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Hanno Behrens vom 1. FC Nürnberg: "Spieler kann man kaum seine Meinung sagen"


Club-Profis Behrens und Leibold  

"Als Spieler kann man öffentlich kaum noch seine Meinung sagen"

Ein Interview von Tobias Ruf

23.10.2018, 06:33 Uhr
Hanno Behrens vom 1. FC Nürnberg: "Spieler kann man kaum seine Meinung sagen". Hanno Behrens (links) und Tim Leibold auf der Jahreshauptversammlung des 1. FC Nürnberg. (Quelle: imago/Zink)

Hanno Behrens (links) und Tim Leibold auf der Jahreshauptversammlung des 1. FC Nürnberg. (Quelle: Zink/imago)

Hanno Behrens und Tim Leibold spielen beim 1. FC Nürnberg. Im Interview erklären die Club-Profis das Besondere an ihrem Verein und ihrer Freundschaft, geben einen Einblick in die Schattenseiten des Profi-Daseins und schätzen sich gegenseitig ein.

Hanno Behrens und Tim Leibold sind zwei Säulen des 1. FC Nürnberg. Beide wechselten 2015 zum Club und stiegen in der vergangenen Saison in die Bundesliga auf. Für beide ist es eine Premiere im Fußball-Oberhaus.

t-online.de-Redakteur Tobias Ruf hat Behrens und Leibold am Vereinsgelände des 1. FC Nürnberg am Valznerweiher getroffen und mit ihnen über ihre Freundschaft, ihr besonderes Verhältnis zum Club und unliebsame Eigenschaften des Profi-Daseins gesprochen. Zudem schätzen sich die beiden Freunde gegenseitig ein.

Herr Leibold, bei Ihrer Vertragsverlängerung im März haben Sie von einem "besonderen Verein" gesprochen. Was macht den 1. FC Nürnberg denn aus?

Tim Leibold (24): Wir sind hier eine große Familie, der Zusammenhalt im Verein ist etwas ganz besonderes. Das findet man heutzutage im Profifußball nicht mehr oft. Bei meiner vorherigen Station in Stuttgart habe ich das nicht in dieser Form gespürt. Entsprechend fiel mir der Wechsel nach Nürnberg leicht und ich bin stolz und froh, hier spielen zu dürfen.

Tim Leibold wechselte 2015 vom VfB Stuttgart zum 1. FC Nürnberg. (Quelle: imago/Zink)Tim Leibold wechselte 2015 vom VfB Stuttgart zum 1. FC Nürnberg. (Quelle: Zink/imago)

Herr Behrens, Sie sind 2015 mit Darmstadt eigentlich in die Bundesliga aufgestiegen. Doch Sie haben den Verein verlassen und stattdessen beim damals zweitklassigen 1. FC Nürnberg unterschrieben. Wieso?

Hanno Behrens (28): Die Vertragsgespräche mit Darmstadt liefen nicht gut. Da hat mir die Wertschätzung gefehlt. Entsprechend habe ich mich dazu entschieden, den Klub zu verlassen. Als dann das Angebot aus Nürnberg kam, habe ich nicht lange gezögert. Ob Fans, Tradition oder Umfeld, der Club ist ein spezieller Verein, das hat mir die Entscheidung sehr leicht gemacht.

Hanno Behrens: Der Kapitän spielt seit 2015 für den 1. FC Nürnberg. (Quelle: imago/Zink)Hanno Behrens: Der Kapitän spielt seit 2015 für den 1. FC Nürnberg. (Quelle: Zink/imago)

Was hat sich in den letzten Jahren in Nürnberg verändert?

Behrens: Wir sind einerseits sportlich gewachsen, auch infrastrukturell hat sich viel getan in den letzten Jahren. Besonders positiv hat sich das Verhältnis zwischen Mannschaft und Fans entwickelt. Das war zu meiner Anfangszeit schwierig. Inzwischen sind wir aber zu einer echten Einheit gewachsen.   

