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Oktoberfest in München: Wiesn-Wirt gibt Festzelt "Bräurosl" auf

Schwerer Abschied  

Wiesn-Wirt gibt wegen Corona "Bräurosl"-Festzelt auf

06.07.2020, 18:08 Uhr | dpa

Oktoberfest in München: Wiesn-Wirt gibt Festzelt "Bräurosl" auf. Viele Gäste stehen auf dem Oktoberfest vor dem Eingang des Festzelts "Bräurosl": Wegen der Corona-Krise gibt eine Wiesn-Familie die Bewirtung des Zelts auf. (Quelle: dpa/picture alliance/Archivbild)

Viele Gäste stehen auf dem Oktoberfest vor dem Eingang des Festzelts "Bräurosl": Wegen der Corona-Krise gibt eine Wiesn-Familie die Bewirtung des Zelts auf. (Quelle: picture alliance/Archivbild/dpa)

Wegen der Corona-Pandemie ist das Oktoberfest in diesem Jahr abgesagt worden. Nun zieht ein erster Wirt Konsequenzen – und gibt das Traditionsfestzelt "Bräurosl" auf.

Über vier Generationen führte die Wirtefamilie Heide das Traditionsfestzelt "Bräurosl" auf dem Oktoberfest in München. Nun nimmt sie Abschied. Sie will sich nicht mehr um das Pschorr-Festzelt bewerben, teilte die Familie am Montag in Planegg bei München mit.

Die Coronakrise und die damit verbundenen finanziellen Unwägbarkeiten sind ein Grund, hieß es. Zudem will sich das Unternehmen umstrukturieren und sich auf die Planegger Gaststätte Heide-Volm konzentrieren. Dass Wiesnwirte von sich aus ein Zelt abgeben, ist äußerst selten.

Auslöser Corona-Krise

"Wir haben uns das reiflich überlegt. So ein Schritt ist ja auch aufgrund der langen Familientradition nicht leicht. Schon unser Urgroßvater war auf dem Oktoberfest", sagte Daniela Heide. Ihr Vater Georg Heide nannte den Schritt traurig, aber notwendig. Letzter Auslöser sei die Corona-Krise gewesen.

"Zwei Monate haben wir schon vorab diskutiert, wie das ablaufen wird, wie die Zukunft 2021 aussehen wird", sagt Georg Heide. Dabei seien die Bedenken immer größer geworden. Durch die Wiesnabsage fehlten Einnahmen, sie machten sonst mehr als 60 Prozent des Jahresumsatzes aus.

Zudem werde es bei der Wiesn 2021 für den Fall einer Pandemie voraussichtlich keinen ausreichenden Versicherungsschutz geben. Das ist zu riskant, meint die Familie. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass das Oktoberfest künftig so sein wird, wie es die letzten Jahre war", sagt Heide und nannte die Abstandsregelungen. "Das wäre auf der Wiesn nicht möglich." Auch die Infektion eines Mitarbeiters und als Folge eine mehrtägige Zeltschließung stellt sich die Familie schwierig vor. "Nach so vielen Jahren ist es nicht einfach, sowas zu entscheiden", sagt Georg Heide. "Die Wiesn war unser Leben, wir haben dort viele schöne Dinge erlebt und sind dankbar dafür."

Abgabe sehr seltener Schritt

Andere Wirtekollegen wie auch die Brauerei bedauerten den Schritt. "Wir müssen das erst einmal sacken lassen. Wir bedauern das sehr", sagte die Sprecherin von Hacker-Pschorr, Birgit Zacher. "Es ist schade, wenn man so renommierte Kollegen verliert, die eine Institution auf der Wiesn sind", sagt Wirtesprecher Peter Inselkammer.

Die Festhalle "Bräurosl" ist benannt nach der Tochter des früheren Brauereibesitzers, die der Legende nach ihre abendliche Maß Bier hoch zu Ross auf dem Hof der Brauerei trank und dabei die Braugesellen beeindruckt haben soll. 

Dass Wirte ein lukratives Zelt von sich aus aufgeben, kommt selten vor. Zuletzt hatte sich Anfang der 2000er-Jahre die Familie Kreitmair aus Altersgründen nicht mehr für das damalige Winzerer Fähndl, heute Paulaner Festzelt, beworben.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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