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10 Euro Pfand für einen Kasten Bier: Forderungen eines Brauers aus Bayern


10 Euro Pfand für einen Kasten Bier gefordert


Aktualisiert am 03.04.2023Lesedauer: 2 Min.
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Gestapelte Bierkästen in einem Getränkemarkt in Bayern (Symbolbild): Geht es nach einigen Brauern, soll für das Pfand in Zukunft 10 Euro fällig werden.
Gestapelte Bierkästen in einem Getränkemarkt in Bayern (Symbolbild): Geht es nach einigen Brauern, sollen für das Pfand in Zukunft 10 Euro fällig werden. (Quelle: IMAGO / Sven Simon)

Brauereien haben ein Problem: Jedes Jahr kostet sie das Mehrwegsystem Millionen. Eine Reform soll her. Für einen Kasten Bier müsste damit deutlich mehr Geld hingelegt werden.

Das Pfand für einen Kasten Bier soll in Zukunft 10 Euro betragen. Das fordert der Geschäftsführer der Riegele Brauerei in Augsburg, Sebastian Priller. Wie das Branchenmagazin "Inside Getränke" in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, habe Priller diesen Plan in der jüngsten Gesellschafterversammlung der Freien Brauer vorgestellt, eines Zusammenschlusses von 44 mittelständischen Brauereien in Deutschland. Und Priller steht mit diesem Vorschlag offenbar nicht alleine da.

Dem Bericht zufolge spricht sich unter anderem Mirco Wolf Wiegert, Chef von Fritz-Kola, für ein höheres Pfand auf Glasflaschen und Mehrwegkästen aus. Und wie Wilfried Kurz, Vertriebsleiter Deutschland der Flötzinger Brauerei in Rosenheim, im Gespräch mit t-online bestätigt, dürften die meisten Brauereien und Mineralquellen den Vorschlag mittragen. Hintergrund sind die massiv gestiegenen Wiederbeschaffungskosten für Flaschen und Kästen.

Warum Bierbrauer in Bayern beim Pfandsystem Geld verlieren

Der genaue Plan sieht Priller zufolge vor, ab dem 1. Februar 2024 25 Cent Pfand pro Glasflasche und 5 Euro Pfand pro Kasten zu verlangen. Bisher liegen die Preise dafür bei 8 Cent für die Flasche und 1,50 Euro für den Kasten. Bei 20 Flaschen Bier pro Kasten stiege das Pfand somit zukünftig auf 10 Euro, für die 24er-Kästen würden gar 11 Euro fällig. "Aber das Geld ist ja nicht verloren", sagt Kurz.

Er ist überzeugt: "Das Pfand muss sich verändern." Aktuell liege auch der Einkaufspreis für neue Kästen und Glasflaschen etwa auf dem gleichen Niveau wie das von Riegele-Chef Priller geforderte Pfand.

Zwei Kasten Flötzinger Bräu aus Rosenheim (Archivbild): Die Brauerei ist Teil eines Zusammenschlusses, aus dem die Forderung nach höherem Pfand kommt.
Zwei Kasten Flötzinger Bräu aus Rosenheim (Archivbild): Die Brauerei ist Teil eines Zusammenschlusses, aus dem die Forderung nach höherem Pfand kommt. (Quelle: IMAGO / Manfred Segerer)

Bei jedem Kasten, der gar nicht zurückkomme oder bei dem Flaschen nicht zurückgegeben werden, verlieren die Eigentümer also bis zu sieben Euro: Zwar haben sie zuvor Pfand in Höhe von 3,10 Euro erhalten, das sie nicht zurückerstatten müssen. Um den Verlust zu ersetzen, müssen sie aber das verlorene Material für rund 10 Euro neu einkaufen. Bei mehreren Dutzend Millionen Kästen Bier, die permanent im Umlauf sind, fehlen der gesamten Branche jährlich Millionen Euro Pfand, die nicht zurückkommen.

Neues Pfandsystem: Was Brauer in Bayern mit dem Bier vorhaben

Um den Plan umzusetzen, seien allerdings noch einige Absprachen zu treffen. Ein Problem könne etwa sein, dass auch vor dem möglichen Stichtag mit 3,10 Euro Pfand verkaufte Kästen von den Brauern für 10 Euro Pfand eingelöst werden müssten. Damit würde jeder zurückgebrachte Kasten rund sieben Euro Verlust für die Brauer bedeuten. Und es sei wichtig, dass man geschlossen vorgehe, erklärt Kurz.

So habe es zwar schon einzelne Unternehmen gegeben, die eigenständig das Pfand hochgesetzt haben. Jedoch hätten diese das schnell wieder rückgängig gemacht. Das Problem: Wenn eine Brauerei mehr Pfand verlangt als andere, würden die Pfandflaschen meist dorthin zurückgebracht – schließlich gibt es dort mehr Geld zurück. Ein Alleingang würde also nicht funktionieren. "Einen Modus vivendi haben wir noch nicht gefunden", sagt Kurz.

Verwendete Quellen
  • Gespräch mit Wilfried Kurz
  • Inside Getränke: Heft 923 vom 31. März 2023
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