Sie sind hier: Home > Sport > Bundesliga >

Ex-Unioner Steven Skrzybski: "14 Neuzugänge – das ist schon eine extreme Aussage"

INTERVIEWUnion-Urgestein Skrzybski  

"14 Neuzugänge – das ist schon eine extreme Aussage"

Von Alexander Kohne

14.08.2019, 16:17 Uhr
Ex-Unioner Steven Skrzybski: "14 Neuzugänge – das ist schon eine extreme Aussage". Gebürtiger Berliner: Steven Skrzybski (hier während einer Partie im Mai 2018 gegen Bochum) trug vor seinem Wechsel zu Schalke 18 Jahre das Union-Trikot. (Quelle: imago images)

Gebürtiger Berliner: Steven Skrzybski (hier während einer Partie im Mai 2018 gegen Bochum) trug vor seinem Wechsel zu Schalke 18 Jahre das Union-Trikot. (Quelle: imago images)

Nach 18 Jahren bei Union Berlin wechselte Steven Skrzybski vor einem Jahr zu Schalke. Bei den Köpenickern gehört er gefühlt trotzdem noch zum Inventar. Hier spricht der Stürmer über Unions Sensationsaufstieg, einen möglichen Identitätsverlust und Champions-League-Finalisten an der Alten Försterei.

Seit Kindertagen ist Steven Skrzybski Fan des FC Schalke 04. Mit dem Wechsel zu den Königsblauen im Sommer 2018 ging für den Stürmer ein Traum in Erfüllung. Seinem Ex-Klub Union Berlin ist er trotzdem noch sehr verbunden. Beim Bundesliga-Aufsteiger durchlief Skrzybski die komplette Jugendabteilung, erarbeitete sich über die zweite Mannschaft einen Stammplatz bei den Profis – und kennt im Stadion an der Alten Försterei jeden Stein.

t-online.de: Herr Skrzybski, Sie sind bei Union groß geworden, waren fast zwei Jahrzehnte im Verein. Haben Sie eigentlich wie Hunderte andere Fans vor einigen Jahren beim Stadionumbau geholfen?

Steven Skrzybski: Nein, damals war ich mit etwa 15, 16 Jahren noch etwas zu jung.

Aber den Aufstieg in die Bundesliga haben Sie nach dem 0:0 zu Hause gegen Stuttgart Ende Mai schon gefeiert, oder?

Na klar (lacht). Ich war natürlich im Stadion und wir hatten richtig viel Spaß. Das habe ich schon richtig gefeiert, denn die Verbundenheit ist noch sehr groß – immerhin habe ich 18 Jahre für Union gespielt. Union wird immer ein Teil von mir bleiben.

Steven Skrzybski (r.) war während des entscheidenden Aufstiegsspiels gegen Stuttgart natürlich im Stadion an der Alten Försterei dabei. (Quelle: imago images/Matthias Koch)Steven Skrzybski (r.) war während des entscheidenden Aufstiegsspiels gegen Stuttgart natürlich im Stadion an der Alten Försterei dabei. (Quelle: Matthias Koch/imago images)

Die Köpenicker gelten neben Paderborn als Abstiegskandidat Nummer eins. Wie sehen Sie Unions Chancen, in der Bundesliga zu bleiben?

Einerseits haben sie sich qualitativ verstärkt, andererseits hätte die Aufstiegsmannschaft auch ohne Neuzugänge definitiv eine Chance in der Bundesliga gehabt. Unter dem Strich glaube ich, dass Union die Liga halten wird.

Hat es Sie etwas gewundert, dass sich Union als Aufsteiger so prominente Neuzugänge wie Neven Subotic (AS St. Etienne) oder Christian Gentner (VfB Stuttgart) gesichert hat?

Gewundert nicht, mich hat es gefreut. Das zeigt, was für ein Ansehen der Verein mittlerweile genießt – und zwar nicht nur in Deutschland, sondern auch ein Stück weit darüber hinaus.

Aber passen Stars wie Subotic, der bereits im Champions-League-Finale aufgelaufen ist, oder Gentner, der fünfmal für die deutsche Nationalmannschaft gespielt hat, überhaupt zu Union?

