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Strom, Besucher, Bier: Die irren Zahlen rund ums Oktoberfest


Sechs Millionen Besucher, Strom für eine Kleinstadt
Die irren Zahlen rund ums Oktoberfest

Von Patrick Mayer

Aktualisiert am 14.09.2022Lesedauer: 3 Min.
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Das Oktoberfest in München von der St.Pauls-Kirche (Archivbild): Diesen Blick gibt es in diesem Jahr zum ersten Mal seit 2019 wieder zu sehen.Vergrößern des Bildes
Das Oktoberfest in München von der St.-Pauls-Kirche (Archivbild): Diesen Blick gibt es in diesem Jahr zum ersten Mal seit 2019 wieder zu sehen. (Quelle: Volker Preusser/imago-images-bilder)

Das Oktoberfest ist eine Veranstaltung der Superlative: Das größte Volksfest der Welt, das die Theresienwiese für zwei Wochen zur Stadt in der Stadt macht. Diese Zahlen zeigen den Wahnsinn.

Es ist ein spektakulärer Blick auf das Oktoberfest in München. Über der Aussichtsplattform der Kirche St. Paul im Stadtteil Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt erstreckt sich das Festgelände der Theresienwiese.

Grell glänzend schimmern die Lichter der Fahrgeschäfte, während Menschenmassen wie ein Wurm vorbeiziehen an den Festzelten, aus denen umtriebiges Wummern in der Nacht ertönt. So wird die Wiesn (Einzahl), wie Einheimische das größte Volksfest der Welt nennen, vom 17. September bis 3. Oktober erwartet. Nach zwei Jahren Corona-Pause.

Sie ist ein immenser Wirtschaftsfaktor. Besucher, Bier, Energie: t-online erklärt die Dimensionen des Oktoberfestes.

Umsatz: Oktoberfest bringt München Milliarden-Umsatz

Bierbrauer, Wirtshäuser, Schausteller, Metzger, Bäckereien, Hoteliers, Taxifahrer, Lieferanten, Dienstleister, Sercurity-Firmen: Schier unzählige Branchen und Firmen verdienen mit. Das gilt nicht nur für die bayerische Landeshauptstadt mit ihren rund 1,6 Millionen Einwohnern. Sondern auch für das Umland, etwa für Käse- und Wurstproduzenten aus dem Tegernseer Tal.

1,2 Milliarden Euro Umsatz waren es 2018, ein Jahr später 1,4 Milliarden Euro. Wegen der Inflation, gestiegener Preise und des starken Dollars für mehr als eine Viertelmillion erwartete Besucher aus den USA dürfte der Umsatz 2022 nochmal zulegen.

Italien, USA, Australien: Millionen Gäste strömen nach München

Laut offizieller Oktoberfest-Website gaben auswärtige Festgäste 2019 rund 513 Millionen Euro für Übernachtungen und die Gastronomie in der Stadt aus. Die Wiesn ausgeklammert.

Im selben Jahr kamen 21 Prozent der Besucher aus dem Ausland. Dominierten früher noch die Italiener, werden bei der 187. Auflage außergewöhnlich viele Gäste aus den USA erwartet. "Dieses Jahr kommen sie nicht nur aus den Städten an der Ostküste. Auch viele Westküstler packen die günstige Gelegenheit beim Schopf und erfüllen sich ihren Oktoberfest-Traum", erklärt Sprecherin Susanne Dopp vom Online-Reisebüro "Expedia": "Der starke Dollar macht die Reise nach Europa erschwinglich." Auch Hotel-Preise von 300 Euro für ein Doppelzimmer pro Nacht werden in Kauf genommen.

6,3 Millionen Wiesn-Besucher kamen 2019, nachdem 1985 mit 7,1 Millionen Gästen ein Rekord verzeichnet wurde.

Anteil der Oktoberfest-Gäste an allen Besuchern 2019:

  • 62 Prozent aus München und Umland,
  • 8 Prozent aus dem restlichen Bayern,
  • 9 Prozent aus den anderen Bundesländern,
  • 21 Prozent aus dem Ausland,
  • davon 3,9 Prozent aus Italien,
  • 3,7 Prozent aus den USA
  • und 2,9 Prozent aus Österreich.

