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FC Bayern: So entlarvte das Frankfurt-Debakel die Taktik-Problem von Niko Kovac

Rekordmeister in der Krise  

So entlarvte das 1:5-Debakel Bayerns Taktik-Probleme

Von Constantin Eckner

03.11.2019, 11:00 Uhr
 (Quelle: imago images / Eibner)
Kovac nach FCB-Blamage in Frankfurt: "Weiß wie das Geschäft läuft, bin nicht naiv"

Der FC Bayern München hat beim 1:5 bei Eintracht Frankfurt ein Debakel erlebt. Bayern-Trainer Niko Kovac weiß um die kritische Situation des Rekordmeisters und gibt sich kämpferisch. (Quelle: Omnisport)

"Ich weiß, wie das Geschäft läuft, bin nicht naiv": Das waren die letzten Worte von Niko Kovac als Bayern-Trainer – direkt nach der Blamage der Bayern gegen Frankfurt. (Quelle: Omnisport)


Die herbe Niederlage bei Eintracht Frankfurt steht sinnbildlich für die Saison des deutschen Rekordmeisters – und zeigte die aktuellen Schwächen der Bayern gnadenlos auf.

Eigentlich hätte Niko Kovac einen Sieg bei seinem Ex-Verein bitter nötig gehabt. Aber stattdessen kassierte Bayern München eine saftige 1:5-Klatsche bei Eintracht Frankfurt und steckt mehr denn je in einer sportlichen Krise. Dabei untermauerte die Partie so vieles, was aktuell beim Rekordmeister schief läuft. 

Nach dem Spiel machte Trainer Kovac vor allem die frühe Rote Karte gegen Jérome Boateng für den Spielverlauf verantwortlich. Natürlich war der Platzverweis für einen der letzten verbliebenen Innenverteidiger ein herber Schlag für die Bayern. Die Rote Karte stand allerdings auch stellvertretend für die momentane Anfälligkeit der Abwehr, die aufgrund der taktischen Instabilität häufig im Stich gelassen wird, jedoch selbst ebenso Fehler begeht.

Bedenklicher war aber die Reaktion von Kovac, die auf den Platzverweis folgte. Der 48-Jährige wollte anscheinend nach fünf Minuten nicht bereits einen Wechsel vollziehen und stellte deshalb nur mit dem vorhandenen Personal um. Coutinho spielte fortan neben Thiago im Zentrum. Dadurch fehlte es den Bayern an notwendiger Defensivstärke in diesem wichtigen Spielfeldbereich. Und zugleich wurde den Frankfurtern die Kontrolle überlassen.

Die Eintracht war aufgrund ihrer Grundordnung mit Dreierabwehr, Dreiermittelfeld und Doppelsturm sowieso sehr dicht in der Mitte besetzt. Doch nun ergaben sich erst recht Überzahlsituationen, die Frankfurt während der ersten Halbzeit mehrfach ausspielen konnte.

 

Grafik: In diesen Grundformationen spielten beide Teams nach dem Platzverweis gegen Boateng. Die Frankfurter waren im Zentrum in Überzahl.

Harmlose Verteidigung

Grundsätzlich haben die Bayern in dieser Saison erhebliche Probleme, die Spielfeldmitte zu kontrollieren und dort ihre, aus der Vergangenheit gewohnte Dominanz zu etablieren. Deshalb probierte Kovac in den vergangenen Wochen auch einige taktische Varianten aus: Mal spielte er mit zwei laufstarken Sechsern hinter einem kreativen Zehner, mal mit zwei offensivstarken Zehnern vor einem ballsicheren Sechser, mal war es eine Variante dazwischen.

Für das Auswärtsspiel in Frankfurt hatte er eigentlich Joshua Kimmich und Thiago dafür vorgesehen, das Zentrum im Griff zu behalten. Diese Idee war nach dem Platzverweis jedoch hinfällig. Das Mittelfeld war bei den Angriffen Frankfurts überfordert und die Flügelstürmer arbeiteten nicht immer konzentriert nach hinten. Die Eintracht nutzte die numerische Überlegenheit in der Mitte beispielsweise vor dem 2:0 durch Djibril Sow, als der spielstarke Linksaußen Filip Kostić freigespielt wurde.


Erschwerend für die Bayern kam hinzu, dass das ohnehin harmlose Pressing mit neun Feldspielern überhaupt nicht mehr existent war. Frankfurt passierte ohne Druck die Mittellinie und lief die Bayern an. Wenn eine Mannschaft schon mit einer Aushilfs-Doppelsechs bestehend aus Coutinho und Thiago spielt, braucht es allerdings mehr Druck auf den Ballführenden.

Viel zu späte Reaktion

Kovac liegt natürlich nicht komplett falsch, wenn er sagt, dass der Platzverweis die Partie erheblich beeinflusste. Jedoch hätte der Bayern-Coach besser auf die Situation reagieren können. Das 4-2-3 war nicht die passende Antwort. Die defensiv- und laufstarken Zentrumsspieler Javi Martínez und Leon Goretzka brachte er erst beim Stand von 1:4. Dabei hätte er noch zur Halbzeitpause alle Möglichkeiten gehabt, seine Mannschaft taktisch umzustellen.


Die Herausnahme eines Angreifers wie Thomas Müller zugunsten von Goretzka oder Martínez hätte den Bayern keineswegs die Offensivstärke geraubt. Denn viele Partien werden in der Mitte entschieden. Doch dort wirkte der Rekordmeister teils komplett entblößt. Und anders als in den Vorwochen kassierte er dafür dieses Mal eine saftige Quittung.

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