Wer zu Union geht, hat sich ganz sicher mit dem Verein und seinen Tugenden befasst. So einen Schritt geht man bewusst. Denn Union ist kein Verein wie jeder andere. Es ist ein besonderer Klub – genau wie Schalke. Da sind sich beide Klubs ziemlich ähnlich.

Allerdings hat Union in den vergangenen Jahren eine relativ hohe Spielerfluktuation. Im Sommer gab es offiziell 14 Neuzugänge, wobei Manuel Schmiedebach, Marvin Friedrich und Suleiman Abdullahi schon in der Vorsaison im Kader standen. Insgesamt umfasst dieser nun 33 Spieler. Wie viele Neue verträgt Union überhaupt noch?

Das ist aus der Ferne schwierig zu sagen. Natürlich geht es darum, das Team zu verstärken. Aber 14 Neuzugänge – das ist schon eine extreme Aussage. Vor allem bei einer Mannschaft, die zuletzt sehr gut funktioniert hat. Trotzdem habe ich das Gefühl, dass ein klarer Plan verfolgt und nicht einfach sinnlos Spieler verpflichtet werden, nur weil sie gut sind. Das Gesamtkonzept passt schon zusammen.

Steven Skrzybski (r.) traf t-online.de-Sportredakteur Alexander Kohne während des Schalker Trainingslagers im österreichischen Mittersill. (Quelle: imago images)Steven Skrzybski (r.) traf t-online.de-Sportredakteur Alexander Kohne während des Schalker Trainingslagers im österreichischen Mittersill. (Quelle: imago images)

Besteht nicht die Gefahr, dass durch die zahlreichen Wechsel die Identität des Klubs verloren geht?

Von außen kann man das auf den ersten Blick vielleicht befürchten, aber wer den Verein kennt, braucht sich da keine zu Sorgen machen. Einerseits gibt es Leute wie Michael Parensen oder Sebastian Polter (die fast 250 beziehungsweise 100 Pflichtspiele für Union gemacht haben, Anm. d. Red.), die einfach wissen, wie der Verein tickt. Andererseits haben die, die neu geholt wurden, den Verein relativ schnell kennengelernt und sich mit diesem identifiziert. Der Kontakt mit den Fans ist sehr eng. Man sieht sie nicht nur im Stadion, sondern hat auch zwischenmenschlich viel Kontakt. Dadurch werden die Werte von Union relativ schnell vermittelt.

Könnten Sie diese noch mal ganz kurz umreißen?

Wie Schalke ist Union ein absoluter Arbeiterverein, der aber trotzdem sehr familiär geführt wird. Da spielt Luxus keine große Rolle, sondern es sind die alten Tugenden, die zählen: arbeiten, kämpfen, Ärmel hochkrempeln.

Wenn Sie an das Auswärtsspiel im April 2020 in der Alten Försterei denken, kommt da eher Vorfreude oder Nostalgie auf?

Das wird schon ein ungewohntes Gefühl werden, denn das Stadion ist natürlich auch Heimat für mich. Ich habe mich über zig Jahre in der Heimkabine umgezogen – und als Gast schlägst Du natürlich den anderen Weg ein.


Aber es besteht keine Gefahr, dass Sie aus alter Gewohnheit in der falschen Kabine landen?

Nein, das nicht (lacht). Ich freue mich brutal auf das Spiel. Aber Ende November spielen wir ja erstmals zu Hause gegen Union. Da freue ich mich jetzt schon drauf, auf das Wiedersehen mit den Spielern, mit den Verantwortlichen und natürlich den Fans. Aber jetzt wollen wir erstmal gut in die Saison starten. Mit dem Spiel gegen Union beschäftige ich mich dann, wenn es soweit ist.

Ihre Meinung zählt!

Wir freuen uns auf angeregte und faire Diskussionen zu diesem Artikel.
Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

Gefällt 0 Gefällt nicht0
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Sie können alles tragen, wenn Sie Sie sind
MY TRUE ME - Mode ab Größe 44
Anzeige
Jetzt bei der Telekom: Surfen mit bis zu 50 MBit/s!
z. B. mit MagentaZuhause M
myToysbonprix.deOTTOUlla Popkenamazon.deLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal