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Formel-1-Pressestimmen: "Langsam und chaotisch"! Ferrari bekommt Fett weg

Pressestimmen zum China-GP  

"Langsam, verworren, chaotisch": Ferrari bekommt sein Fett weg

15.04.2019, 12:18 Uhr | ps, t-online.de, sid, dpa

 (Quelle: imago images / Motorsport Images)
Formel 1 in China: Hamilton siegt vor Bottas - Vettel im Ferrari Dritter

Mercedes feiert auch beim GP in Shanghai einen Doppelsieg. Hinter Hamilton und Bottas belegt Sebastian Vettel Platz drei. (Quelle: Sport1)

Formel 1: Lewis Hamilton hat den Großen Preis von Shanghai vor Valtteri Bottas gewonnen, Sebastian Vettel im Ferrari wurde Dritter. (Quelle: Sport1)


Mercedes feiert in China den dritten Doppelsieg der Saison. Sebastian Vettel landet nur dank der Ferrari-Teamorder auf dem Podest. Die internationale Presse geht mit der Scuderia hart ins Gericht und rät ihr zum Umdenken.

Nach dem 75. GP-Sieg von Lewis Hamilton beim Jubiläumsrennen in China wird der Mercedes-Pilot von der internationalen Presse gefeiert. "Der Brite ist das Symbol dieser Epoche. Ein globaler Rockstar, der Ferrari problemlos besiegt", schreibt die "Gazetta dello Sport".

Mit Ferrari geht vor allem die "Corriere della Sera" hart ins Gericht, nennt die Scuderia "langsam, verworren, chaotisch" und fordert einen Strategiewechsel. "Es wäre besser, wenn man bei Ferrari endlich begreifen würde, dass sie den richtigen Piloten, Charles Leclerc, engagiert haben. Maranello sollte endlich auf das Jungtalent setzen und nicht mehr Kapitän Sebastian Vettel verteidigen." Die internationalen Pressestimmen zum China-GP. 

GROSSBRITANNIEN:

The Telegraph: "Im 1000. Rennen der Formel 1 lieferte Hamilton – der britische Star und statistisch wohl beste Fahrer, der je gelebt hat – eine weitere makellose Leistung ab, indem er zum sechsten Mal in China gewann. Der 75. Sieg seiner Karriere, wobei außer ihm nur noch Michael Schumacher in mehr als 4.000 Runden führte."

The Independent: "Lewis Hamilton lieferte eine beeindruckende Leistung mit dem Sieg in China ab, während Ferrari Sebastian Vettel mit einer Teamorder half, auf dem Podium zu landen."

ITALIEN:

Gazzetta dello Sport: "Der Held ist immer Lewis Hamilton. Im Grunde hätte es keinen besseren Sieger für das 1.000. Formel-1-Rennen geben können. Der Brite ist das Symbol dieser Epoche. Ein globaler Rockstar, der Ferrari problemlos besiegt. Die große Geschwindigkeit des SF90 ist von Freitag bis Sonntag verschwunden, versenkt von umstrittenen strategischen Beschlüssen, wie beispielsweise der Entscheidung, Vettel auf Kosten Leclercs den Vorzug zu geben."

Corriere dello Sport: "Mercedes auf Höhenflug. Die Silberpfeile feiern den erfolgreichsten WM-Start der Geschichte mit drei Doppelsiegen in drei Rennen. Ferrari hat nicht nur wenig Geschwindigkeit, sondern muss auch mit den negativen Aspekten der Rivalität seiner Piloten umgehen."

Tuttosport: "Alarmglocken bei Ferrari! Vettel zeigt sich am Ende des GP in China mit seinem dritten Platz zufrieden, doch seine Leistungen liegen klar unter den Erwartungen Maranellos. Indem Leclerc ihm den Vortritt lassen muss, erspart man Vettel eine Demütigung. Doch so kann es nicht weitergehen."

La Repubblica: "Hamilton, der König Nummer 1.000. Mercedes schreibt Geschichte, Hamilton und Bottas dominieren die Formel 1, wie es nur Nigel Mansell und Riccardo Patrese 1992 mit ihren glorreichen Williams geschafft haben. Vettels dritter Platz kann einem viermaligen Weltmeister nicht genügen. Leclerc wird immer mehr zum Leader, auch wenn er im Namen des Teams geopfert wird."

Corriere della Sera: "Unfähig, auf Schwierigkeiten zu reagieren, langsam, verworren, chaotisch und mit einer gescheiterten Taktik: Sämtliche Ferrari-Probleme kommen auf einer komplexen Strecke wie jener in China zum Vorschein. Zudem droht die interne Rivalität zwischen den beiden Fahrern voll auszubrechen. Es wäre besser, wenn man bei Ferrari endlich begreifen würde, dass sie den richtigen Piloten, Charles Leclerc, engagiert haben. Maranello sollte endlich auf das Jungtalent setzen und nicht mehr Kapitän Sebastian Vettel verteidigen. Der Deutsche sollte endlich auf die Kapitänsbinde verzichten."

Sebastian Vettel (l.) und Charles Leclerc: Nach dem Rennen in China verschärft sich bei Ferrari der Konkurrenzkampf. (Quelle: imago images/HochZwei)Sebastian Vettel (l.) und Charles Leclerc: Nach dem Rennen in China verschärft sich bei Ferrari der Konkurrenzkampf. (Quelle: HochZwei/imago images)

SPANIEN:

Marca: "Lewis Hamilton hat den Großen Preis von China in einem der einfachsten Rennen seiner langen Karriere gewonnen. Mit Leichtigkeit übertraf der Engländer seinen Teamkollegen, während Sebastian Vettel die Besetzung des Siegerpodests abrundete und sich der Abstand zu den beiden Mercedes weiter vergrößerte. Charles (Leclerc) war der Bauer, der komplett für das Haus Maranello geopfert wurde, wenn auch diesmal richtigerweise, da Seb später zeigte, dass er schneller den Rhythmus fand."

Mundo Deportivo: "Vettel hatte in der ersten Kurve einen Fehler gemacht. Er hatte sich darauf konzentriert, Bottas auf dem zweiten Platz anzugreifen, ließ aber seine Innenseite ungeschützt. Dort rutschte Leclerc hinein, bei dem sich der Deutsche daran gewöhnen sollte, dass er ihm nicht einen halben Meter Platz lässt. Wie schon in Bahrain sah sich Sebastian erneut von seinem Teamkollegen auf der Strecke übertroffen. Aber auch hier reagierte 'Seb' rechtzeitig. Er hängte sich dicht an den Monegassen und sein eigenes Team kümmerte sich um den Rest. 'Lass Seb vorbeifahren. Lass Seb vorbeifahren', hieß es für Charles in Runde zehn über Funk. Der junge Ferrari-Star antwortete mit einem abgeschnittenen 'Aber' voller Ungläubigkeit, die ihm die Sprache verschlug, konnte aber nicht der Anweisung entgehen, eine Lücke für den Teutonen zu öffnen."


ÖSTERREICH:

Kronen-Zeitung: "'Lass Sebastian vorbei!' Wirbel um Ferrari-Order (...) Lewis Hamilton und Valtteri Bottas sorgten am Sonntag im Grand Prix von China für einen Doppelsieg von Mercedes. Ferrari machte statt mit Schnelligkeit aber wieder einmal mit Stallregie von sich reden."

Die Presse: "Jubiläumsshow nach vertrautem Drehbuch (...) Das 1000. Rennen der Formel 1 war keines für die Geschichtsbücher. (...) Keine Sternstunde der Motorsportgeschichte also."

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagenturen dpa und sid

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