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Stillstand wegen Corona: Münchner Hotels kämpfen gegen die Krise

Hoffnung auf die Wiesn  

Münchner Hotels kämpfen gegen die Krise

Von Vincent Suppé

17.03.2021, 14:29 Uhr
Stillstand wegen Corona: Münchner Hotels kämpfen gegen die Krise. Das Hotel Krone an der Theresienwiese: Die Hotels in München trifft die Corona-Krise hart. (Quelle: t-online/Vincent Suppé)

Das Hotel Krone an der Theresienwiese: Die Hotels in München trifft die Corona-Krise hart. (Quelle: Vincent Suppé/t-online)

Das Hotel Krone an der Theresienwiese ist eine Institution in München. Seit der Corona-Krise steht auch hier alles still – der Betreiber hat aber kreative Wege gefunden, die Räumlichkeiten trotzdem zu nutzen.

Duftende Minze, kubanischer Rum, die Kombination aus der Süße des Rohrzuckers und der Säure von Limetten: Der Mojito ist mehrfach zum beliebtesten Drink an der Hotelbar gekürt worden. Für viele Gäste steht er für Freizeit und Urlaub – Entspannung durch den Strohhalm.

Über den Bartresen des Münchner Hotels Krone ist aber schon lange kein Mojito mehr gewandert. Seit September hat die Hotelbar geschlossen, das Hotel dagegen darf weiter Gäste empfangen. Das Problem: Obwohl das Hotel Krone in der Innenstadt liegt, in einer Jugendstilvilla mit Blick über die Theresienwiese, man an guten Tagen sogar das Alpenpanorama sehen kann, obwohl jedes Zimmer individuell designt ist – trotz alldem übernachten in der Krone aktuell genau drei Gäste.

Im Frühjahr sind üblicherweise 60 Prozent der Zimmer ausgebucht. "Jetzt gibt es Tage, da ist niemand da", erzählt Hotelmanager Peter Feldchen. Das Hotel Krone ist kein Einzelfall. Auch im Hotel Seibel direkt neben der Krone gibt es zahlreiche freie Zimmer, das Bavaria Boutique Hotel gleich um die Ecke hat sogar ganz geschlossen. Denn Hotelübernachtungen sind "nur für glaubhaft notwendige, insbesondere für berufliche und geschäftliche Zwecke"  erlaubt, hat die bayerische Staatsregierung beschlossen. Touristen schließt das aus.

Der Eingangsbereich des Hotels: Die Räumlichkeiten dienen nun als Filmkulisse. (Quelle: t-online/Vincent Suppé)Der Eingangsbereich des Hotels: Die Räumlichkeiten dienen nun als Filmkulisse. (Quelle: Vincent Suppé/t-online)

München trifft das hart. Knapp neun Millionen Menschen pro Jahr reisten vor Corona in die Stadt, die Münchner Hotelzimmer waren zu 75 Prozent ausgelastet. 2020 dagegen ging der Umsatz der Hotelbranche um 47,5 Prozent zurück, teilt der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband mit. Und mit jedem neuen Anstieg der Inzidenzwerte wird es unwahrscheinlicher, dass die Touristen bald zurückkehren können, nach München und in die Hotels.

Wiesn-Tourismus könnte die Rettung sein

"Noch können wir die Situation stemmen", sagt Peter Feldchen. Die Krone profitiere davon, dass sie Teil eines Verbunds mehrerer Gastrobetriebe ist, erzählt der Hotelmanager, und von einem entgegenkommenden Vermieter. Ob das so bleibt, hängt auch vom Oktoberfest mit seinen 6,3 Millionen Besuchern ab. Sie spülen über eine Milliarde Euro in die Kassen, mehr als 500 Millionen gehen an die Hotels. Und kaum eines kann mit der Lage des Hotel Krone mithalten: Es liegt direkt an der Festwiese.

"Während der Wiesn brodelt es hier 24 Stunden am Tag", erzählt Feldchen. "Bumsvoll" sei es dann, Hostessenservice und After-Wiesn-Party im Keller. Wie viel Geld das Hotel in diesen 16 Tagen einnimmt, will der Hotelmanager nicht verraten. "Aber sagen wir mal so: Es lohnt sich!" Ob das Oktoberfest 2021 stattfinden kann, ist noch nicht entschieden.

Hotelzimmer werden nun anders genutzt

Rund die Hälfte der Gäste des Hotels Krone sind Geschäftsreisende. Sie dürften weiter anreisen, doch auch hier machen sich Reisebeschränkungen, ausgefallene Messen und der Umstieg auf Videokonferenzen bemerkbar. Ein kostenloses Zimmer-Upgrade hilft nur wenig. Viele Zimmer bleiben leer. Um die Verluste möglichst klein zu halten, hat Feldchen nach Alternativen gesucht: Sat.1 nutzt das Hotel als Drehort für eine Krimiserie. Ein Fotoshooting mit Musiker Tom Beck findet statt. Und wem die Kinder oder ein Wasserrohrbruch zu Hause die Konzentration rauben, der kann sich ein Zimmer günstig als Arbeitsraum mieten, um dem Homeoffice-Trubel für einen Tag oder auch nur eine Stunde zu entkommen. Das Hotel als Ruheraum.

Reiseatmosphäre kommt so allerdings nicht auf. Keine Rollkoffer, die über die weißen Fließen im Foyer rattern. Die U-Bahn-Pläne zum Mitnehmen liegen unbeachtet an der Rezeption. Der Mojito-Rum setzt Staub an. In der Hotelbar ist es so still, dass man die Kühlschränke brummen hört. An solchen Tagen schaut nur Peter Feldchen im leeren Haus vorbei, ob alles in Ordnung ist.

Verwendete Quellen:

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