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FakultÀt nach Amoklauf "im Schockmodus" - Hörsaal bleibt zu

Von dpa
26.01.2022Lesedauer: 2 Min.
Amoklauf in Uni Heidelberg
Polizeibeamte betreten das GebÀude des Tatorts auf dem Uni-Campus. (Quelle: Sebastian Gollnow/dpa/dpa-bilder)
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Nach dem Amoklauf in einem Hörsaal der UniversitĂ€t Heidelberg setzt die betroffene FakultĂ€t ihre PrĂ€senzveranstaltungen fĂŒr Studierende im ersten Semester vorerst aus. Dies gelte zunĂ€chst bis zur geplanten zentralen Trauerfeier am Montag, sagte der Dekan der FakultĂ€t fĂŒr Biowissenschaften, Joachim Wittbrodt, der Deutschen Presse-Agentur. "Ich wĂŒrde mir als Dozent auch sehr komisch dabei vorkommen, wenn ich jetzt in einen geschlossenen Hörsaal gehen mĂŒsste." In höheren Semestern seien bei Lehrveranstaltungen Schweigeminuten und Zeiten zum Austausch geplant.

Am Montag hatte ein 18-jĂ€hriger Student der FakultĂ€t wĂ€hrend eines Tutoriums vor allem fĂŒr Erstsemester in einem Hörsaal eine 19- und eine 20-jĂ€hrige Frau sowie einen 20-jĂ€hrigen Mann mit SchĂŒssen leicht verletzt. Eine 23-jĂ€hrige Studentin starb spĂ€ter an den Folgen eines Kopfschusses. Der mutmaßliche SchĂŒtze tötete sich nach der Tat selbst. Das GebĂ€ude mit dem Hörsaal, in dem die SchĂŒsse fielen, bleibe vorerst geschlossen, sagte FakultĂ€tsvorstand Wittbrodt.

Studierende und Dozenten seien nach den Ereignissen "im Schockmodus". Dennoch habe am Dienstag ein digitales Treffen der FakultÀt mit mehr als 170 Teilnehmern stattgefunden, auch Uni-Rektor Bernhard Eitel sei dabei gewesen. "Wir haben vor allem versucht, die Studierenden zu informieren und ihnen Angebote zu machen", betonte Wittbrodt. Bei der psychologischen Betreuung solle "niemand durchs Raster fallen".

Bei den anstehenden PrĂŒfungen sei nun Augenmaß gefragt, sagte Wittbrodt. Eine PrĂŒfung am Mittwoch (26. Januar) sei ausgesetzt worden, fĂŒr weitere werde es Ersatztermine geben. "Wir geben den Studierenden auch die Gelegenheit, an den PrĂŒfungen teilzunehmen", sagte Wittbrodt. "Aber wenn sie wĂ€hrenddessen merken, es klappt nicht, genĂŒgt ein kurzes Signal. Dann zĂ€hlt diese PrĂŒfung nicht."

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Nach einer gewissen Zeit wolle man die Studierenden an der FakultĂ€t ermutigen, sich dem PrĂ€senzbetrieb wieder "zu nĂ€hern", betonte Wittbrodt. "Biowissenschaften ist ein sehr praktisches Fach, mehr als 50 Prozent des Studiums sind Praktika." Zudem sei ein gewisses Maß an Routine wohl auch bei der BewĂ€ltigung des Erlebten sinnvoll.

ZusĂ€tzliche Sicherheitskontrollen halte er dabei nicht fĂŒr das richtige Mittel, sagte Wittbrodt. "Das ist eine ganz natĂŒrliche Reaktion, aber ich kann mir das an einer so freien UniversitĂ€t wie Heidelberg nicht vorstellen." Viele Studierende hĂ€tten bei dem digitalen Treffen am Dienstag Ă€hnlich argumentiert. "Die breite Antwort war: Ich wĂŒrde mich auf dem Campus nicht wohlfĂŒhlen, wenn ich wie auf dem Flughafen durchleuchtet wĂŒrde", sagte Wittbrodt.

Der Vorsitzende der Landesrektorenkonferenz der UniversitĂ€ten und Rektor der UniversitĂ€t Hohenheim, Stephan Dabbert, sagte: "Die UniversitĂ€ten verstehen sich als weltoffene BildungsstĂ€tten, in denen auch in diesen schweren Zeiten Austausch und Kommunikation stattfinden; sie sind damit Teil einer offenen Gesellschaft. EinschrĂ€nkungen des Zugangs mit sicherheitsorientierten Kontrollmaßnahmen laufen diesem SelbstverstĂ€ndnis entgegen."

Das bedeute aber nicht, dass die UniversitĂ€ten Notsituationen hilflos ausgeliefert seien. "Alle LandesuniversitĂ€ten verfĂŒgen ĂŒber Notfall- und KrisenplĂ€ne - diese haben im Fall von Heidelberg auch gegriffen, so dass die EinsatzkrĂ€fte innerhalb weniger Minuten vor Ort sein konnten", sagte Dabbert.

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