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BVB: Watzke will kein offizielles Saisonziel ausgeben

"Spielen wir nicht mehr mit"  

Watzke: BVB gibt kein offizielles Saisonziel aus

30.06.2020, 16:20 Uhr | dpa

BVB: Watzke will kein offizielles Saisonziel ausgeben . Hans-Joachim Watzke: Anders als Abwehrchef Mats Hummels will der BVB-Geschäftsführer sich für die kommende Saison auf kein Ziel festlegen. (Quelle: imago images/Poolfoto)

Hans-Joachim Watzke: Anders als Abwehrchef Mats Hummels will der BVB-Geschäftsführer sich für die kommende Saison auf kein Ziel festlegen. (Quelle: Poolfoto/imago images)

BVB-Boss Hans-Joachim Watzke will sich auf kein Ziel für die kommenden Saison festlegen – zumindest nicht öffentlich. Grund dafür sei auch die unfaire Berichterstattung der Medien. Zudem verzichten die BVB-Profis bis Jahresende auf Teile ihres Gehalts. 

Offensive Profis, defensive Bosse – der Meisterschaftszweite Borussia Dortmund gibt für die kommende Spielzeit kein offizielles Saisonziel aus. Anders als einige Spieler wie Abwehrchef Mats Hummels, der noch vor gut einer Woche einen neuerlichen Angriff auf Platz eins angekündigt hatte, äußerte sich Hans-Joachim Watzke zurückhaltender. "Dieses Spielchen spielen wir nicht mehr mit. Wir werden offiziell kein Ziel mehr ausgeben – und das geschieht nicht, weil wir keines haben", sagte der BVB-Geschäftsführer am Dienstag mit Verweis auf die seiner Meinung nach unfaire Berichterstattung in den Medien.

Watzke kritisiert öffentlichen Umgang mit Spielern 

Jahrelang sei der Club dafür kritisiert worden, kein Meisterschaftsziel ausgegeben zu haben. "Nun hatten wir letztes Jahr das Gefühl, dass das bei zwei Punkten Rückstand mal angesagt war. Wir haben gesagt, wir werden alles versuchen, um deutscher Meister zu werden." Eine vollmundige Ankündigung, den Abo-Meister aus München abzulösen, sei das aber nicht gewesen. "Das hat man drei Wochen später eigenmächtig gelöscht. Dann hieß es nur noch, die wollen deutscher Meister werden. Um uns dann ab April zu kritisieren, dass wir unser Ziel nicht erreicht haben", kommentierte Watzke.

Der 61-Jährige nutzte die Gelegenheit, um seinen Unmut über den öffentlichen Umgang mit den Profis zu bekunden, denen nach dem 0:4 im letzten Saisonspiel gegen Hoffenheim zum wiederholten Mal ein Mentalitätsproblem attestiert worden war. "Bei aller berechtigten Kritik an diesem Auftritt haben wir das Gefühl, dass sich eine Hexenjagd auf unsere Mannschaft entwickelt. Wenn die Kritik dahin übergeht, dass wir von allen 18 Bundesliga-Mannschaften angeblich die schlechteste Mentalität haben, dann ist das so über das Ziel hinausgeschossen, dass es einem schon fast den Atem verschlägt. Es müsste ein Wunder sein, dass die Mannschaft mit der schlechtesten Mentalität Vizemeister wird", klagte Watzke.

Profis verzichten bis Jahresende auf Teile ihres Gehalts 

Ein solcher Ruf sei zudem nur schwer mit der Bereitschaft der Profis zu vereinbaren, in der Corona-Krise weiter auf Teile ihres Gehaltes zu verzichten. "Der Gehaltsverzicht von uns und der Mannschaft geht über das Saisonende hinaus. Wir verzichten bis zum 31. Dezember weiter", verriet Watzke.


Das sei der anhaltenden Unsicherheit über den Verlauf der kommenden Saison geschuldet: "Die fehlenden Einnahmen sind dramatisch. Es geht ja nicht nur um die fehlenden Zuschauereinnahmen von rund vier Millionen Euro pro Spiel, sondern auch um weniger TV- und Vermarktungsgelder. Wir stehen vor einem gigantischen Berg von Risiken." Deshalb seien vorerst auch keine weiteren Transfers geplant.

Watzke hofft auf Fans in den Stadien 

Ein Rückkehr von Zuschauern in die Stadien könnte zur Entspannung beitragen. Der für seine guten Kontakte zu führenden Politikern bekannte Watzke ist zuversichtlich, dass zum vermeintlichen Saisonstart im September zumindest wieder einige Fans zugelassen werden. "Ich glaube, dass die Bereitschaft, darüber nachzudenken, vorhanden ist. Die Liga ist momentan dabei, die entsprechenden Konzepte zu erstellen und dann an die zuständigen Stellen zu versenden", sagte Watzke.

"Eine bundeseinheitliche Lösung" wird es nach seiner Einschätzung jedoch nicht gehen: "Ich glaube nicht, dass man sagt, so viele Zuschauer dürfen pro zehn Quadratmeter ins Stadion. Wenn überhaupt, wird es eher einen anderen Rahmen geben. Innerhalb dieses Rahmens werden sich dann die lokalen Gesundheitsbehörden mit dem Verein auf ein Konzept verständigen. Was Sinn macht, weil jedes Stadion anders konzipiert ist."

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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