Menü Icont-online - Nachrichten für Deutschland
HomeRegionalMünchen

Warum das Oktoberfest Wiesn heißt


Warum das Oktoberfest Wiesn heißt

Von Patrick Mayer

Aktualisiert am 16.09.2022Lesedauer: 3 Min.
Nachrichten
Wir sind t-online

Mehr als 150 Journalistinnen und Journalisten berichten rund um die Uhr für Sie über das Geschehen in Deutschland und der Welt.

Ein Lebkuchenherz zum Oktoberfest in München (Symbolbild): Was hat es mit dem Namen "Wiesn" eigentlich auf sich?
Ein Lebkuchenherz zum Oktoberfest in München (Symbolbild): Was hat es mit dem Namen "Wiesn" eigentlich auf sich? (Quelle: Ralph Peters/imago-bilder)
Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Schlagzeilen
Symbolbild für einen TextHellseher führt Polizei ins NirwanaSymbolbild für einen TextVerletzter Mané tritt bei Fußballturnier aufSymbolbild für einen TextNockherberg - das ist zum Singspiel bekannt

Das Oktoberfest nennen viele "Wiesn", viele andere fragen sich: Was ist das für ein Wort, und woher kommt es?

Es gibt zwei beinahe heilige Regeln für die Münchner auf dem Oktoberfest, das zwischen dem 17. September und dem 3. Oktober an 17 Tagen sein Nach-Corona-Comeback gibt. Und beide Male geht es darum, wie die Dinge rund um das Volksfest zu benennen sind.

Erstens: Die Maß Bier wird meist mit einem scharfen "S" geschrieben – aber nicht so ausgesprochen. Der Einheimische nennt den Krug für das kühle Hopfenkaltgetränk nämlich eher "Mass" – als hätte das Wort einen kurzen Vokal "a".

Oktoberfest: In München heißt es d‘Wiesn

Und da wird die Verwirrung perfekt: Denn der Duden schreibt die Maß tatsächlich mit einem Doppel-S, während die eindeutig häufigere Schreibweise mit einem scharfen S daherkommt. Ganz offenbar orientiert der Duden sich an der Aussprache: Das "A" ganz schnell und das "S" ganz lange gezogen. "Ssssssss", lautet die gängige Endung bei Einheimischen, die einen auswärtigen Besucher nicht nur an einer weniger traditionellen Tracht erkennen. Sondern auch daran, dass sie oder er – wahlweise Preiß (für Preuße) genannt – das "A" langgezogen ausspricht und das "ß" knapp, aber umso härter.

Die zweite heilige Regel: Via Whatsapp fragt man seine Spezln (Freunde) heutzutage: "Bist du auf der Wiesn?" Und nicht: "Bist du auf den Wiesen?" Die Münchner sagen in den seltensten Fällen Oktoberfest. Außer, sie sind erst neuerdings zuagroast (zugezogen). Für sie ist das größte Volksfest der Welt schlicht die Wiesn, auf Bairisch d‘Wiesn: Einzahl, ganz wichtig. Nicht Mehrzahl. Aber: Warum nennen die Münchner ihr Oktoberfest Wiesn? Und woher kommt die Schreibweise?

Weshalb heißt das Oktoberfest in München Wiesn?

Der Ursprung des Wortes geht weit zurück, und zwar bis zur Premiere am 17. Oktober 1810. Damals vermählte sich Kronprinz Ludwig mit seiner Prinzessin Therese von Sachsen-Hildburghausen. Gefeiert wurde die Hochzeit auf einer Wiese am damaligen Stadtrand der Residenz München. Es handelte sich um die heutige Theresienwiese, die mittlerweile die einzige große unbebaute Fläche inmitten des Stadtteils Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt ist.

Die Wittelsbacher Regenten ließen die Wiese zu Ehren der Braut anno 1810 in Theresienwiese taufen. Bildlich gesprochen. Den einfachen Bürgern war das Wort auf Dauer jedoch etwas zu lang und zu sperrig. Und so gingen sie fortan auf d’Wiesn (die Wiese), was sich über die Generationen und Jahrhunderte im Sprachgebrauch verfestigt hat.

Das Gelände nannten sie dagegen immer seltener Theresienwiese. Übrigens: Auf der ist seit mittlerweile 212 Jahren das Oktoberfest beheimatet. Wegen Kriegen oder Pandemien musste es 26 Mal abgesagt werden – zuletzt wegen Corona 2020 und 2021.

Oktoberfest: Man ist auf der Wiesn – nicht auf den Wiesen

Die Schreibweise Wiesn ist also schlicht die bairische Form für die Wiese. Nicht nur der Begriff Wiesn ist den Münchner indes heilig, sondern die Theresienwiese als solche auch. So gilt das 42 Hektar große Areal seitens der Stadt München als Sonderfreifläche, die nicht bebaut werden darf. Was mancher Investor, so erzählt man es sich hinter vorgehaltener Hand, wegen der immens teuren Eigentumswohnungen (10.000 bis 12.000 Euro pro Quadratmeter) und Mietwohnungen (20 bis 30 Euro pro Quadratmeter im Monat) mutmaßlich nur allzu gerne machen würde. Der Bayerische Rundfunk (BR) hat dieses Szenario mal in einem Interview durchgespielt.

Im Frühjahr findet hier stattdessen das Münchner Frühlingsfest statt, im Winter ist die Theresienwiese Heimat des Tollwood-Festivals. Und im Sommer ist das asphaltierte und geschotterte Gelände ein Paradies für Radfahrer, Inline-Skater und Jogger. Auch sie gehen dann auf die Wiesn.

Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Verwendete Quellen
  • eigene Recherchen
  • oktoberfest.de: Wissenswertes über das Oktoberfest
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

ShoppingAnzeigen

Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Krebs bleibt zweithäufigste Todesursache
Von Alexander Spöri
Von Christof Paulus

t-online - Nachrichten für Deutschland
t-online folgen
FacebookTwitterInstagramYouTubeSpotify

Das Unternehmen
Ströer Digital PublishingJobs & KarrierePresseWerbenKontaktImpressumDatenschutzhinweiseDatenschutzhinweise (PUR)Jugendschutz



Telekom
Telekom Produkte & Services
KundencenterFreemailSicherheitspaketVertragsverlängerung FestnetzVertragsverlängerung MobilfunkHilfe & ServiceFrag Magenta


TelekomCo2 Neutrale Website