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Das sagt Verstappen zu seinem ersten WM-Titel

Von t-online, dpa
Aktualisiert am 12.12.2021Lesedauer: 4 Min.
Kindheitstraum erfĂŒllt: Der Rennsport liegt Max Verstappen im Blut, auf den Titel hat er lange hingearbeitet. (Quelle: t-online)
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Was fĂŒr ein Thriller! Auf den letzten Kilometern einer unglaublichen Formel-1-Saison fĂ€ngt Max Verstappen in Abu Dhabi Lewis Hamilton noch ab. Verstappen ist erstmals Weltmeister.

Die unbĂ€ndigen Jubelschreie von Max Verstappen ĂŒbertönten das krachende Feuerwerk ĂŒber dem Abendhimmel von Abu Dhabi. In einem Nerven-Finale, das einer unfassbaren Saison noch einmal die Krone mit der Entscheidung auf der allerletzten Runde aufsetzte, sicherte sich der 24-jĂ€hrige NiederlĂ€nder zum ersten Mal in seiner Karriere den Titel. "Es ist unglaublich, ich habe das ganze Rennen gekĂ€mpft. Es ist verrĂŒckt", stammelte Verstappen nach seinem zehnten Saisonsieg und suchte nach Worten. "Ich hatte GlĂŒck."


Ergriffen und ĂŒberglĂŒcklich nahm Vater Jos den neuen Champion in die Arme, bei der Siegerehrung kĂ€mpfte er mit den TrĂ€nen. Teamchef Christian Horner machte Verstappen eine LiebeserklĂ€rung. Der auf tragische Weise auch durch einen völlig verrĂŒckten Rennverlauf geschlagene Lewis Hamilton verharrte erstmal regungslos in seinem Mercedes, ehe er seinem Rivalen fair gratulierte. "Sprachlos, Lewis, einfach sprachlos", funkte sein Renningenieur Pete Bonnington.

Toto Wolff regt sich auf

In der Box war Mercedes-Teamchef Toto Wolff außer sich – bis wenige Runden vor Schluss hatte Hamilton klar auf Titelkurs gelegen. Nach einer Safety-Car-Phase und mit frischen Reifen fing Verstappen in einem Herzschlag-Finale Hamilton aber noch auf der letzten Runde ab und vereitelte den achten WM-Triumph des Briten. Dritter wurde Carlos Sainz im Ferrari.

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"Zuerst Gratulation an Max und sein Team. Sie haben einen großartigen Job gemacht", lobte Hamilton den 34. Weltmeister der Königsklasse-Geschichte. Mercedes sicherte sich immerhin zum achten Mal am StĂŒck die Konstrukteurs-WM.

Vorneweg: Lewis Hamilton (li.) distanziert seinen Rivalen Max Verstappen (r.).
Vorneweg: Lewis Hamilton (li.) distanziert seinen Rivalen Max Verstappen (r.). (Quelle: Action Plus/imago-images-bilder)

Es war ein Jahr der Grenzerfahrung. Die Formel 1 steuerte durch die nĂ€chste Corona-Saison – und in Verstappen vs. Hamilton fand sie das atemloseste Titelduell seit Jahren. In den 259 Tagen seit dem Start der Saison in Bahrain bekĂ€mpften sich die Ausnahmepiloten knallhart auf dem Asphalt – auch auf dem Yas Marina Circuit. Gift wurde versprĂŒht zwischen dem niederlĂ€ndischen FrĂŒhreifen, 2016 in Spanien mit 18 Jahren und 228 Tagen jĂŒngster Grand-Prix-Gewinner, und dem Formel-1-AushĂ€ngeschild aus England.

Silverstone, Monza, Dschidda – es krachte auch zwischen Verstappen und Hamilton. Vor dem Finale herrschte höchste Eskalationsgefahr: Crasht sich Verstappen zum ersten Titel? Die Ausgangslage war klar: Fallen beide punktgleichen Fahrer aus, wĂ€re der Red-Bull-Mann wegen der höheren Zahl der Saisonsiege erstmals Weltmeister. "In 10, 20 Jahren werden die Leute auf diese WM zurĂŒckschauen und sich daran erinnern - ich auch", meinte Verstappen ĂŒber das Duell.

Grandioser Start von Hamilton

Erstmals seit 1974 rasten zwei Piloten punktgleich ins Finale. Verstappen hob das Spannungslevel mit seiner Fabel-Pole am Samstag sogar nochmal an, Hamilton lauerte direkt dahinter. Dann dieser Start des Briten! Hamilton schoss förmlich davon, Verstappen rollte nur langsam los – eine Zehntelsekunde in der Reaktionszeit war nach dem Erlöschen der Roten Ampeln entscheidend.

Schon auf der ersten Runde in Kurve sechs attackierte der NiederlĂ€nder am Limit, bremste extrem spĂ€t und ließ seinem Rivalen keinen Platz. Der EnglĂ€nder musste den Kurs verlassen. Erst beklagte sich Verstappen, dass Hamilton die Strecke verlassen habe. Dann beklagte sich Hamilton, dass ihn Verstappen rausgedrĂ€ngt habe. "Das ist unglaublich", schimpfte Verstappen. Er sah sich nicht ansatzweise mitschuldig und flĂŒchtete sich in die Opferrolle.

Nach einem Bremsplatten in der Qualifikation ging Verstappen mit der weichsten Reifenmischung ins Rennen. Diese ist zwar schneller, baut aber auch schneller ab. Hamilton hatte die haltbareren Mediums am Mercedes. Verstappen wusste: Jetzt spricht alles gegen ihn. "Wir sind alle ein bisschen schockiert", reagierte Red-Bull-Teamchef Christian Horner empört auf die Entscheidung der Rennleitung, den Fast-Crash nicht zu untersuchen.

Die vielen Fans in Orange auf den TribĂŒnen wurden immer leiser. Denn nach dem verpatzten Start ihres PS-Stars ließen auch noch die Reifen nach - nicht ĂŒberraschend. In Runde 14 wechselte Verstappen als Erster die Gummis und stieg auf die hĂ€rteste Mischung um. Mercedes reagierte einen Umlauf spĂ€ter. Ein Sicherheits-Boxenstopp - dem Gegner nur keinen möglichen taktischen Vorteil lassen.

"Checo ist eine Legende"

Hamilton hatte nun Verstappens Geleitschutz Perez vor sich. Knapp zwei Runden lang hielt der Mexikaner hart dagegen, kostete den Mercedes-Mann rund sechs Sekunden, ehe dieser sich wieder an die Spitze setzte. "Checo ist eine Legende", lobte Verstappen via Funk.


Nun war der NiederlĂ€nder nur noch eine Sekunde hinter Hamilton, der sich aber anschließend wieder absetzen konnte. Dann ein Virtuelles Safety Car. Red Bull ging ins Risiko. Verstappen bekam in Runde 37 neue Mediums – Hamilton blieb aber draußen. Sein Vorsprung betrug nur noch 17 Sekunden. Und dieser schmolz! Aber nicht zu rapide.

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In Runde 53 von 58 nun Safety-Car-Phase. Verstappen holte sich die schnellsten Gummis - Hamilton wurde wieder nicht reingeholt. "Das ist unglaublich, Leute", schimpfte der Brite, dessen Stimme auf den letzten Kilometern lĂ€ngst nicht mehr so fest und entspannt wie gewohnt war. Nach der Rennfreigabe setzte sich Verstappen in einem unglaublichen Duell dann vor Hamilton. Die KommandostĂ€nde tobten – vor Freude und Entsetzen. Verstappen war außer sich.

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  • Melanie Muschong
Von Melanie Muschong
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