17 große Festzelte: Nirgends passen mehr rein als ins Hofbräuzelt

Schützen-Festzelt, Schottenhamel-Festhalle, Hofbräu-Festzelt – um nur drei Beispiele zu nennen. Die sechs großen Münchner Brauereien – namentlich Augustiner, Hofbräu, Paulaner, Hacker-Pschorr, Löwenbräu und Spaten – haben mehrere große Zelte mit Platz für 3.700 bis 10.000 Feiernde.

Das größte Zelt ist das Hofbräuzelt mit 10.000 Plätzen. Da dieses Jahr auch die "Oide Wiesn" stattfindet, die an das traditionelle Volksfest um 1900 erinnern soll, sind es 17 statt wie üblich 14 große Festzelte. Hinzu kommen 21 kleinere Festzelte wie das Café Kaiserschmarrn oder die Münchner Knödelei.

Ein Tipp: Hier bekommt man nicht selten noch einen Platz, wenn die großen Bierhallen schon voll sind. Noch ein Tipp: Wer feierwütige Männergruppen umgehen will und stattdessen mit Münchnern anstoßen möchte, trinkt seine Maß Bier lieber im Festzelt Fischer-Vroni statt im Hofbräuzelt. Und noch ein Tipp: Das Wiesn-Barometer der offiziellen Oktoberfest-App verschafft einen Überblick über die Auslastung der Zelte.

6,4 Promille, Millionen Liter: München braut ein eigenes Wiesn-Bier

Eine Stammwürze von mindestens 13,5 Prozent und 6,4 Prozent Alkoholgehalt: Das Münchner Wiesn-Bier hat es in sich. Es empfiehlt sich, in Maßen zu trinken, nicht in Massen.

2019 wurden einzig auf dem Oktoberfest 7,3 Millionen Liter Bier ausgeschenkt. Ein Tipp: Wer meint, dass zu viel Schaum und zu wenig Bier im Krug ist, hat offiziell das Recht, die Kellnerin oder den Kellner darauf hinzuweisen.

Hunderttausende Hendl: So viel wird auf der Wiesn gegessen

Auch diese Zahlen haben es in sich: Mehr als eine halbe Million Hendl (Hähnchen) gehen auf der Wiesn über die Schänken. Tierschützer prangern an, dass es sich um Massenware aus dem Ausland handelt.

Bio-Fleisch setzt sich nur langsam durch. Zudem wurden bei der letzten Auflage einzig im Festzelt Ochsenbraterei 124 Ochsen und in der Kalbsbraterei 29 Kälber verspeist.

"Jahresbedarf von 1.200 Haushalten": Energieverbrauch auf der Wiesn

Die galoppierenden Energiepreise machen vor dem Oktoberfest nicht Halt. Zuletzt wurden 200.000 Kubikmeter Erdgas benötigt und eigens dafür auf der Theresienwiese fünf Kilometer Netz verlegt.

Hinzu kamen drei Millionen Kilowattstunden Strom über 160 Verteiler-Kästen. In München entspricht das "dem Jahresbedarf von 1.200 Haushalten und 15 Prozent des Tagesbedarfs", erklärten die Stadtwerke der "tz". Zu Spitzenzeiten liegt der Stromverbrauch des Oktoberfests auf dem Niveau einer Kleinstadt mit 21.000 Einwohnern.

Während überall zum Energiesparen aufgerufen wird, macht die Isarmetropole bei ihrem Volksfest eine großzügige Ausnahme. Die Wirte werden zwar keine Heizstrahler in den Biergärten aufstellen. Dennoch ist der Energiebedarf gewaltig, während das Rathaus nicht mehr beleuchtet wird und die Saunen der kommunalen Bäder vorerst geschlossen bleiben.

Verwendete Quellen
  • Eigene Recherchern
  • oktoberfest.de: Das Oktoberfest als Wirtschaftsfaktor
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