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Nach Goldklau in Manching: Können Ermittler die Tat aufklären? – Museen alarmiert


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Ermittler optimistisch – Museen alarmiert

Von dpa
Aktualisiert am 24.11.2022Lesedauer: 3 Min.
Die gestohlenen Goldmünzen aus Manching / das Keltenmuseum (Symbolbild): Der Schatz war nicht versichert.
Die gestohlenen Goldmünzen aus Manching / das Keltenmuseum (Symbolbild): Ermittler sind optimistisch, den Diebstahl aufklären zu können. (Quelle: Armin Weigel / Frank Mächler/dpa)
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Nach dem Gold-Diebstahl in Manching gibt sich die ermittelnde Staatsanwaltschaft zuversichtlich, die Täter finden zu können. Die Museen in Bayern sind dennoch in Alarmstimmung.

Fast 500 Goldmünzen haben Unbekannte in der Nacht zum Dienstag aus dem Kelten-Römer-Museum im oberbayerischen Manching bei Ingolstadt gestohlen. Der Wert beläuft sich auf mehrere Millionen Euro. Der Ingolstädter Oberstaatsanwalt Nicolas Kaczynski zeigt sich aber optimistisch. "Alle Täter kochen nur mit Wasser und wir haben schon unsere Mittel und Wege, da auch dagegenzuhalten", so Kaczynski.

Gemeinsam mit dem Landeskriminalamt (LKA) solle das weitere Vorgehen abgestimmt werden. Welche Maßnahmen konkret geplant sind, wollte er aber nicht sagen. "Das wäre zu weitgehend und ist für die Öffentlichkeit auch noch nicht bestimmt."

Diebe legten möglicherweise auch Telefonnetz lahm

Wie am Mittwoch bekannt wurde, brauchten die Täter nur neun Minuten, um in das Museum einzubrechen und dort die wertvollen Goldmünzen zu stehlen. Die Ermittler vermuten, dass auch die Sabotage am Telefonnetz, die einen Ausfall von Telefon, Internet und auch der Alarmanlage des Museums zur Folge hatte, mit dem Einbruch zusammenhängt.

"Das ist ein relativ nahe liegender Verdacht – ohne mich da jetzt zu weit aus dem Fenster lehnen zu wollen – dem man nachgehen muss", sagte Kaczynski. "Ob die Verbindung tatsächlich besteht oder es nur Zufall ist, letzten Endes werden das die weiteren Ermittlungen ergeben müssen."

Der Fall sei "kein Delikt, das man täglich auf dem Schreibtisch hat. Gerade bei einer Staatsanwaltschaft, die vielleicht nicht zu den größten in Bayern zählt", sagte er. "Umso mehr ist es für uns eine tolle Aufgabe, einfach mal zu zeigen, was die Kollegen können und das werden sie tun."

Die Ermittler fahnden auch international nach den Tätern. Kunstdatenbanken seien über den Diebstahl informiert worden für den Fall, dass die Münzen dort auftauchen. Und neben dem Bundeskriminalamt wurden nach Angaben des LKA auch Europol und Interpol eingeschaltet.

Bayerns Museen nach Goldraub in Alarmstimmung

Es gibt derzeit wohl keinen Museumsverantwortlichen, der nicht grübelt, wo eine Schwachstelle in seinen Sicherheitssystemen liegen könnte. Unmittelbar nach dem Diebstahl des Goldschatzes im bayerischen Manching haben die ersten schon Konsequenzen gezogen.

Die bayerischen Museen verfügten über sehr gute Sicherheitskonzepte, die mit den Sicherheitsbehörden erstellt und immer wieder überprüft und angepasst würden, betonte eine Sprecherin des bayerischen Kunstministeriums. Doch sicherlich werde der aktuelle Fall Anlass sein, das jeweilige Sicherheitskonzept noch einmal zu hinterfragen. Auch die Bayerische Schlösserverwaltung will die Sicherheitsvorkehrungen nun überprüfen.

Die staatlichen Museen sichern ihre Exponate ebenso wie die meisten anderen Häuser im Freistaat durch ein Zusammenspiel aus baulichen, technischen, personellen und organisatorischen Maßnahmen. Und dennoch wird nun überall nochmal nachgedacht, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab. Der Schock sitzt tief.

"Wir wähnten uns immer gut gesichert", schildert etwa Martin Hirsch, kommissarischer Leiter der Staatlichen Münzsammlung in München. Es gebe eine moderne Alarmanlage mit mehreren Sicherheitsstufen, sodass es nicht reiche, wenn jemand ein oder zwei Kabel erwische. Deswegen herrsche keine Alarmzustand, aber ein mulmiges Gefühl.

Besorgter klingt der Direktor der Museen der Stadt Nürnberg, Thomas Eser. Die Tat in Manching werde Folgen haben. "Bei dieser besonders barbarischen Art des Kunstraubs geht es nur um den Materialwert. Das wird dazu führen, dass wir über die Materialität in Zukunft zurückhaltender Auskunft geben." Sprich: Auf den Schildern wird oft nicht mehr draufstehen, dass etwas aus Gold oder Silber ist.

Beim Würzburger Domschatz, der derzeit nicht zugänglich ist und ab Anfang 2023 wieder öffentlich präsentiert werden soll, führt Manching zu einem Umdenken – mit noch offenem Ausgang. "Der Domschatz ist natürlich gesichert mit einer modernen Anlage", sagte Wolfgang Schneider vom Museum am Dom. "Aber man muss tatsächlich in sich gehen und fragen, ob man alle Stücke wirklich präsentieren kann oder ob man die Sicherheit eines Tresors sucht." Schließlich hätten die Diebe gezeigt, was man mit Hammer und viel Gewalt anrichten könne.

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Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur dpa
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Von Alexander Spöri
Von Reinhard Franke

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