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München: Salafisten-Treffen mit Marcel Krass könnte abgesagt werden


Nach Medienberichten
Salafisten-Treffen wackelt: Findet es doch nicht statt?


24.04.2024Lesedauer: 2 Min.
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In diesem Gebäude in der Heidemannstraße finden üblicherweise Hochzeiten statt, im Mai jedoch ein Treffen bundesweit bekannter Salafisten.Vergrößern des Bildes
In diesem Gebäude in der Heidemannstraße finden üblicherweise Hochzeiten statt, im Mai jedoch ein Treffen bundesweit bekannter Salafisten. (Quelle: Screenshot aus Google Maps)

Anfang Mai soll ein Salafisten-Treffen in München stattfinden, vier Redner werden vom Verfassungsschutz beobachtet. Nun scheinen die Pläne der Veranstalter zu bröckeln.

Ein für den 9. Mai in München geplantes Treffen von Salafisten aus ganz Deutschland könnte womöglich nun doch nicht stattfinden. Die Münchner Polizei bestätigt t-online auf Nachfrage, dass der Veranstalter in Erwägung ziehe, die Veranstaltung abzusagen. Darüber hinaus haben zwei der eingeladenen Sprecher laut Polizei ihr Kommen abgesagt. Um wen es sich dabei genau handelt, konnte die Polizei nicht mitteilen.

Wie die "Abendzeitung" zunächst mit Verweis auf Recherchen der städtischen Fachinformationsstelle für Rechtsextremismus (firm) berichtete, sollte in einer Event-Location an der Heidemannstraße im Münchner Norden ein großangelegtes Treffen von Anhängern der ultrakonservativen Richtung des Islam stattfinden.

Salafisten-Treffen: Auch Konvertit aus Hannover dabei

Mit dabei: Unter anderem der Konvertit aus Hannover Marcel Krass, der in Vergangenheit Kontakt zu einem der 9/11-Attentäter pflegte. Krass sollte laut Programm zwei Vorträge bei dem Treffen halten. Sprechen sollten auch Imam Mohamad Gintasi aus Wuppertal, Imam Said Khobaib Sadat aus Frankfurt und Ahmad Al-Khalifa, Vorstand des Muslimbruderschaft-nahen Islamischen Zentrums München. Sie werden ebenso wie Konvertit Krass vom Verfassungsschutz beobachtet.

Auch der Münchner Imam Ahmed Popal stand auf der Rednerliste, er teilte Anfang März zuerst den Werbeflyer zur Veranstaltung auf seinem Facebook-Profil, angeblich als Event einer "islamischen Veranstaltungsreihe". Popal sprach sich im November zusammen mit anderen Imamen in einem Brief an Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) für ein gemeinsames Friedensgebet angesichts des eskalierenden Nahostkonflikts aus.

Salafismus in Bayern

Laut dem Bayerischen Verfassungsschutz orientieren sich Salafisten kompromisslos an der islamischen Frühzeit vor 1.400 Jahren und wollen in Deutschland frühislamische Herrschafts- und Gesellschaftsformen einführen. Von Salafisten gehe eine besondere Gefährdung für die Sicherheit Deutschlands aus. Fast alle bisher in Deutschland identifizierten terroristischen Netzwerkstrukturen und Einzelpersonen waren laut Verfassungsschutz salafistisch geprägt oder haben sich in salafistischen Milieus entwickelt.

Unklar ist allerdings, wer Veranstalter des Salafisten-Treffens in München ist. Der Polizei sowie der Stadt München liegen dazu nach eigenen Aussagen keine Informationen vor. Der Münchner Imam Ahmad Popal soll in Medienberichten als Veranstalter genannt worden sein, er selbst weist dies in einem Facebook-Statement aber zurück. "Ich war am 9. Mai eingeladen als Gast", schreibt Popal.

Verwendete Quellen
  • Eigene Recherche
  • Telefonat mit dem Polizeipräsidium München
  • Mailverkehr mit dem Kreisverwaltungsreferat
  • Mailverkehr mit der Fachinformationsstelle für Rechtsextremismus (firm)
  • verfassungsschutz.bayern.de: Salafismus (Stand: 16. April)
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