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Vettel will Rotkäppchen wie zu Schumis Zeiten

Von t-online, dpa
Aktualisiert am 28.07.2016Lesedauer: 2 Min.
Deutsche Ferrari-Stars mit ihren Fans: Michael Schumacher (li.) 2004, Sebastian Vettel 2016.
Deutsche Ferrari-Stars mit ihren Fans: Michael Schumacher (li.) 2004, Sebastian Vettel 2016. (Quelle: Sven Simon/Thomas Melzer/imago-images-bilder)
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Heimpremiere in Rot: Sebastian Vettel wird am Wochenende zum ersten Mal im Ferrari beim Großen Preis von Deutschland an den Start gehen - und wünscht sich für sein Hockenheim-Debüt im roten Flitzer auf den Tribünen ein Meer von Rotkäppchen wie einst zu Michael Schumachers besten Zeiten.

"Das wäre schön, es bietet sich an. Ob es für die Leute auch so besonders ist, dass sie die silberne Kappe in die Ecke schmeißen und die rote aufziehen, wird man sehen", sagte der viermalige Formel-1-Weltmeister, der beim Deutschland-GP (Sonntag, ab 13.45 Uhr im Live-Ticker bei t-online.de) nur allzu gern die Dominanz der Mercedes-Silberpfeile brechen würde.


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"Wie im eigenen Wohnzimmer"

Die Heimkehr auf die nordbadische Traditionsstrecke erfüllt den 29-Jährigen spürbar mit großer Vorfreude. Im nur wenige Kilometer entfernten Walldorf drehte Vettel einst seine ersten Kart-Runden, das Elternhaus in Heppenheim ist nur eine halbe Autostunde entfernt.

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"Das ist so, wie im eigenen Wohnzimmer zu fahren. Ob ich auch so gut zurechtkomme, wird sich zeigen", sagte der Hesse.

Vettel und Ferrari fahren hinterher

Genau das ist vor dem zwölften Saisonlauf das Problem. Sein Ferrari ist längst kein Weltmeister-Auto, wie es einst Rekordchampion Schumacher bei seinen insgesamt vier Hockenheim-Siegen bewegte.

"Die WM-Tabelle sagt mehr als tausend Worte über die Lage Ferraris", schrieb die "Gazzetta dello Sport" nach dem jüngsten Dämpfer in Ungarn, als Vettel sich mit Rang vier begnügen musste. Statt wie geplant auf Augenhöhe mit den Mercedes-Piloten Lewis Hamilton und Nico Rosberg um die WM zu kämpfen, gelang der Scuderia in der ersten Saisonhälfte kein einziger Sieg. Vettel hat als WM-Fünfter 82 Punkte Rückstand auf Hamilton.

"Die Sachen, die wir in den Griff bekommen müssen, sind nicht einfach zu beheben", sagte Vettels Teamkollege Kimi Räikkönen. Da die meisten Ressourcen aber schon in die Entwicklung des Autos für 2017 fließen, ist eine Trendwende kaum noch zu erwarten.

Aufbauhelfer in Langzeitprojekt

"Ferraris tiefe Krise. Auch die Zukunft ist gefährdet", unkte der "Corriere dello Sport". Vettel kennt diese permanente Aufgeregtheit nach 19 Monaten bei Ferrari. Wie einst sein Vorbild Schumacher sieht er sich als Aufbauhelfer in einem Langzeitprojekt.

"Der Schritt zu Ferrari war kein Schnellschuss im Sinne von: Morgen muss alles klappen", sagte Vettel zuletzt in einer kleinen Runde deutscher Journalisten in Budapest. "Das Team ist gewillt, sich neu zu formen. Da muss man sich die Zeit nehmen, bis sich der Erfolg einstellt."

Deswegen verspüre er auch keine besondere Anspannung vor den ersten Runden in einem roten Renner in Hockenheim. "Druck haben wir immer, egal, wo wir hingehen. Zuhause hat man den Extra-Ansporn", erklärte Vettel.

Vettels magere Hockenheim-Bilanz

Beflügelt hat ihn der Heimvorteil zumindest in Hockenheim jedoch bisher nicht. Selbst in seinen Weltmeister-Jahren mit Red Bull sprang hier nie mehr als Rang drei heraus.

Dennoch hofft Vettel darauf, dass das Rennen vor seiner früheren Haustür trotz wirtschaftlicher Probleme auch langfristig im WM-Kalender bleibt. "Wenn Hockenheim, Monza oder solche Stätten rausfallen, das wäre nicht der richtige Schritt", sagte Vettel.

Mit einem schnellen Ferrari-Aufschwung und einem neuen Boom der Rotkäppchen könnte er selbst zur Zukunftssicherung des deutschen Grand Prix beitragen.

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Von Nils Kögler
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Motorsport

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