Welche Rolle spielt Tim Leibold in diesem Konstrukt?

Behrens: Also was das Kopfballspiel angeht, nur eine sehr kleine (beide lachen). Spaß beiseite, Tim ist ein echt guter Kicker, der für unsere Mannschaft sehr wichtig ist. Er ist ein guter Außenverteidiger mit einem starken linken Fuß und physisch sehr stark.

Wie tickt er abseits des Platzes?

Behrens: Er ist ein lustiger Typ und ein echter Spaßvogel. Mit Tim wird es nicht langweilig (lacht). Aber er hat auch ein gutes Gespür dafür, wenn es mal ernster wird. Und er lebt nicht nur in der Fußball-Blase, sondern blickt auch über den Tellerrand hinaus. Wir sind gute Freunde geworden.

Und was ist Hanno Behrens für ein Typ?

Leibold: Also der allerbeste Fußballer ist er ja nicht (lacht). Nein, Hanno ist für unsere Mannschaft unheimlich wichtig. Er ist eine echte Führungsfigur, hat alles, was einen Kapitän ausmacht und tut unserer jungen Mannschaft mit seiner Erfahrung sehr gut. Hinzu kommt seine Siegermentalität. Das war ein ganz wichtiger Faktor beim Aufstieg und ist es auch jetzt in der Bundesliga.

Und wie ist er als Kumpel?

Leibold: Hanno ist ein lustiger Typ mit einem einwandfreien Charakter. Aber er geht ja schon auf die 30 zu. Da merkt man gelegentlich, dass es Zeit wird, dass er unter die Haube kommt (lacht).

Klingt nach viel Spaß in der täglichen Arbeit…

Leibold: Den haben wir. Es ist ein großes Privileg, mit einem guten Freund auf dem Platz stehen zu können. Das zeichnet aber nicht nur Hanno und mich aus. Unser Teamgeist ist insgesamt sehr gut und macht uns als Mannschaft aus.

Hanno Behrens (links), Tim Leibold (rechts) und t-online.de-Reporter Tobias Ruf in Nürnberg. (Quelle: t-online.de)Hanno Behrens (links), Tim Leibold (rechts) und t-online.de-Reporter Tobias Ruf in Nürnberg. (Quelle: t-online.de)

Apropos. Viele Fans beklagen, dass sich der Profifußball mehr und mehr von der Basis entfernt. Wie stehen Sie dazu?

Leibold: Die Tendenz ist auf jeden Fall da. Und ich fürchte, dass es in den kommenden Jahren nicht besser wird. Stadionbesuche sind ein teures Vergnügen, das sich nicht jeder leisten kann und will. Das Geschäft wird immer größer und aufgeblähter. Da kann ich sehr gut nachvollziehen, dass sich viele Fans wieder nach ursprünglicherem Fußball sehnen. Ich persönlich finde diese Entwicklung bedauerlich.

Was stört Sie im Profifußball, Herr Behrens?

Behrens: Als Spieler kann man öffentlich kaum noch seine ehrliche Meinung sagen. Das hängt in erster Linie mit der gestiegenen medialen Aufmerksamkeit und auch mit den sozialen Medien zusammen. Jedes Wort wird auf die Goldwaage gelegt. Man wird selbst mit Aussagen konfrontiert, die vielleicht schon Jahre zurückliegen. Das führt dazu, dass wir Spieler vorsichtig werden und zwangsläufig Authentizität verloren geht.

Leibold: Man muss doch nur an früher denken. So legendäre Interviews, wie sie Oli Kahn, Lothar Matthäus oder Stefan Effenberg gegeben haben, wird man heutzutage in dieser Form nicht mehr sehen. Wer verbal übers Ziel hinausschießt, bekommt das wie einen Bumerang zurück. Das ist schade, müssen wir so aber akzeptieren.

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