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Clemens Tönnies lÀsst Amt bei Schalke 04 ruhen

Von t-online, dpa, dd

Aktualisiert am 07.08.2019Lesedauer: 2 Min.
Ist seit 1994 im Aufsichtsrat von Schalke 04 und seit 2001 Vorsitzender: Clemens Tönnies.
Ist seit 1994 im Aufsichtsrat von Schalke 04 und seit 2001 Vorsitzender: Clemens Tönnies. (Quelle: DeFodi/imago-images-bilder)
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Mit seiner rassistischen Äußerung hat Schalke-Boss Clemens Tönnies fĂŒr einen Eklat gesorgt. Der Schalker Ehrenrat sollte ĂŒber seine Zukunft bei den Knappen abstimmen – nun wurde eine Entscheidung getroffen.

Vereinschef Clemens Tönnies ist beim FC Schalke 04 einer Amtsenthebung entgangen, lĂ€sst sein Amt aber fĂŒr drei Monate ruhen. Diese Entscheidung gab der Fußball-Bundesligist am Dienstagabend nach einer mehrstĂŒndigen Sitzung des Ehrenrates bekannt. Das Gremium kam zu dem Ergebnis, "dass der gegen den Aufsichtsratsvorsitzenden des S04, Clemens Tönnies, erhobene Vorwurf des Rassismus unbegrĂŒndet ist", wie es in der Mitteilung hieß.

Vorzuwerfen sei dem 63-JĂ€hrigen allerdings, "gegen das in der Vereinssatzung und im Leitbild verankerte Diskriminierungsverbot verstoßen zu haben". Der Unternehmer habe "diese – insbesondere den Vorsitzenden des Aufsichtsrats treffende – Pflicht verletzt", hieß es weiter. Tönnies habe den Verstoß eingerĂ€umt "und ein weiteres Mal sein Bedauern zum Ausdruck gebracht", teilte der Ehrenrat mit.

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Tönnies hatte beim Tag des Handwerks in der Vorwoche in Paderborn Steuererhöhungen im Kampf gegen den Klimawandel kritisiert. Stattdessen solle man lieber jĂ€hrlich 20 Kraftwerke in Afrika finanzieren. "Dann wĂŒrden die Afrikaner aufhören, BĂ€ume zu fĂ€llen, und sie hören auf, wenn's dunkel ist, Kinder zu produzieren", hatte Tönnies gesagt.

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Ungeachtet der harschen öffentlichen Kritik an den von vielen als rassistisch kritisierten Äußerungen des Fleischfabrikanten verzichtete das Vereinsgremium darauf, Tönnies seines Amtes als Aufsichtsratschef zu entheben. Diese Funktion hat er seit 2001 inne; Tönnies war noch vor wenigen Wochen von den Mitgliedern wiedergewĂ€hlt worden. Nach drei Monaten will er seine TĂ€tigkeit im Schalke-Aufsichtsrat wieder aufnehmen. "Der Ehrenrat begrĂŒĂŸt die Haltung von Clemens Tönnies und nimmt beide ErklĂ€rungen zustimmend zur Kenntnis", erklĂ€rte das fĂŒnfköpfige Gremium.

Kritiker aus Politik und Sport hatten Tönnies’ verbalen Fehltritt "deplatziert" oder "primitiv" genannt. Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) sprach von "dumpfem Rassismus". Sylvia Schenk, Leiterin der Arbeitsgruppe Sport bei Transparency International Deutschland, erkannte bei Tönnies eine "hoch problematische Geisteshaltung". Andreas Rettig, scheidender GeschĂ€ftsfĂŒhrer des Zweitligisten FC St. Pauli, warf diesem eine "Gutsherren-MentalitĂ€t" vor.

Selbst der ehemalige Schalke-Profi Gerald Asamoah, langjĂ€hriger königsblauer WeggefĂ€hrte von Tönnies, Ă€ußerte öffentlich Kritik. Er sei "sehr ĂŒberrascht, geschockt und auch verletzt", schrieb der gebĂŒrtige Ghanaer und Manager des Schalker U23-Teams auf Twitter und forderte Konsequenzen: "Er beleidigt mich und alle anderen Betroffenen. Das können wir nicht dulden."

Schon wenige Stunden vor der Sitzung hatte die Schalker Fan-Initiative Widerstand fĂŒr den Fall einer ausbleibenden Sanktionierung angekĂŒndigt und damit den Druck erhöht. "Es wird auf jeden Fall Proteste geben, sollte alles beim Alten bleiben", sagte Susanne Franke von der Schalker Fan-Initiative beim TV-Sender Sky.

Wie viele andere Kritiker berief sich auch die Fan-Initiative auf das Leitbild des Vereins, das mit den Aussagen von Tönnies nicht vereinbar ist. In der Satzung heißt es, der Verein trete "rassistischen, verfassungs- und fremdenfeindlichen Bestrebungen sowie diskriminierenden oder menschenverachtenden Verhaltensweisen gegenĂŒber anderen Menschen, insbesondere auf Grund ihrer NationalitĂ€t, ethnischen Zugehörigkeit, Religion, Geschlecht, sexuellen Orientierung oder Behinderung, aktiv entgegen".

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