Das sorgt bei vielen f├╝r Unverst├Ąndnis ÔÇô etwa bei Roland Sch├╝ler, dem stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der K├Âlner Gr├╝nen in der Bezirksvertretung Lindenthal. "Die Sperrung der Stra├če hat viele Vorteile aufgezeigt", erkl├Ąrt Sch├╝ler. "Kinder konnten ungehemmt auf der Stra├če spielen, die Fu├čg├Ąnger und die Menschen auf der Wiese konnten eine l├Ąrmfreie Zeit genie├čen." Da so viele Lindenthalerinnen und Lindenthaler die Sperrung genossen h├Ątten, sei die Aufhebung derselben umso unverst├Ąndlicher: "Statt einen Schritt nach vorne zu machen, macht die Stadt lieber einen zur├╝ck", so Sch├╝ler.

"Der Verkehr durch Sperrung nicht zusammengebrochen"

Im Vorfeld der Sperrung hatte man bef├╝rchtet, dass sie zu einer ├ťberlastung der umliegenden Stra├čen f├╝hren k├Ânnte ÔÇô tats├Ąchlich sei das aber nicht der Fall gewesen: "Es hat sich gezeigt, dass weder der Verkehr zusammengebrochen ist, noch dass es zu einer h├Âheren Belastung gekommen w├Ąre", sagt Roland Sch├╝ler.

Wie der Politiker weiter erkl├Ąrt, seien auch die Zulaufstra├čen, wie die Mommsenstra├če und die Decksteiner Stra├če, w├Ąhrend der Sperrung weniger stark befahren gewesen ÔÇô was sich auch hier positiv auf die Lebensqualit├Ąt der Anwohner ausgewirkt habe: "Im Stadtwald selbst hat es mehr Aufenthaltsfl├Ąche gegeben, es war f├╝r Passanten und Kinder sicherer, man konnte sich besser bewegen." Das alles falle durch die Aufhebung der Sperre nun aber wieder weg.

B├Âhmermann: "Niemand muss mitten durch den Park fahren"

Auch der K├Âlner Entertainer Jan B├Âhmermann zeigte sich ├╝ber die Aufhebung der Sperrung auf Twitter ver├Ąrgert: "Was ist das f├╝r ein Quatsch?", fragt der Moderator in einem Tweet an seine mehr als zwei Millionen Follower. "NIEMAND muss mitten durch den Park fahren."

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In den Kommentaren zu B├Âhmermanns Tweet stimmen ihm viele K├Âlner zu: "Wir brauchen eine ├ľffnung der Kitschburger Stra├če f├╝r die Menschen", schreibt ein User, ein anderer st├Â├čt ins selbe Horn: "Auf der Kitschburger wurden die Menschen wieder ausgesperrt. F├╝r die Nutzung durch Menschen wurde sie wieder geschlossen". Andere seien von der Aufhebung der Sperre ├╝berrascht gewesen und h├Ątten sich erschrocken, als unerwartet wieder Autos durch den Stadtwald fuhren.

So d├╝rfte Jan B├Âhmermann den Pl├Ąnen der K├Âlner Gr├╝nen durchaus zustimmen, die eine generelle Sperrung der Kitschburger Stra├če durchsetzen wollen: "Wir w├╝rden so etwas eindeutig bef├╝rworten", sagt Roland Sch├╝ler, "die anderen Fraktionen sind f├╝r eine generelle Sperrung derzeit aber leider nicht zu haben".

Auch CDU-Politikerin Helga Bl├Âmer-Frerker, die stellvertretende Bezirksb├╝rgermeisterin Lindenthals, begr├╝├če die tempor├Ąre Sperrung der Stra├če an den Wochenenden und in den Ferien: "Ich habe dazu nur positive R├╝ckmeldungen der Lindenthaler erhalten", erz├Ąhlt sie. So w├╝rde die Sperrung vor allem den Kindern zu Gute kommen, welche die Stra├če zum Skaten oder Rollerfahren nutzen k├Ânnten: "Gerade die jungen Menschen brauchen mehr Raum, um sich zu bewegen und sportlich zu bet├Ątigen."

Eine generelle Sperrung der Stra├če halte sie zwar f├╝r vorstellbar, doch sollte diese im Vorfeld gut ├╝berpr├╝ft werden ÔÇô schlie├člich sei die Kitschburger eine wichtige Nord-S├╝d-Verbindung f├╝r den Autoverkehr. "Ich w├╝rde Vorschlagen, die Lage von Experten bewerten zu lassen und keine Entscheidung ├╝bers Knie zu brechen", so Bl├Âmer-Frerker weiter.

SPD: Generelle Sperrung "unangemessen"

Zumindest wird die Kitschburger Stra├če auch in den sechs Wochen der Sommerferien f├╝r den Autoverkehr gesperrt. Der entsprechende Antrag dazu wurde auch von der SPD unterst├╝tzt. So erkl├Ąrt Christoph Auch, der Vorsitzende des Lindenthaler Ortsverbandes, dass der "Stadtwald, gerade auch in Zeiten der Pandemie, ein wichtiger Naherholungsraum" sei.

Eine grunds├Ątzliche Sperrung halten die Sozialdemokraten momentan jedoch nicht f├╝r angemessen: "Sollte sich die Pandemie noch weiter hinziehen und der Stadtwald weiterhin eine besondere Rolle f├╝r Erholung und Freizeit einnehmen, so m├╝sste man sicherlich ├╝ber eine Verl├Ąngerung der Sperrung auch nach den Sommerferien nachdenken", so Auch weiter.

Marliese Berthmann von der CDU sprach sich im "K├Âlner Stadt-Anzeiger" ebenfalls gegen die weitere Sperrung aus: Viele Menschen seien dar├╝ber ver├Ąrgert gewesen, weil sie Umwege fahren mussten. Dabei w├╝rden sie auf Anliegerstra├čen ausweichen und so die Anwohner belasten. Doch auch innerhalb der CDU herrscht offenbar Uneinigkeit bei dem Thema. Ihre Parteikollegin Helga Bl├Âmer-Frerker hob die positiven Reaktionen der B├╝rger auf die Sperrung hervor. F├╝r Eltern und Kinder sei sie ein "gutes Angebot".

Initiative sammelt Unterschriften f├╝r B├╝rgerantrag

Die Lindenthaler machen nun selbst mobil. So hat sich j├╝ngst die "Initiative Autofreie Kitschburger Stra├če" gegr├╝ndet, die nun Unterschriften f├╝r einen B├╝rgerantrag sammelt. Durch diesen soll schlie├člich eine dauerhafte Sperrung der Kitschburger Stra├če f├╝r den Autoverkehr erreicht werden.

"W├Ąhrend der Pandemie hat sich bei der auch an Werktagen vorhandenen Sperrung eindr├╝cklich gezeigt, wie wertvoll es ist, wenn dauerhaft kein Autoverkehr auf der Kitschburger Stra├če im Stadtwald f├Ąhrt", hei├čt es im Antrag. Weiter wird von Seiten der Initiatoren beklagt, dass "die autobefahrene Kitschburger Stra├če wie eine trennende SchneiseÔÇŁ wirke, die in der Umgebung keine Erholung zulasse.

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Die Sammlung der Unterschriften startet offiziell am kommenden Freitag, 18. Juni, mit einer Demonstration am Parkplatz der Kitschburger Stra├če. Ab 16 Uhr wollen die K├Âlner Gr├╝nen gemeinsam mit der Initiative hier ein Zeichen setzen ÔÇô und den Stadtwald f├╝r die Fu├čg├Ąnger zur├╝ckgewinnen.

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Von Carlotta Cornelius
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