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Museum F├╝nf Kontinente: Rund 50 Objekte wohl Raubkunst

Von dpa
21.01.2022Lesedauer: 2 Min.
Blauer-Reiter Pfosten aus Kamerun
Der Blaue-Reiter Pfosten steht in der Ausstellung des Museum F├╝nf Kontinente in M├╝nchen. (Quelle: Lino Mirgeler/dpa/Archiv/dpa-bilder)
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Das Museum F├╝nf Kontinente in M├╝nchen hat bei einem Forschungsprojekt rund 50 Gegenst├Ąnde aus seiner Sammlung als m├Âgliche koloniale Raubkunst identifiziert. Sie stammten nach vorl├Ąufiger Einsch├Ątzung aus problematischen Erwerbsumst├Ąnden, teilte das Museum am Freitag in M├╝nchen mit, wo die Ergebnisse am Abend in einer Online-Veranstaltung pr├Ąsentiert werden sollten.

Noch unklar ist die Provenienz des h├Âlzernen Blaue-Reiter-Pfostens, den die K├╝nstlergruppe Blauer Reiter 1912 in ihrem Almanach abgebildet hat. In dem vermuteten Herkunftsgebiet der Skulptur in Kamerun seien die Forschungen wegen b├╝rgerkriegsartiger Verh├Ąltnisse sehr schwierig und zum Teil unm├Âglich gewesen.

Das Projekt war zuletzt in die Schlagzeilen geraten, weil ein Forscherteam aus Kamerun nicht zum Abschlusstreffen einreisen durfte. Die Forscher rund um den Kulturwissenschaftler Albert Gouaffo von der Universit├Ąt Dschang und Karin Guggeis vom Museum F├╝nf Kontinente hatten seit November 2019 die Provenienz von rund 200 Objekten der Sammlung Max von Stettens untersucht. Ende des 19. Jahrhunderts hatte dieser in Kamerun eine Kolonialtruppe des Deutschen Kaiserreiches kommandiert und dem Museum zahlreiche Objekte geschenkt.

Nach derzeitigem Stand seien einige Gegenst├Ąnde im Rahmen von Milit├Ąraktionen, so genannten Strafexpeditionen, in den Besitz von Stettens gelangt, teilte das Museum mit. Andere Objekte seien dagegen mit gro├čer Wahrscheinlichkeit legitim erworben worden. Als problematisch stuften die Forscher unter anderem zwei sakrale oder kultisch verwendete Figuren, drei Blash├Ârner, zwei Rindenbastklopfer und zahlreiche Waffen ein.

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Was mit diesen Objekten geschieht, wird nach Museumsangaben noch gekl├Ąrt. Bayerns Kunstminister Bernd Sibler (CSU) versprach, man werde die Sachen restituieren, wenn die Forschung ergebe, dass sie auf rechtlich oder ethisch nicht mehr vertretbare Weise in die Sammlung gelangt seien. Die Aufarbeitung des Kolonialismus sei eine zentrale kulturpolitische Aufgabe.

Zum Projektabschluss sollten eine Forscherin und zwei Forscher aus Kamerun nach M├╝nchen reisen. Nach Angaben des Au├čenministeriums konnten ihnen aber keine Visa erteilt werden, weil erforderliche Unterlagen nicht vorgelegt wurden. Die Kunsthistorikerin B├ęn├ędicte Savoy kritisierte daraufhin, die restriktive Visa-Politik Deutschlands konterkariere "einmal mehr die Forschung aus Objekten zu kolonialen Kontexten". Man brauche eine Visa-Politik, die transnationale Kooperationen erm├Âgliche.

F├╝r das Museum kam die Einreiseverweigerung ├╝berraschend. Bei einem sensiblen Thema wie der Aufarbeitung von kolonialem Unrecht sei der pers├Ânliche Austausch von gr├Â├čter Bedeutung, sagte eine Sprecherin. Die intensive Zusammenarbeit sei "das Herzst├╝ck der postkolonialen Provenienzforschung".

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