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Braucht der BVB Ersatz? "Mit Reus kann der BVB nicht mehr planen"

PRO & KONTRABraucht Dortmund Ersatz?  

"Mit Reus kann der BVB nicht mehr planen"

Von Robert Hiersemann und Florian Wichert

03.08.2020, 11:40 Uhr
Braucht der BVB Ersatz? "Mit Reus kann der BVB nicht mehr planen". Marco Reus hat seit Februar kein Spiel für Borussia Dortmund bestritten. (Quelle: imago images/ActionPictures)

Marco Reus hat seit Februar kein Spiel für Borussia Dortmund bestritten. (Quelle: ActionPictures/imago images)

Marco Reus ist schon wieder verletzt. Muss Borussia Dortmund angesichts seiner schlimmen Leidensgeschichte einen Ersatz für den Kapitän verpflichten? 

In seinem Aston Martin fuhr Marco Reus am vergangenen Donnerstag auf dem Dortmunder Trainingsgelände vor. Lässig mit Sonnenbrille. Leider aber mit einer Hiobsbotschaft im Gepäck. Der 31-Jährige hat Probleme mit einer Sehnenentzündung – an der bereits zuvor verletzten Adduktorenmuskulatur – und fällt "auf unbestimmte Zeit aus", wie der BVB bekannt gab.

Ein weiteres Kapitel in der unendlichen Geschichte der Verletzungen von Reus, der wie seine Mitspieler am ersten Tag der Vorbereitung auf die neue Saison einen Corona-Test absolvierte. Am heutigen Montag beim Teamtraining wird er dagegen fehlen.

Voraussichtlich wird er die gesamte Hinrunde verpassen und reißt damit ein großes Loch in die Planung der Dortmunder. Seit seinem Wechsel von Mönchengladbach nach Dortmund im Jahr 2012 stand er in nur 57 Prozent der möglichen Einsatzzeit auf dem Platz, dennoch war er an 209 Toren beteiligt:

Muss Borussia Dortmund aufgrund des Ausfalls von Marco Reus noch einen neuen Stürmer verpflichten? 

Florian Wichert

Stellvertretender Chefredakteur

Pro

Ja, Dortmund kann einfach nicht mit Reus planen

Er ist neben Kroos und Havertz der beste deutsche Fußballer, hat in 266 Pflichtspielen für den BVB 129 Tore geschossen und 82 weitere vorbereitet. Er ist Kapitän und Nationalspieler. Trotzdem ist Reus eine tragische Figur. Seit er beim BVB ist, hatte er 22 Verletzungen. Eine davon verhinderte, dass er 2014 Weltmeister werden konnte. Bis heute ist der Sieg im DFB-Pokal 2017 sein einziger Titel von Bedeutung.

Ja, natürlich braucht der BVB einen Reus-Ersatz, weil er mit ihm nicht planen kann. Diesmal ist er wohl mindestens bis zur Rückserie raus.

Und ohne Reus hat Dortmund für die Sturmspitze nur Haaland. Hazard ist ein Linksaußen, Sancho ist Rechtsaußen und geht womöglich in Kürze. Götze und Larsen sind schon weg, Moukoko (15 Jahre) und Reyna (17) noch zu jung.

Zwei Möglichkeiten hat der BVB: Entweder er holt einen vertragslosen, älteren Torjäger wie Cavani (33), Kruse (32) oder Mandzukic (34). Oder er bemüht sich um einen Stürmer aus der Bundesliga. Gladbachs Thuram oder Wolfsburgs Weghorst würden wohl 30 bis 40 Mio. Euro kosten, Leverkusens Volland 20, Andersson von Union 10. Dortmund hat schon mal den Fehler gemacht, mit nur einem Mittelstürmer in die Saison zu gehen. Das darf nicht wieder passieren.

Robert Hiersemann

Head of Fußball und Sport

Kontra

Nein, der BVB sollte sich auf etwas ganz anderes konzentrieren

Eines vorweg: Das Verletzungspech von Marco Reus ist das Glück von Borussia Dortmund. Denn sonst würde der Ausnahmefußballer längst für Real Madrid, den FC Barcelona oder einen anderen Klub der Topkategorie auflaufen. Auch deshalb sollte der BVB auf den besten Spieler im Kader warten und alles daransetzen, dass er schnellstmöglich wieder spielen kann. Denn ein fitter Reus ist nicht zu ersetzen.

Einen neuen Stürmer braucht der BVB allerdings nicht. Denn mit Haaland hat man einen der besten Nachwuchsangreifer Europas im Kader. Er ist hochmotiviert und nicht besonders verletzungsanfällig. Mit ihm kann man planen.

Wenn Dortmund einen weiteren Stürmer holen würde, säße dieser aufgrund der Klasse von Haaland meist nur auf der Bank. Unnötig! Konkurrent Bayern München kommt auch ohne ein Top-Backup für Lewandowski klar.

Und solange Reus verletzt ist, sollten die Dortmunder sich lieber auf das konzentrieren, was sie am besten können: Ein Toptalent wie Giovanni Reyna zu einem echten Bundesligaspieler zu entwickeln. Der 17-Jährige ersetzte Reus bereits in der Rückrunde in einigen Spielen im offensiven Mittelfeld. Inzwischen hat er 15 Bundesliga-Partien auf dem Buckel. Doch er braucht nun mehr Spielpraxis – und die Chance darauf wird sich ihm durch den Reus-Ausfall hoffentlich weiter bieten.

Wer hat recht? 

Im "Zweikampf der Woche" kommentieren wöchentlich Florian Wichert (Stellvertretender Chefredakteur bei t-online.de) und Robert Hiersemann (Head of Fußball und Sport) aktuelle Fußballthemen.

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